Auto­kinder­sitze

So finden Sie den passenden Kinder­sitz

Auto­kinder­sitze - 349 Kinder­sitze im Test
Die Dummy-Familie wartet auf ihren Einsatz: Die Stiftung Warentest untersucht die Größen­anpassung der Kinder­sitze mit verschiedenen Puppen. Live­tests mit Kindern ergänzen den Test. © HUGER

Damit das Kind nicht einge­zwängt wird, muss der Kinder­sitz Platz und gleich­zeitig ausreichend Halt bieten. Angeboten werden Sitze, die nach Gewicht des Kindes zugelassen sind (alte Norm R 44) sowie Sitze, die nach Körpergröße sortieren (neue Norm R 129 „i-Size“). Unterschied: Die neuere „i-Size“-Norm schreibt als zusätzliche Prüfung den Seiten­aufprall vor. Beide Normen sind nur Mindest­stan­dards. Unsere Tests gehen tiefer. Mit den Filtern für Baby, Kleinkind und Kind finden Sie den passenden Sitz für Ihr Kind.

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Inhalt

Welcher Sitz für welches Alter?

Hand aufs Herz: Wissen Sie, wie schwer Ihr Kind gerade ist? Klar, die Körpergröße kennen Sie. Aber der Sitz, den Ihr Kind und Sie zum Favoriten erkoren haben, ist dann doch nach Gewicht zugelassen?

Um Ihnen Orientierung im Normwirr­warr zu bieten, haben wir Gewicht und Größe zu drei Filtern verknüpft. Wir unterscheiden nach Sitzen für

Babys: Körpergröße bis 87 Zenti­meter; Gewicht bis 13 Kilogramm,
Kleinkinder: Körpergröße 61 bis 105 Zentimer; Gewicht 9 bis 18 Kilogramm,
Kinder: Körpergröße 100 bis 150 Zenti­meter; Gewicht 15 bis 36 Kilogramm.

Grafik führt zum richtigen Sitz

Unsere Grafik erfasst Kinder nach Größe und Gewicht und ordnet sie gemäß statistischen Durch­schnitts­werten den drei Alters­gruppen Baby, Kleinkind und Kind zu. Nach ihnen sind die Kinder­sitze im Test sortiert. Die Grafik zeigt, wo der passende Sitz zu finden ist.

Doch aufgepasst: Die angegebenen Werte sind Mittel­werte. Sie helfen, eine passende Vorauswahl zu treffen. Nehmen Sie Ihr Kind aber unbe­dingt zum Kauf mit und lassen es probesitzen. Kinder sind bei gleichem Alter nun mal sehr verschieden groß und breit.

Auto­kinder­sitze - 349 Kinder­sitze im Test
© Stiftung Warentest

R 129 (i-Size): Kinder­sitze nach Größe

i-Size. Sämtliche Sitze, die nach Norm R 129 (i-Size) zugelassen sind, sortieren Sitze nach der Größe des Kindes. Dabei gibt es keine behördlich fest­gelegten Spannen. So finden Eltern in Geschäften beispiels­weise Sitze für Babys von 40 bis 75 Zenti­metern Körpergröße ebenso wie Babysitze, die laut Anbieter bis 87 Zenti­meter Körpergröße passen. Grund­lage unserer Einteilung sind die maximalen Spannen:

Babys bis 87 Zenti­meter Größe,
Kleinkind 61 bis 105 Zenti­meter,
Kind 100 bis 150 Zenti­meter.

Länger nutz­bare Auto­kinder­sitze

Angeboten werden außerdem Sitze, die Kinder über mehrere Lebens­phasen begleiten sollen, also etwa vom Baby- bis ins Kleinkindalter. Ein solcher Sitz passt dann beispiels­weise in der Regel für Kinder von 40 bis 105 Zenti­metern Körpergröße.

i-Size Sitze: Meist teurer, meist besser

Die Sitze nach der neuen Norm i-Size sind meist teurer als die nach Kinder­gewicht klassifizierten. Allerdings schneiden sie im Schnitt bei unseren Tests im wichtigen Prüf­punkt Unfall­sicherheit besser ab.

Auch für den Schutz beim Seiten­aufprall gibt es Vorschriften bei der i-Size-Norm R 129. i-Size-Sitze durften ursprüng­lich nur mit dem Einrast­system Isofix befestigt werden. Es gibt mitt­lerweile aber i-Size-Sitze, die sich mit dem Auto­gurt befestigen lassen – etwa für Oldtimer. Optimal: Es gibt sehr viele i-Size-zertifizierte Autos. Die sind von Hause aus auf die neue Sitznorm optimiert und bieten Isofix-Anker für das praktische Einklick­system mit Isofix-Bügeln: Autokindersitze für Isofix-Befestigung.

Tipp: Verbindlich vorgeschrieben ist i-Size nicht. Sie können andere mit Sehr Gut und Gut bewertete Sitze bedenkenlos verwenden. Allerdings ergeben Unter­suchungen der Unfall­forschung der Versicherer, dass viele Kinder­sitze mit Gurten zu locker mit dem Auto verbunden sind. Rütteln Sie am Sitz: Wenn das Auto mitwackelt, ist er fest genug.

R 44: Kinder­sitze nach Gewicht

Die alte Norm zur Zulassung von Kinder­sitzen, R 44, basiert auf dem Gewicht des Kindes. Achtung: Nur Sitze, die nach den letzten beiden Fassungen dieser Norm (R 44-03 und R 44-04) zugelassen sind, dürfen weiterhin verkauft werden. Ist diese Bedingung erfüllt, spricht allerdings nichts gegen einen Sitz, der nach Gewicht zugelassen ist. Sie sind mitunter preis­werter als nach neuer Norm und Größe zugelassene Sitze.

In unseren Tests haben wir eine ganze Reihe gute oder sogar sehr gute gefunden. Und: Bei Kinder­sitzen, die nach Gewicht sortiert sind, können sich Eltern an fixen Gewichts­klassen orientieren.

Für Kinder von ...

Gewicht (etwa)

Größe (etwa)

Alter (etwa)

Nicht mitwachsende Sitze

Gruppe 0

bis 10 kg

bis 75 cm

Geburt bis 1 Jahr

Gruppe I

9 bis18 kg

75 cm bis 100 cm

1 bis 4 Jahre

Gruppe II

15 bis 25 kg1

bis 125 cm

3,5 bis 7 Jahre

Gruppe III

25 bis 36 kg 2

bis 150 cm

7 bis 12 Jahre

Mitwachsende Sitze

Gruppe 0+

bis 13 kg

bis 90 cm

Geburt bis 15 Monate

Gruppe 0+/I

bis 18 kg

bis 100 cm

Geburt bis 4 Jahre

Gruppe I/II

9 bis 25 kg

72 bis 125 cm

1 Jahr bis 7 Jahre

Gruppe I/II/III

9 bis 36 kg

75 bis 150 cm

1 bis 12 Jahre

Gruppe II/III

15 bis 36 kg

95 bis 150 cm

3,5 bis 12 Jahre

Größe, Alter und Gewicht. Die Norm­gruppe legt nur das Gewicht fest. Alter und Größe sind Richt­werte. Kinder wachsen unterschiedlich schnell und sie sind im selben Alter auch unterschiedlich schwer.

Wichtig ist, dass der Kinder­sitz zu Ihrem Kind passt (nicht zur Norm).

1
Reine Gruppe II Sitze sind selten. Alternative: Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II oder II/III.
2
Reine Gruppe III Sitze sind Sitzerhöher ohne Rückenlehne. Sitzerhöher erwiesen sich im Crashtest als mangelhaft. Experten raten ab. Hier fehlt der Schutz beim Seiten­aufprall. Alternative: Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II/III oder II/III.

Babyschalen 0+ (bis 13 Kilogramm). Reichen für Klein­kinder bis etwa 15 Monate. In diesem Alter sind die Kinder etwa 76 bis 88 Zenti­meter groß. Tipp: Wählen Sie einen rück­wärts gerichteten Sitz (Reboarder-Kinder­sitz). Ihr Kind fährt darin sicherer. Denn in diesem Alter ist die Nackenmuskulatur noch nicht stark genug, um einen frontalen Aufprall genügend abzu­fangen. Die Babyschale ist zu klein, wenn der Kopf Ihres Kindes über den oberen Schalenrand ragt.

Norm­gruppe I (9 bis 18 Kilogramm). Vierjäh­rige sind statistisch zwischen 96 und 112 Zenti­meter groß. In diesem Alter über­schreitet bereits jedes vierte Kind das Gewichts­limit von 18 Kilogramm. Tipp: Kaufen Sie einen mitwachsenden Sitz. Bei diesen Sitzen lassen sich Breite, Höhe und Gurt­verlauf anpassen.

Norm­gruppe II (15 bis 25 Kilogramm). Sechs­jährige sind zwischen 108 und 127 Zenti­meter groß. Jedes zweite Kind ist in diesem Alter bereits schwerer als 25 Kilogramm. Tipp: Auch in dieser Alters­gruppe helfen mitwachsende Sitze. Verwenden Sie den Sitz aber stets mit Rückenlehne und Kopf­stütze. Nur so fährt Ihr Kind wirk­lich sicher.

Norm­gruppe III (22 bis 36 Kilogramm). Zwölfjäh­rige sind zwischen 139 und 168 Zenti­meter groß. Kinder ab einer Größe von 1,50 Meter benötigen keinen Kinder­sitz mehr. Sie können den normalen Auto­gurt benutzen. Kinder die kleiner sind, sollten im Auto­kinder­sitz sitzen – auch wenn sie schwerer sind als 36 Kilogramm. Tipp: Optimieren Sie den Gurt­verlauf des Auto­gurts über die obere Verstell­einrichtung. Wichtig: Der Gurt muss über die Schulter laufen. Er darf nicht am Hals einschneiden oder unter dem Arm durch­gehen – beides gravierende Fehler, welche die Unfall­forscher der Versicherer zur Genüge kennen.

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Ein Sitz für jedes Alter oder für jedes Alter ein Sitz?

Wer sein Neugeborenes aus der Klinik abholt und nach Hause fährt, dürfte kaum auf die Idee kommen, dass es Sitze gibt, in dem es von der Geburt bis zum zwölften Lebens­jahr fahren kann. Die Option klingt verlockend. Verspricht „der eine Sitz für alle Zeiten“ doch Zeit­ersparnis bei der Auswahl wie auch finanzielle Ersparnis.

Nachteil im Crashtest. Doch im Prüf­labor zeigt sich: Der einzige noch erhältliche von uns geprüfte Sitz für alle Altersgruppen, der Joie Verso, ist bloß befriedigend. Auch inzwischen nicht mehr erhältliche Sitze wie der Graco Mile­stone und der Apramo Allstage schnitten nicht besser ab. In unseren Tests haben wir immer wieder fest­gestellt: Kein Sitz für alle Alters­gruppen schützt Kinder beim Frontalcrash gut oder sehr gut.

Unbe­quem zu handeln. Ein weiterer Nachteil mitwachsender Sitze: Ihr Korpus ist für größere Kinder gebaut. Zur Anpassung an kleinere Kinder liefern die Anbieter sogenannte Nest­chen mit, die die Sitz­schale verkleinern. Das allerdings erschwert die Hand­habung. Die Schalen sind sper­rig und schwer. Wer sie mal eben samt Nach­wuchs aus dem Auto nehmen will, hat wenig Freude damit. Auch deswegen schneiden alle All-in-one-Sitze im Prüf­punkt Hand­habung nicht gut ab.

Unsere Empfehlung: mindestens zwei Sitze kaufen

Meist ist es daher die bessere Entscheidung, für Neugeborene eine Babyschale zu nutzen und später auf einen größeren Sitz umzu­steigen. Babyschalen sind deutlich hand­licher und fürs Mitnehmen mit einem Henkel ausgestattet. Teils bleibt ihre Basis auf dem Auto­sitz und die mobile Trageschale wiegt etwa vier bis fünf Kilogramm oder gar weniger.

Braucht ihr Kind später einen größeren Sitze lässt sich der mit wenigen Hand­griffen anpassen: Die Rückenlehne wird in die Länge gezogen und je nach Bauart wird entweder der Fang­körper vor dem Bauch des Kindes oder der Hosen­trägergurt entfernt. Anschließend schnallt sich der Nach­wuchs mit dem Drei­punkt-Fahr­zeuggurt an, bis er entweder 1,50 Meter groß ist oder 12 Jahre alt. Dann darf er ganz ohne Kinder­sitz mitfahren.

Alternative: Die Zwei-Sitz-Lösung. Wer sich zumindest einen Sitz sparen möchte, kann zum Beispiel auf einen Sitz für Kinder vom Baby- bis zum Kleinkindalter zurück­greifen. In dieser Gruppe bieten zumindest einige Kinder­sitze im Test guten Schutz.

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