Die Norm­gruppen

Auto­kinder­sitze Test

Die Dummy-Familie.

Die Dummy-Familie wartet auf ihren Einsatz: Die Stiftung Warentest untersucht die Größen­anpassung der Kinder­sitze mit verschiedenen Puppen. Live­tests mit Kindern ergänzen den Test.

Ein guter Kinder­sitz fürs Auto muss zu Ihrem Kind passen. Er muss genügend Platz bieten, damit das Kind nicht einge­klemmt wird. Er muss aber auch ausreichend Halt bieten. Die Anbieter teilen die Größe ihrer Sitze in recht komplizierte Norm­gruppen ein. Sie sollen zeigen, für welches Körpergewicht der Kinder­sitz ausgelegt ist. Hinzu kommt die i-Size-Norm, die den Kindern den Sitz nach Körpergröße zuordnet. Viele Kunden verstehen da nur Bahnhof. Wir bringen Ordnung in die Produkt­auswahl.

Welcher Sitz für welches Alter?

Hand aufs Herz: Wissen Sie, wie schwer Ihr Kind gerade ist? Oder wie groß? Leichter zu merken ist das Alter der Kinder. Unsere Grafik erfasst Kinder nach Alter und ordnet das laut Statistik dem Alter entsprechende Gewicht zu – und für die i-Size Norm auch die Körpergröße. Danach sind die Kinder­sitze im Produktfinder sortiert. Die Grafik zeigt, in welcher Produkt­gruppe der passende Sitz zu finden ist. Doch aufgepasst: Die angegebenen Werte sind Mittel­werte. Sie hilft eine passende Vorauswahl zu treffen. Sie sollten Ihr Kind aber unbe­dingt zum Kauf mitnehmen und probesitzen lassen.

Auto­kinder­sitze Test

Kinder­sitze nach Gruppen

Die Norm­gruppen der Hersteller verwirren Sie? Da hilft die folgende Tabelle. Wir haben den pflicht­gemäß angegebenen Norm­gruppen Größe, Alter und Gewicht von Kindern gegen­überge­stellt. Da sich die Kinder in ihrem Wachs­tum nicht nach Normen richten, gilt weiterhin: Probieren Sie den Auto­kinder­sitz unbe­dingt aus.

Für Kinder von ...

Gewicht (etwa)

Alter (etwa)

Größe (etwa)

Norm­gruppen

i-Size

bis 23kg 1

Geburt bis 4 Jahre

40 cm bis 105 cm

Gruppe 0

bis 10kg

Geburt bis 1 Jahr

bis 75 cm

Gruppe I

9 bis18kg

1 bis 4 Jahre

75 cm bis 100 cm

Gruppe II

15 bis 25kg 2

3,5 bis 7 Jahre

bis 1,25 m

Gruppe III

25 bis 36kg 3

7 bis 12 Jahre

bis 1,50 m

Mitwachsende Sitze

Gruppe 0+

bis 13kg

Geburt bis 15 Monate

bis 90 cm

Gruppe 0+/I

bis 18kg

Geburt bis 4 Jahre

bis 100 cm

Gruppe I/II

9 bis 25kg

1 Jahr bis 7 Jahre

72 cm bis 1,25 m

Gruppe I/II/III

9 bis 36kg

1 bis 12 Jahre

75 cm bis 1,50 m

Gruppe II/III

15 bis 36kg

3,5 bis 12 Jahre

95 cm bis 1,50 m

    Größe, Alter und Gewicht. Die Norm­gruppe legt nur das Gewicht fest. Alter und Größe sind Richt­werte. Kinder wachsen unterschiedlich schnell und sie sind im selben Alter auch unterschiedlich schwer.

    Wichtig ist, dass der Kinder­sitz zu Ihrem Kind passt (nicht zur Norm).

    • 1 Die Isofix-Verankerung ist für Belastungen bis 36kg Gesamt­gewicht (Kind plus Sitz) zugelassen. Ist der Sitz leichter, können die Kinder schwerer sein.
    • 2 Reine Gruppe II Sitze sind selten. Alternative: Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II oder II/III.
    • 3 Reine Gruppe III Sitze sind Sitzerhöher ohne Rückenlehne. Sitzerhöher erwiesen sich im Crashtest als mangelhaft. Experten raten ab. Hier fehlt der Schutz beim Seiten­aufprall. Alternative: Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II/III oder II/III.

    Norm­gruppen im Klar­text

    i-Size (aktuell 40 bis maximal 105 Zenti­meter, entspricht etwa Norm­gruppe 0+/I). Wesentliche Unterschiede zu den unten genannten, weiterhin gültigen Norm­gruppen nach ECE 44: Hier erfolgt eine Einteilung nach Körpergröße und nicht nach Gewicht. Kinder bis 15 Monate müssen rück­wärts gerichtet sitzen. Auch für den Schutz beim Seiten­aufprall gibt es Vorschriften. i-Size-Sitze durften ursprüng­lich nur mit dem Einrast­system Isofix befestigt werden. Es gibt mitt­lerweile aber i-Size-Sitze, die sich mit dem Auto­gurt befestigen lassen – für Oldtimer zum Beispiel. Optimal: Es gibt eine ganze Reihe i-Size-zertifizierter Autos. Die sind von Hause aus auf die neue Sitznorm optimiert und bieten selbst­verständlich Isofix-Anker. Tipp: Verbindlich vorgeschrieben ist i-Size nicht. Sie können weiterhin im Produktfinder mit Sehr Gut und Gut bewertete Sitze bedenkenlos kaufen und verwenden i-Size-Sitze in der Datenbank.

    Babyschalen 0+ (bis 13 Kilogramm). Reichen für Klein­kinder bis etwa 15 Monate. In diesem Alter sind die Kinder etwa 76 bis 88 Zenti­meter groß. Tipp: Wählen Sie einen rück­wärts gerichteten Sitz. Ihr Kind fährt darin sicherer. Die Babyschale ist zu klein, wenn der Kopf Ihres Kindes über den oberen Schalenrand ragt.

    Norm­gruppe I (9 bis 18 Kilogramm). Vierjäh­rige sind statistisch zwischen 96 und 112 Zenti­meter groß. In diesem Alter über­schreitet bereits jedes vierte Kind das Gewichts­limit von 18 Kilogramm. Tipp: Kaufen Sie einen mitwachsenden Sitz. Bei diesen Sitzen lassen sich Breite, Höhe und Gurt­verlauf anpassen.

    Norm­gruppe II (15 bis 25 Kilogramm). Sechs­jährige sind zwischen 108 und 127 Zenti­meter groß. Jedes zweite Kind ist in diesem Alter bereits schwerer als 25 Kilogramm. Tipp: Auch in dieser Alters­gruppe helfen mitwachsende Sitze. Verwenden Sie den Sitz aber stets mit Rückenlehne und Kopf­stütze. Nur so fährt Ihr Kind wirk­lich sicher.

    Norm­gruppe III (22 bis 36 Kilogramm). Zwölfjäh­rige sind zwischen 139 und 168 Zenti­meter groß. Kinder ab einer Größe von 1,50 Meter benötigen keinen Kinder­sitz mehr. Sie können den normalen Auto­gurt benutzen. Kinder die kleiner sind, sollten im Auto­kinder­sitz sitzen – auch wenn sie schwerer sind als 36 Kilogramm. Tipp: Optimieren Sie den Gurt­verlauf des Auto­gurts über die obere Verstell­einrichtung. Wichtig: Der Gurt muss über die Schulter laufen. Er darf am Hals nicht einschneiden.

    Mitwachsend – oder für jedes Alter einen?

    Wer sein Neugeborenes aus der Klinik abholt und mit dem Auto nach Hause fährt, dürfte kaum auf die Idee kommen, es in einen Sitz zu legen, in dem es die gesamte Kindheit über fahren kann. Seit kurzem ist so ein Sitz auch auf dem deutschen Markt erhältlich. Der Graco Mile­stone soll von der Geburt bis zum zwölften Lebens­jahr mit dem Kind mitwachsen (Gruppe 0+/I/II/lll). Das klingt zunächst verlockend. In unserem aktuellen Test mussten wir jedoch fest­stellen: Der Universalsitz schützt das Kind nur ausreichend beim Frontalcrash. Es empfiehlt sich also, mindestens zwei Sitze nach­einander anzu­schaffen.

    Kompromisse bei der Hand­habung

    Genereller Nachteil mitwachsender Sitze: Ihr Korpus ist für größere Kinder gebaut. Die Anbieter liefern sogenannte Nest­chen mit, die die Sitz­schale innen verkleinern. Das führt oft zu Abstrichen – nicht nur bei der Sicherheit, sondern auch in der Hand­habung. Die Schalen sind zudem sper­rig und schwer. Wer sie mal eben samt Nach­wuchs aus dem Auto nehmen will, hat wenig Freude damit. Auch deswegen erhielt der All-in-1-Sitz Graco Mile­stone keine gute Note in der Hand­habung. Babyschalen sind deutlich hand­licher und fürs Mitnehmen mit einem Henkel ausgestattet.

    Empfehlung Babyschale

    Meist ist es also die bessere Entscheidung, für Neugeborene zunächst eine Babyschale zu nutzen und auf einen größeren Sitz umzu­steigen, wenn das Kind heraus­gewachsen ist. Größere Sitze sind einfacher zu konstruieren. Sie lassen sich mit wenigen Hand­griffen anpassen: Die Rückenlehne wird in die Länge gezogen und je nach Bauart wird entweder der Fang­körper vor dem Bauch des Kindes oder der Hosen­trägergurt entfernt. Anschließend schnallt sich der Nach­wuchs mit dem Drei­punkt-Fahr­zeuggurt an, bis er entweder 1,50 Meter groß ist oder 12 Jahre alt. Dann darf er ganz ohne Kinder­sitz mitfahren.

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    TestAuto­kinder­sitze22.05.2017
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