So fährt Ihr Kind sicher

Der beste Sitz taugt nichts, wenn Sie ihn aus Bequemlich­keit vergessen oder nicht richtig auf Ihr Kind abstimmen. Beherzigen Sie die folgenden Tipps. Dann fährt Ihr Kind sicher.

Die richtige Richtung

  • Gegen die Fahrt­richtung. Ein Baby ist deutlich besser geschützt, wenn seine Sitz­schale entgegen der Fahrt­richtung montiert ist. Dadurch verringert sich die Last auf Hals und Wirbelsäule bei der häufigsten Unfallart – einem Frontal­aufprall. Experten empfehlen Rück­wärts­sitzen bis zu einem Alter von zwei­einhalb Jahren, mindestens aber, bis das Kind sicher laufen kann. Erst dann können Hals und Nacken auch in Fahrt­richtung einem Aufprall einigermaßen widerstehen.
  • i-Size-Sitze. Während Eltern bei herkömm­lichen Sitzen – mit Ausnahme von Babyschalen – grund­sätzlich frei entscheiden dürfen, ob ihr Kind beim Fahren nach vorn oder hinten blickt, gelten für i-Size-Modelle strengere Regeln: Babys bis zu 15 Monate müssen zwingend entgegen der Fahrt­richtung sitzen. Die Babyschalen sind sogar ausschließ­lich dafür konstruiert.

Bis zu 12 Jahren mit Sitz­hilfe

  • Sitz und Sitz­erhöhung. So wichtig Rück­wärts­sitzen für die Kleinsten ist, so empfehlens­wert ist es, Kinder bis zu zwölf Jahren nicht ohne Kinder­sitz oder Sitz­erhöhung mit Rückenlehne im Auto mitzunehmen. Bis zu diesem Alter ist das Becken noch nicht genügend ausgewachsen. Deshalb kann ein ungünstig verlaufender Fahr­zeuggurt bei einem Unfall zu erheblichen Verletzungen im Unterleib führen. Nur ein präzise über die Beckenknochen geführter Gurt senkt dieses Risiko. Nur mit Rückenlehne wird der Gurt präzise geführt, schützt der Sitz beim Seiten­crash und wird ihr Kind im Schlaf in einer sicheren Position gehalten. Ist ihr Kind mindestens 1,50 Meter groß, können Eltern unbe­sorgt auf eine Sitz­erhöhung verzichten.

Sitz anpassen

  • Kinder­sitz. Schon ein Aufprall im Stadt­verkehr kann tödlich sein. Die Kräfte, die bei einem Unfall mit Tempo 50 wirken, entsprechen etwa einem Sturz aus dem vierten Stock. Schützen Sie Ihr Kind durch einen guten Kinder­sitz. Auch auf kurzen Stre­cken.
  • Kinder­sitz anpassen. Passen Sie den Kinder­sitz auf die Größe Ihres Kindes an. Stellen Sie Gurte, Sitz­breite und Kopf­stütze ein.
  • Kopf­stütze entfernen. Kinder­sitze mit hoher Rückenlehne liegen oft besser am Auto­sitz an, wenn Sie die Auto­kopf­stütze umdrehen oder entfernen.
  • Komplett benutzen. Benutzen Sie den Kinder­sitz immer mit Rücken­teil und Kopf­stütze. Nur so fährt Ihr Kind wirk­lich sicher.
  • Pflicht. Kinder bis zum 12. Lebens­jahr oder bis 1,50 Meter Körpergröße müssen im Auto durch ein Kinder­rück­halte­system geschützt werden. Die Kinder­sitze müssen alters­gerecht und geprüft sein. So schreibt es das Gesetz vor.

Gurte anziehen

  • Gurte anziehen. Achten Sie darauf, dass die Gurte richtig sitzen. Die Hosen­trägergurte des Kinder­sitzes müssen eng am Körper anliegen. Zwischen Kind und Gurt sollte nur eine flache Hand passen. Dicke Jacken besser ausziehen. Rasten Sie das Gurt­schloss richtig ein.
  • Gurte prüfen. Kinder spielen gern am Gurt und am Gurt­schloss. Achten Sie darauf, dass der Gurt richtig sitzt und Ihr Kind ange­schnallt bleibt.
  • Pausen. Selbst gute Kinder­sitze engen ein. Sie müssen einengen, sonst schützen sie bei einem Unfall nicht perfekt. Gönnen Sie Ihrem Kind öfter mal eine Pause, in der es sich bewegen kann und vermeiden Sie unnötig lange Fahrten.

Positiv: Diese Kinder sitzen richtig

Auto­kinder­sitze Test

Diese Kinder fahren gut geschützt: Der Kleine links im Schalensitz mit Hosen­trägergurt. Die große Schwester in einem Kinder­sitz mit hoher Rückenlehne. Achten Sie auf den richtigen Gurt­verlauf: Sauber über die Schulter, nicht auf dem Hals!

Negativ: Hier schlabbert der Gurt

Auto­kinder­sitze Test

Das ist gefähr­lich: Der Gurt sitzt zu locker und läuft über den Arm, nicht über die Schulter. Bei einem Unfall kann das Kind oben durch­rutschen und nach vorne schleudern. Das ist gefähr­lich. Im Extremfall vielleicht sogar tödlich.

Airbag abschalten!

  • Airbag abschalten. Schalten Sie den Beifahrer-Airbag ab, wenn Sie auf dem Vordersitz einen rück­wärts­gerichteten Kinder­sitz montieren. Der Airbag könnte das Kind erschlagen.
  • Airbag anschalten. Schalten Sie den Beifahrer-Airbag sofort wieder an, wenn Sie den rück­wärts­gerichteten Kinder­sitz entfernen. Lassen Sie den Airbag ange­schaltet, wenn Sie einen Kinder­sitz in Fahrt­richtung verwenden. Schieben Sie den Beifahrersitz in diesem Fall möglichst weit nach hinten, damit der Airbag das Kind zwar auffängt, nicht aber mit voller Wucht trifft.

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TestAuto­kinder­sitze22.05.2017
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