Auto­kinder­sitze im Test Test

Im Auto sind Kinder besonders gefährdet. Schon ein Aufprall mit Tempo 30 kann tödlich sein. Ein Auto­kinder­sitz soll schützen – tut das aber nicht immer zuver­lässig: Regel­mäßig fallen bei unseren Tests Kinder­sitze wegen gravierender Sicher­heits­probleme durch. Unsere Daten­bank enthält Test­ergeb­nisse für 442 Kinder­sitze – von sehr gut bis mangelhaft. Davon sind derzeit 236 lieferbar. Das aktuelle Update bringt Test­ergeb­nisse für 23 Kindersitze. Viele davon sind gut – und ein Auto­kinder­sitz kommt sogar mit einem Airbag daher.

Kinder­autositze im Test – erst­mals ein Sitz mit Airbag

Airbags retten Leben. Binnen Milli­sekunden füllen sich die Kunst­stoff­beutel mit Luft – und verhindern, dass der Kopf mit massiver Wucht gegen Scheibe oder Lenk­rad schleudert. Diese Technik gibt es nun auch für Auto­kinder­sitze. Maxi-Cosi Axissfix Air heißt das erste Modell mit Airbag. Es kostet stolze 650 Euro. Die Idee ist brillant: Sensoren in der Sitzhalterung geben das Signal an eine Steuerung. Sie löst den Airbag aus. Luft­säcke schnellen aus den Brust­gurten und bilden ein Kissen vor dem Gesicht des Kindes. Ob das im Test auch alles einwand­frei funk­tionierte, lesen sie nach dem Frei­schalten der Daten­bank.

Im Video: Drei mangelhafte Kinder­sitze – und einer mit Airbag

Das bietet Ihnen unsere Auto­kinder­sitze-Tests

Alle Tests. Unsere Daten­bank enthält Testbe­richte, Preise und Fotos für alle Auto­kinder­sitze, die die Stiftung Warentest seit 2009 getestet hat – nach Alters-, Gewichts- und Größenklassen sortiert und filter­bar. Hier finden Sie Ihren persönlichen Testsieger – den besten und sichersten Kinder­sitz für Ihr Kind: Testergebnisse für 442 Autokindersitze.

Test­ergeb­nisse und Heft­artikel. Die ausführ­lichen Testbe­richte und Test­urteile sind kosten­pflichtig. Für fünf Euro bekommen Sie Zugriff auf die gesamte Daten­bank mit allen Auto­kinder­sitze-Tests – inklusive aller Testberichte aus der Zeitschrift test als PDF.

Kostenlose Informationen. Umfang­reiche Kauf­tipps sowie Angaben zu Preisen und Ausstattungs­merkmale der Sitze in der Daten­bank sind kostenlos. Und Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Auto­kinder­sitze finden Sie im FAQ Autokindersitze.

Aktueller Durch­gang Kinder­sitze-Test – viele sichere Modelle

Erfreulich: Von den den 23 frisch getesteten Sitzen schneiden viele gut ab. Sie bieten hohe Sicherheit bei einem Aufprall von vorn oder von der Seite. Gefähr­lich hingegen kann es im Concord Ultimax i-Size werden. Ultimativ ist bei ihm nur das Verletzungs­risiko. Beim Front­aufprall riss die Gurthalterung aus der Rückenlehne, der Testdummy schleuderte weit nach vorn. Der Concord ist mangelhaft.

Mitunter spielen auch Schad­stoffe eine Rolle

Im Sitz Avionaut Ultra­lite fanden wir das Flamm­schutz­mittel TCPP. Es soll verhindern, dass sich der Stoff bei Feuer zu schnell entzündet. Der Gehalt liegt um ein Vielfaches über dem Grenz­wert für Klein­kinder­spielzeug. Die EU-Kommis­sion hat Bedenken bezüglich einer krebs­erzeugenden Wirkung und den Stoff darin verboten. Im Jané Gravity fanden wir Naph­thalin, das vermutlich krebs­er­regend ist. Wir haben beide Sitze mit mangelhaft bewertet.

Seit 2011 führt die Stiftung Warentest beim Test von Auto­kinder­sitzen auch eine Schadstoffprüfung durch. Die Chemiker fahnden nach folgenden Substanzen: PAK (Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), Phthalate (Weichmacher), Flamm­schutz­mittel, Organozinn­verbindungen, pheno­lische Verbindungen, Farb­stoffe, Form­aldehyd und Metalle. Solche Schad­stoffe gehören nicht in Kinder­sitze. Und doch kommen sie vor. Die meisten Sitze des aktuellen Testdurchgangs gaben sich im Punkt „Schad­stoffe“ allerdings keine Blöße.

Auto­kinder­sitz kaufen – so gehen Sie vor

Wenn Sie Ihr Wunsch­modell in der Test­daten­bank gefunden haben, sollten Sie auf Tour gehen: Schauen Sie sich den Sitz im Fach­handel an. Ausprobieren ist Pflicht. Passt der Sitz in Ihr Fahr­zeug? Prüfen Sie Alternativen. Klicken Sie auch auf die Webseite des Anbieters. Dort finden Sie Dekore sowie Listen mit passenden Auto­modellen für die Kinder­sitze.

Ausprobieren. Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen, bevor Sie einen Auto­kinder­sitz kaufen. Prüfen Sie Pass­form und Komfort. Bauen Sie den Sitz unbe­dingt ins eigene Auto ein. Dabei fallen ganz schnell Probleme auf, wie zu kurze Gurte oder fehlender Einbauplatz. Beim Fachhändler geht das.

Prüfsiegel. Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüf­nummer 03 oder 04. Der orangefarbene Aufkleber garan­tiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist. Sitze der älteren Norm EC 44 01 oder 02 sind seit einigen Jahren verboten. Die i-Size-Kinder­sitze haben auch eine Prüfnorm. Sie sind mit ECE R 129 gekenn­zeichnet. Das ist eine interna­tionale Norm, die mitt­lerweile in mehr als 60 Staaten gilt.

Dekor. Die meisten Kinder­sitze sind in verschiedenen Ausführungen zu haben. Zur Wahl stehen: Farbe, Bezugs­stoff und Dekor. Auch das beein­flusst den Preis. Für die Sicherheit spielt das Dekor keine Rolle: Wählen Sie also, wenn Sie sparen wollen, die billigste Variante eines guten Kinder­sitzes.

Zubehör. Sonnendach, Kopf­stütze, Sitz­verkleinerer und Gurt­polster sind manchmal inklusive. Bei anderen Modellen kostet das Zubehör extra. Fragen Sie nach und kalkulieren Sie den Preis für alle Teile, die Sie brauchen.

Auto­kinder­sitz gebraucht kaufen? Meist keine gute Idee

Zweite Hand. Finger weg von Flohmarkt­käufen. Verwenden Sie gebrauchte Auto­kinder­sitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen. Achten Sie darauf, dass alle Gurte und Polster und – ganz wichtig – die Gebrauchs­anleitung vorhanden sind.

Schrott. Nach einem Unfall sind Auto­kinder­sitze Schrott. Selbst wenn sie äußerlich unver­sehrt sind. Haarrisse im Material können den Sitz unsicher machen. Zerschneiden Sie die Gurte und entsorgen Sie den Sitz via Händler oder Wert­stoff­samm­lung. Beispiel: Die Berliner Stadt­reinigung BSR nimmt Auto­kinder­sitze kostenlos auf ihren Recycling­höfen an.

Sparen. Sparen können Sie auch, wenn Sie einen in Maßen mitwachsenden Kinder­sitz wählen. Modelle für Kinder bis 13 Kilogramm Gewicht etwa vereinen Babyschale und Kinder­sitz für kleine Kinder. Mitwachsende Sitze der Gruppe I/II/III (also von 9 bis 36 Kilogramm Körpergewicht) schützen sogar Kinder von ein bis 12 Jahren. Kaufen Sie aber nur gute Sitze.

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TestAuto­kinder­sitze im Test22.05.2018
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