Autokindersitze Test

Ein Kindersitz kann Leben retten. Im großen Test von Stiftung Warentest, ADAC und Europäischer Kommission: 28 Autokindersitze für alle Alterklassen. Fünf Modelle schützen gut. Vier sind dagegen hochgefährlich. test.de sagt, in welchen Sitzen kleine Passagiere entspannt und sicher reisen.

Lebensgefahr fürs Kind

Die Testkarosse mit dem Kindersitz beschleunigt auf 64 km/h. Dann prallt sie auf das Hindernis. Blitzschnell ziehen die Gurte an. Die Dummys rucken in den Kindersitzen. Hochgeschwindigkeitskameras halten jede Bewegung fest: 1.000 Bilder pro Sekunde. Siebenmal geht die Sache gut. 14 Kindersitze schützen immerhin befriedigend. Ein erfreuliches Ergebnis. Dann die Katastrophe: Beim Chicco Zenith springt das Gurtschloss auf. Direkt beim Aufprall. Der Dummy fliegt völlig ungeschützt nach vorn. Im Ernstfall wäre das wohl tödlich.

Gurtschloss versagt

Auch beim Wavo Fix/Bimbo Fix öffnet sich das Schloss. Es ist das Gleiche wie am Chicco Zenith – nur die Sitze sind verschieden. Doppelt dramatisch: Beide Gurtschlösser klickten beim Anlegen. Ganz so, als wären sie eingerastet. Das täuscht Sicherheit vor. Selbst die test-Ingenieure wurden von den fliegenden Dummys überrascht. Diese Sitze sind hochgefährlich: test-Urteil mangelhaft. Beide Anbieter haben ihre Sitze inzwischen zurückgerufen. Wer bereits einen Chicco Zenith oder einen Wavo Fix gekauft hat, sollte auf Umtausch bestehen.

Viermal mangelhaft

Bedauerlich ist das vor allem beim Wavo Fix, der auch unter dem Namen Bimbo Fix verkauft wird. Dieser Kindersitz ist im Prinzip gut durchdacht. Und er schützt gut – wenn das Gurtschloss hält. Die Gefahr der Fehlbedienung ist aber zu hoch. Schon ein leichtes Verkanten der Gurtlasche im Schloss kann die beschriebenen Folgen haben. Das Schloss klickt zwar beim Anlegen, schließt aber nicht sicher. Auch im Osann Safety Baby Basic und im Graco Cosmic sind die kleinen Mitfahrer nicht ausreichend geschützt. Hier halten zwar die Schlösser, aber die Sitze bieten beim Frontalaufprall zu wenig Schutz. Fazit: Vier von 28 Autokindersitzen im Test bekommen den Stempel „mangelhaft“.

Gute Sitze in allen Größen

Erfreulich dagegen: Es gibt gute Sitze in allen Größen. Und die aktuellen Modelle sind oft besser gepolstert als ältere Kindersitze. Fünf Modelle sind rundum gut, 15 immerhin befriedigend. Besonders interessant sind Kindersitze mit Isofix-Befestigung. Die beiden Fanghaken des Sitzes werden einfach in die passenden Haltebügel des Fahrzeugs geklinkt. Schon ist der Sitz sicher befestigt. Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es doch noch Probleme mit der Verbindung. Nicht jeder Isofix Sitz ist für jeden Isofix-Haltebügel zugelassen. Der getestete Storchenmühle Space hat das Zertifikat für Audi und VW. Der Römer Duo Plus ist für verschiedene Fahrzeuge freigegeben. Die Modelllisten der Sitzhersteller geben Auskunft.

Bester Sitz für kleine Kinder

Bester Sitz für kleine Kinder bis etwa 13 Kilogramm: der Römer Baby Safe Plus. Handhabung, Sitzkomfort, Sicherheit: Hier stimmt alles. Die Babyschale wird entgegen der Fahrtrichtung montiert. Am besten hinten. Das ist besonders sicher. Auch die Montage auf dem Beifahrersitz ist möglich. Dann muss aber der Airbag abgeschaltet sein. Ein explodierender Beifahrerairbag könnte das Kind im Kindersitz förmlich erschlagen.

Der Sitz wächst mit

Zwei bis vier Kindersitze sind nötig, um den kleinen Passagier vom ersten bis zum zwölften Lebensjahr zu schützen. Mitwachsende Sitze ersparen den kompletten Neukauf. Sie lassen sich auf die Gewichtsklassen I, II und III anpassen. Erste Wahl unter den mitwachsenden Sitzen ist der Kiddy Life Plus. Preis: um 200 Euro. Gute Handhabung, gute Polsterung, guter Schutz. Der Sitz taugt für Kinder von etwa 9 Monaten bis 12 Jahren. Ab 12 Jahren – oder einer Körpergröße von 1,50 Meter – reicht dann der Sicherheitsgurt im Auto.

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