Autokauf- und verkauf Meldung

Drei von vier Autos wechseln den Besitzer privat. Die Preise sind günstig: Durchschnittlich 5 680 Euro kosten privat verkaufte Autos. Händler nehmen durchschnittlich 800 Euro mehr für Gebrauchte. Vor allem wegen dieser eingesparten Händlerspanne lohnt sich der Kauf von privat für beide Seiten. Allerdings ist der private Autohandel auch risikoreicher. test.de sagt, worauf Sie als Käufer und Verkäufer achten müssen.

Haftungsausschluss

Private Verkäufer können etwa die Gewährleistung komplett ausschließen: „Der Wagen wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft.“ Schlecht für Käufer: Fast alle späteren Ansprüche des Käufers laufen ins Leere und der Verkäufer haftet nur noch für arglistige Täuschung und für etwaige Zusicherungen. Besser für Käufer: Der Haftungsausschluss bei Klauseln wie „Gekauft wie besichtigt“ greift nur für offensichtliche Mängel. Die kann der Käufer selbst sehen. Versteckte Mängel werden davon nicht erfasst. Risiko für Verkäufer: Schreibt ein privater Verkäufer nichts über den Gewährleistungsausschluss in den Vertrag, greift die gesetzliche Regelung und er muss zwei Jahre für Mängel einstehen.

Verdeckte Schäden

Die Erfahrung zeigt: Streit zwischen Käufer und Verkäufer entsteht meist dann, wenn sich Mängel später am Auto zeigen. Ein privater Verkäufer muss nicht von sich aus auf kleine oder verdeckte Schäden hinweisen. Ebenso wenig muss er auf offensichtliche Mängel hinweisen, die der Käufer ohne weiteres auch selbst bemerken kann: zum Beispiel Kratzer im Lack, klappernde Türen oder Scharniere. Schon aus diesem Grund sollten Kaufinteressenten unbedingt eine Probefahrt machen. Findet der mögliche Käufer dabei Mängel und fragt nach, ob der Verkäufer sie kennt und woher sie kommen, muss der Verkäufer die Wahrheit sagen. Und klar ist: Verkäufer müssen auf jeden Fall darauf hinweisen, wenn ein Auto nicht verkehrstüchtig ist.

Fahrbereit ist fahrbereit

Eindeutig ist der Fall bei nachprüfbaren Fakten. Für alles, was der Verkäufer zusichert, muss er gerade stehen - Gewährleistungsausschluss hin oder her. Wer Klimaanlage, Navigationsgerät, Tempomat oder ein vorschriftsmäßig geführtes Checkheft zusagt, muss auch ein Auto mit diesen Extras liefern. Dasselbe gilt für Baujahr und Kilometerstand. Ob bereits einer der Vorbesitzer am Tacho geschraubt hat, kann ein Laie in der Regel nicht wissen. Wenn der Käufer sicher stellen will, dass der Verkäufer für die Gesamtfahrleistung des Autos haftet, sollte er das ausdrücklich in den Vertrag schreiben. Zum Beispiel, dass der Verkäufer die Tacho-Angabe verbindlich zusichert. Das sollten allerdings nur Verkäufer machen, die ihren Wagen aus erster Hand verkaufen oder die Vorbesitzer gut kennen. Auch der Hinweis „TÜV abgenommen bis ...“ bedeutet nicht, dass der Wagen verkehrssicher ist. Aber wenn „fahrbereit“ zugesichert wird, muss eine sofortige und sichere Benutzung im Straßenverkehr möglich sein.

Dem Versicherer melden

Der Käufer sollte sich vor der Probefahrt vergewissern, dass das Auto versichert ist. Und der Verkäufer sollte darauf bestehen, dass der Käufer das Auto sofort ummeldet. Er sollte sich zusichern lassen, dass der Käufer ihn während der Fahrt zur Zulassungsstelle von Schäden freihält. Für die Ummeldung braucht dieser eine Versicherungsbestätigungskarte von seiner Versicherung. Die bestehende Versicherung bleibt zunächst erhalten, bis der Käufer einen neuen Vertrag abschließt. Deshalb sollten im Kaufvertrag die genaue Uhrzeit und das Datum der Übergabe notiert werden. Zusätzlich muss der Verkäufer den Verkauf der Zulassungsstelle und seinem Versicherer melden - am einfachsten mit einer Kopie des Kaufvertrags.

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