Autokauf im Ausland Meldung

Der Kauf eines Neuwagens in einem anderen EU-Land lohnt sich nach wie vor. Bei einigen Modellen wie dem Ford Mondeo sind die Preisunterschiede beträchtlich. Allerdings gleichen sich die Kfz-Preise in Europa allmählich einander an, wie die EU-Kommission in ihrem aktuellen Bericht feststellt. Teures Deutschland: Hier kosten Autos im Vergleich zu anderen Ländern am meisten.

Preise ziehen sich an

Eigentlich ist das Ziel der Europäischen Kommission eine „fortschreitende Preiskonvergenz in Europa“. Im Idealfall würde es dann einen einheitlichen EU-Netto-Preis für die jeweiligen Modelle geben. Für einen Volkswagen Passat bezahlen dann nach Vorstellung der EU zukünftig Käufer in Deutschland netto etwa genauso viel wie in Griechenland. Preisunterschiede würden dann nur noch durch die länderspezifischen Steuern zustande kommen. EU-Kommissar Mario Monti gesteht aber ein, dass es noch „keine Einheitspreise gibt“. Verbraucher können mit dem Autokauf im Ausland noch immer ein Schnäppchen machen.

Passat in Griechenland

Beispiel Volkswagen Passat: Das Auto ist in Deutschland 39 Prozent teurer als in Griechenland. Das sind bei diesem Wagen aus der „oberen Mittelklasse“ rund 5 000 Euro, mit Mehrwertsteuer sogar bis 5 700 Euro. Dass sich der Preis für den Passat gerade zwischen dem Kauf in Deutschland und in Griechenland so deutlich unterscheidet, ist kein Zufall. Deutschland hat die höchsten Kfz-Netto-Preise in der EU - in Griechenland, Dänemark und Finnland sind die Autos ohne Berücksichtigung der dazu kommenden Steuer am billigsten. Beim Ford Mondeo muss ein Käufer hierzulande sogar 41,3 Prozent mehr zahlen als in Dänemark.

Mit Zug hin und Auto zurück

Der Vergleich von Autopreisen für verschiedene Länder ist einfach, wenn der Käufer dazu das Internet benutzt. Die einzelnen Hersteller zeigen auf ihren internationalen Homepages sogar die Preise für verschiedene Ausstattungsmodelle an. Wer im Ausland den Wagen kauft, muss allerdings eine bürokratische Hürde nehmen. Das Zulassungsamt will viel Papier sehen: Kaufvertrag, Versicherungskarte, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Kraftfahrt-Bundesamt und das „Certificate of Community“. Papierallergiker finden Hilfe bei deutschen EU-Wagenvermittlern, die gegen Provision den Kauf arrangieren.

Tipps

  • Wer einen EU-Wagen kaufen will, sollte sich informieren - etwa mit dem Leitfaden der Europäisches Verbraucherzentrum (EVZ) oder Infos vom ADAC.
  • Ausländische Händler finden Sie im Internet über die Homepages der Hersteller (www.automarke.Länderkürzel).
  • Adressen deutscher freier Importeure finden Sie in den Infodokumenten Autokauf I und Autokauf II.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Wunschauto die deutschen Abgasnormen erfüllt und die Sicherheitsausstattung (ABS, Airbags, Bremsen) dem deutschen Standard entspricht.
  • Sie sollten Wert legen auf die Zusicherung „Neuwagen“ und auf ein korrekt ausgefülltes Serviceheft.
  • Die Reportage „Saubere Geschäfte“ aus Finanztest 04/03 beschreibt ausführlich an einem Beispiel, wie der Kauf eines Neuwagens im Ausland abläuft.

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