Autokauf Meldung

Seit dem Sommer gibt es verstärkt Angebote, die Autokäufer mit besonders hohen Preisnachlässen und Inzahlungnahmeangeboten locken. Wo stecken die Haken?

Seit vor einiger Zeit das Rabattgesetz mit seinen kläglichen Preisnachlässen von drei Prozent gefallen ist, haben sich Neuwagenkäufer längst an mehr gewöhnt. Selbst zehn Prozent genügen als Kaufanreiz inzwischen offenbar nicht mehr. Zeitungsan­zeigen und Fernsehwerbung versprechen Rabatte in nahezu doppelter Höhe. Da gibt es Ausstattungspakete oder Zusatzleistungen im Wert von 3 000 bis 6 000 Euro. Andere bieten für den Altwagen einige Tausender mehr, als er wert ist. Nur damit sich der Kunde für eine neue Limousine entscheidet. Wo ist der Haken?

Auf bessere Zeiten warten

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Peugeot: Dieselkäufer bevorzugen Modelle mit Rußpartikelfilter.

In unsicheren Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und sinkender Realeinkommen steht der Wunsch nach „Deutschlands liebstem Kind“, dem Auto, nicht mehr an erster Stelle. Wer Geld hat, steckt es lieber in die Alterssicherung oder lässt es auf der Bank. Die Folge sind Überproduktionen und riesige Lagerbestände unverkaufter Neuwagen bei den Vertragshändlern. Die bevorstehende Frankfurter Automesse IAA sorgt mit den angekündigten Neuheiten ebenfalls dafür, dass sich potenzielle Autokäufer noch nicht entscheiden wollen. Interessenten von Dieselautos warten auf eine Entscheidung zur Förderung von Modellen mit Rußpartikelfiltern.

Mit Einschränkungen rechnen

Wer nun die Gunst der Stunde nutzen will und sich beim Händler umsieht, stellt schnell fest, dass die Kaufanreize aus den Werbeanzeigen der Tageszeitungen nicht für alle Modelle gelten – zumindest nicht in dieser Höhe. Erste, häufige Einschränkung: Die Schnäppchenpreise gelten nur für Lagerfahrzeuge. Eine Wunschkonfiguration aus Typ, Motor, Farbe und Extraausstattung fällt also weg. Die verfügbaren Modelle sind aber zum Teil mit teuren Extras versehen, die man sonst vielleicht nicht bestellen würde.

Die falsche Farbe jedoch kann dazu führen, dass der spätere Wiederverkauf erschwert wird und zu Preisabschlägen führt. Erst recht gilt das für fehlende wichtige Ausstattungsmerkmale: Klimaanlagen werden inzwischen schon in der Kleinwagenklasse erwartet. Und wer jetzt noch ein Dieselauto ohne Rußpartikelfilter kauft, kann nur durch eine Nachrüstlösung den drohenden Fahrverboten und Einbußen beim Verkaufserlös entgegenwirken.

Tipp: Wenn Sie den Autohändler überzeugen können, als Kaufanreiz noch kostenlos einen Rußpartikelfilter einzubauen, haben Sie davon allemal mehr als von einem Satz blanker Alufelgen.

Geschickt Vorteile aushandeln

Wer im Fahrzeugbestand ein Auto findet, das weitgehend seinen Wünschen entspricht, hat neben dem günstigen Preis den Vorteil, dass es ohne lange Lieferzeit zugelassen und ausgeliefert werden kann. Ob der Händler auch für ein Auto „ab Lager“ noch die bei Neuwagen üblichen und viel kritisierten Überführungskosten in Rechnung stellt, sollte man unbedingt ansprechen – schließlich geht es hier um einige Hundert Euro. Weniger teuer, aber auch ein Verhandlungsthema sind die Zulassungskosten.

Wird ein Auto zum Beispiel mit einem Nachlass von 3  000 Euro beworben, so bedeutet das nicht, dass dieser Betrag vom Basispreis abgezogen wird. Der Preisvorteil entsteht vielmehr durch die Zugabe von Ausstattung (zum Beispiel ESP, Klimaanlage, CD-Audiosystem) und sonstigen Leistungen (gebührenfreie Kreditkarte und Mitgliedschaft in einem Autoclub für ein Jahr). Hier ist also zu prüfen, ob es sich um sinnvolle Zugaben handelt.

Bis zu 6 000 Euro Nachlass gab es im Sommer bei einem Hersteller von Cabrios. Das wiederlegt die These, offene Autos besser im Winter zu kaufen, weil sie dann billiger wären. Die Preisangleichung ist sicher auch eine Folge der ganzjahrestauglichen Blechklappdächer. Wer die Werbung genauer las, fand auch hier wieder den Hinweis, das Angebot gelte nur für die sofort verfügbaren Autos, deren Menge auf 100 Stück begrenzt war. Um den Käufern Beine zu machen, war die Aktion zudem auf zwei Wochen begrenzt.

Wie viel man wirklich spart, hängt von Modell und Ausstattung ab. Der Zusatz „bis zu“ vor dem möglichen Preisvorteil von 6  000 Euro erfordert konkretes Nachrechnen. Unter den Angeboten befanden sich zudem auch Geschäftswagen, die bereits eine kurze Zeit zugelassen waren. Die Kurz- oder Tageszulassung ist eine häufig genutzte Möglichkeit, einen günstigen Verkaufspreis weit unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung des Autoherstellers zu kalkulieren. Diese Autos gelten nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Az.VIII ZR 109/04) noch als Neuwagen. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass ein Interessent beim späteren Wiederverkauf die zusätzliche Haltereintragung im Fahrzeugbrief zum Anlass nimmt, den Preis zu drücken.

Mit Auslaufmodellen sparen

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Auslaufmodelle ohne Nachfolger: Bald schon ge­suchte Klassiker? Audi A2, Ford Streetka, Smart Roadster.

Größere Abschläge vom Listenpreis darf der Käufer bei Auslaufmodellen erwarten. Der Preisnachlass hängt auch davon ab, ob sich das meist lange vor der Markteinführung in der Fachpresse gezeigte Nachfolgemodell grundlegend vom Vorläufer unterscheidet oder ob nur ein mildes Facelift zu erwarten ist. Zu beachten ist bei solchen Schnäppchen: Der Verkaufserlös wird nach einiger Zeit geringer sein als beim kaum jüngeren Nachfolgemodell. Wer seine Autos in kürzeren Abständen wechselt, hat meist auch ein Interesse daran, stets das aktuelle Modell zu fahren. Autokäufer, die ihre Mobile bis zum bitteren Ende fahren, brauchen sich naturgemäß um den Wertverlust nicht zu kümmern.

Die preiswerteren Auslaufmodelle gelten als ausgereift, entsprechen aber in der Regel nicht dem neuesten Stand der Technik. Die umweltfreundliche Schadstoffklasse Euro 4 zum Beispiel setzt sich erst bei den neueren Typen durch und der bereits angesprochene Rußpartikelfilter für Dieselautos findet nur ganz allmählich Eingang in die Serie – wenn man vom Vorreiter Peugeot einmal absieht, der seinen Dieselmodellen schon seit einiger Zeit aufpreisfreie Filter ab Werk einsetzt.

Finanzierung, Inzahlungnahme

Eine weitere Strategie zur Absatzförde­rung von Neuwagen sind extrem günsti­ge Finanzierungsangebote der Autoan­bieter. Effektive Jahreszinssätze unter einem Prozent – da kann die Bank nicht mithalten. Der Haken: Auf einen so günstig finanzierten Wagen gibt es keine oder kaum Rabatte. Wer sich das Geld von der Hausbank oder vom Sparkonto holt, das ohnehin kaum noch Zinsen bringt, hat als Barzahler beim Autokauf die deutlich bessere Verhandlungsposition.

Ähnlich verhält es sich mit der Inzahlungnahme des Altwagens. Wegen der hohen Lagerbestände und des schleppenden Abverkaufs nehmen die Verkäufer das Altauto äußerst ungern in Zahlung. Vor allem auf junge Gebrauchte bieten sie oft deutlich weniger als den tatsächlichen Marktwert, den der Autobesitzer beim Verkauf an privat erzielen könnte.

Tipp: Eine test-Analyse über den aktuellen Marktwert Ihres Gebrauchtwagens erstellen wir für 16 Euro.

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