Längst gilt nicht mehr nur bei Gebrauchtwagen: Alles Verhandlungssache. Auch bei Neuwagen ist fast immer ein Preisnachlass drin. Ganz selten nur lässt der Verkäufer gar nicht mit sich reden. Zehn Prozent Rabatt sind oft erreichbar und im Einzelfall ist auch noch mehr Preissenkung möglich. Weitere Möglichkeiten bietet die Finanzierung: Über Autobanken sind zuweilen rekordverdächtig günstige Zinsen zu haben. Von Fall zu Fall erstaunlich günstig: Die so genannte 3-Wege-Finanzierung. Nach der vereinbarten Vertragslaufzeit hat der Autofahrer die Wahl: Zahlung des Restkaufpreises in bar, Finanzierung über Kredit oder Rückgabe des Wagens. Auch Leasing kann ein preiswerter Weg zum Auto sein. Finanztest sagt, wie Sie am günstigsten in Fahrt kommen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Autokauf

Preisfrage im Vordergrund

Ein satter Preisnachlass ist längst nicht mehr nur beim Barkauf, sondern auch bei allen anderen Finanzierungsvarianten drin. Jeder Autokäufer sollte beim Händler über den Preis verhandeln und sich nach Möglichkeit auch unterschiedliche Angebote machen lassen. Fünf bis acht Prozent Barzahlerrabatt sind nach Ansicht von Experten mindestens drin. Im Einzelfall und besonders bei wenig gefragten Modellen kann noch viel mehr möglich sein. Möglicherweise lässt ein Händler sich ja statt auf weiteren Nachlass zumindest noch auf Extra-Zubehör ohne Aufpreis ein.

Freie Wahl beim Finanzieren

Bei der Finanzierung hat der Autokäufer erneut die Wahl: Außer Barzahlung sind Kredit-, Leasing- oder 3-Wege-Finanzierung möglich. Bei der Kreditfinanzierung kann der Kunde zwischen seiner Hausbank, anderen Geldinstituten oder der Autobank des Herstellers wählen. Letztere hat häufig die günstigsten Konditionen. Grund: Hersteller und Händler subventionieren den Kredit, um den Auto-Verkauf anzukurbeln. Nachteil: Rabatte auf den Listenpreis des Wunschautos sind nur noch eingeschränkt zu haben. Anders der Weg über die Hausbank: Wer hier seinen Kredit aufnimmt, muss zwar einen höheren – den marktüblichen – Zinssatz zahlen. Er kann jedoch als Barzahler wieder mit dem Händler um den Kaufpreis feilschen.

Leasing lockt mit niedrigen Raten

Beim Leasingvertrag erwirbt der Kunde nur ein Nutzungsrecht für das Auto über eine bestimmte Zeit. Verlockend sind die im Vergleich zum Kredit recht geringen Monatsraten. Zu berücksichtigen allerdings: Der vorzeitige Ausstieg aus einem Leasingvertrag ist meist teuer und auch nur im gegenseitigen Einvernehmen möglich. Vorteil für Gewerbetreibende: Sie können Sonderzahlung und Leasingraten beim Finanzamt geltend machen und so Steuern sparen. Privatleute jedoch haben diese Möglichkeit nicht.

Viel Flexibilität für wenig Aufpreis

Jüngster Kandidat im Rennen um die Gunst der Autokäufer ist die 3-Wege-Finanzierung. VW hats unter der Bezeichnung „Autocredit“ als erstes angeboten. Inzwischen gibts solche Finanzierung bei jeder Autobank und für fast alle Automodelle. Typisch ist: Am Ende der Laufzeit ist eine hohe Schlussrate fällig. Entweder das Geld ist da oder ein Anschlusskredit muss her. Dritte Variante: Der Kunde gibt das Auto zurück.

Kredit mit Rendite

Unter Umständen kann die Finanzierung günstiger sein als der Barkauf. Wer sein Geld günstig angelegt oder die Möglichkeit dazu hat, schneidet beim Autokauf auf Pump besser ab, wenn die Anlagerendite höher ist als der effektive Kreditzins. Beim Vergleich konkreter Angebote hilft der FINANZtest-Excelrechner Autofinanzierung. Er ermittelt dazu jeweils den so genannten Gegenwartswert. Finanztest rechnet zukünftige Zahlungen mit 5 Prozent auf die Gegenwart herunter. Diese Abzinsung mit einem Mischzins berücksichtigt einerseits die Erträge, die die Anlage noch nicht benötigten Kapitals bringt, und andererseits die Zinsen, die für einen möglichen Kredit zu zahlen wären. Der Excelrechner ermöglicht außerdem die Berücksichtigung individueller Zinssätze.

Berechnung im Einzelfall: FINANZtest-Excelrechner Autofinanzierung

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