Autokauf Meldung

Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfilter taugen nicht für den stetigen Kurzstreckenbetrieb. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) festgestellt und damit den Streit eines Autokäufers mit dem Hersteller Opel gegen den Kunden entschieden.

Der Mann hatte sich einen Opel Zafira 1.9 CTDI zugelegt und festgestellt, dass der Wagen Scherereien machte, wenn er vornehmlich im Kurzstreckenbetrieb unterwegs war. Er reklamierte, wurde abgewiesen und bekam vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart zunächst recht. Der Wagen sei mangelhaft, weil er sich nicht „für die übliche Verwendung eigne“, die ein Käufer erwarten dürfe, meinte das OLG.

Der BGH sah das anders. Ob ein Kunde mit durchschnittlichem technischen Sachverstand so etwas ahnen könne, spiele keine Rolle. Da alle modernen ­Diesel mit Partikelfilter nur mit Einschränkungen im Kurzstreckenbetrieb fahren könnten, die Eigenschaft also üblich sei, komme es nicht auf die Kundenerwartung an (Az. VIII ZR 160/08).

Tipp: Auf Nachfrage hat Opel erklärt, dass alle 10 Motorlaufstunden sogenannte Regenerationsfahrten nötig werden, wenn 80 Prozent aller Fahrten we­niger als 15 Minuten dauern oder kürzer als 5 Kilometer sind. Dann muss der Fahrer in der Regel noch 10 Minuten weiter fahren, idealerweise im Drehzahlbereich von 2000 rpm. Im Stadtverkehr könne so eine Fahrt bis zu 25 Minuten dauern. Sie dient dazu, Verstopfungen des Partikelfilters zu vermeiden.

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