Komplett­angebote: Gute Lösung für bequeme Auto­käufer

Auto­händler verkaufen nicht nur Autos, Kredite und Versicherungen, sondern noch viele weitere Leistungen: „Verkaufs­schlager sind in den letzten Jahren Mobilitäts­pakete der Auto­banken“, sagt Michael Reinhart, Sprecher des Arbeits­kreises der Banken und Leasinggesell­schaften der Auto­mobil­wirt­schaft (AKA).

Die Idee hinter den Komplett­paketen: Der Kunde über­weist monatlich oder jähr­lich einen Betrag, der die Kosten für Wartung, Reparaturen oder eine umfassende Pannen­hilfe abdeckt.

Mehr als die Hälfte aller Kauf­interes­senten würden für integrierte Wartungs- und Reparatur­leistungen, Sonder­ausstattungen und Garan­tieverlängerungen auch ihre Rabatt­erwartungen relati­vieren, berichtet Reinhart.

Entspannt für 205 Euro im Jahr

Die Renault Bank nennt ihr Paket Renault Relax und berechnet für den Twingo 205 Euro im Jahr. Wer sein Auto über vier Jahre finanziert, muss dann zusätzlich zur Finanzierung insgesamt 820 Euro bezahlen. Dafür muss er in dieser Zeit nichts mehr für eine verlängerte Garantie, für die Inspektion und Reparaturen auf den Tisch legen.

Die Mercedes Bank berechnet für das Komplett­service-Paket pro Jahr rund 676 Euro für den C 180. Darin enthalten sind Reparaturen und Wartungs­kosten sowie Schutz­brief­leistungen.

Pakete für alle Auto­modelle

In der aktuellen Finanztest-Unter­suchung haben fast alle Auto­banken solche Pakete mit Zusatz­leistung im Angebot, nur die Herstel­lerbanken von BMW und Opel nicht.

Die Santander Consumer Bank ist die einzige herstel­ler­unabhängige Bank in unserem Test, die Leistungs­pakete für alle Modelle verkauft. Die Bestand­teile sind vom Händler meist vorgegeben. Manchmal kann der Kunde sich aber auch einzelne Bausteine zusammen­stellen.

Ob der Preis für das Paket gerecht­fertigt ist oder nicht, lässt sich nicht auf den ersten Blick erkennen. Dazu sind die Inhalte zu verschieden und auch die Kalkulation der Anbieter.

Die Werbung lässt Kunden manchmal glauben, dass damit alle Neben­kosten abge­deckt sind. Dabei sind die Kfz-Haft­pflicht- und die Kasko­versicherung im Paket nicht immer dabei. Meist macht der Händler ein Angebot dafür, der Preis kommt aber noch zum Paket­preis dazu, ebenso wie Steuern, eventuelle Über­führungs- und Zulassungs­kosten sowie Winterreifen.

Der Vorteil der Komplett­pakete für den Auto­händler liegt auf der Hand: Er bindet den Kunden zumindest für die Zeit der Finanzierung fest an sich. Reparaturen müssen in seiner Werk­statt gemacht werden und die Pannen­hilfe kommt auch von ihm und nicht von einem Verkehrs­club.

Wir zeigen für drei Neuwagen, wie unterschiedlich Preis und Leistung der Komplett­angebote sein können. Die zugrunde liegenden Angaben der Hersteller beziehen sich auf das jeweilige Auto­modell und sind gerundet.

Ford Flatrate

Jahres­beitrag: 143 Euro (Ford Fiesta, 60 kW)
Leistungen: Inspektion; Garan­tieverlängerung; Auto­schutz­brief­leistungen

Toyota komplett

Beitrag: 457 Euro für drei Services über 48 Monate, Anschluss- und Mobilitäts­garantie (Toyota Prius Hybrid, 73 kW)
Leistungen: Inspektion; Garan­tieverlängerung; Auto­schutz­brief­leistungen

Peugeot Spar & Sicher-Finanzierung

Jahres­beitrag: 933 Euro (Peugeot 207, 70 kW)
Leistungen: Garan­tieverlängerung; Rest­schuld­versicherung sowie Haft­pflicht- und Voll­kasko-Versicherung, Schutz bei Totalschaden und Diebstahl

Fazit: Komplett­pakete sind eine gute Lösung für bequeme Auto­fahrer, die für ihre Mobilität lieber einen Pauschal­preis zahlen. Manchmal ist das komplette Paket sogar güns­tiger als der Kauf der einzelnen Leistungen.

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