Auto­kauf Test

Für Neuwagen und gebrauchte Autos gibt es in unserem Test sehr güns­tige Finanzierungs­angebote. Barzahlen lohnt sich deshalb kaum.

Nur noch 20 Prozent der Auto­käufer legt den Kauf­preis bar auf den Tisch des Auto­händ­lers. Das geht aus einer aktuellen Studie der Markt­forschung BBE Retail Experts hervor. Die Mehr­heit nimmt einen Kredit auf, weil es oft kaum teurer ist zu finanzieren als bar zu zahlen und manchmal sogar güns­tiger.

Der Kauf­preis für den Opel Corsa in unserem Test beträgt 14 050 Euro. Die güns­tigste Finanzierung über vier Jahre mit einem klassischen Raten­kredit kommt den Käufer nur rund 200 Euro teurer. Das haben wir über den „Gegen­warts­wert“ der Zahlungen für den Kredit berechnet. Dieser Wert liegt in unserer Modell­annahme bei 14 244 Euro.

Der Gegen­warts­wert macht Finanzierungs­angebote mit der Barzahlung vergleich­bar. Er gibt den heutigen Wert der künftigen Zahlungen an und berück­sichtigt, dass eine erst in einigen Jahren fällige Rate derzeit einen geringeren Wert hat, als ein heute in gleicher Höhe fälliger Betrag.

Wählt der Käufer statt des klassischen Raten­kredits die güns­tigste Drei-Wege-Finanzierung, beträgt der Gegen­warts­wert 14 319 Euro.

Auto­kauf Test

Bei der Drei-Wege-Finanzierung zahlt der Kunde einen Teil des Kauf­preises an und begleicht üblicher­weise drei oder vier Jahre lang eine Monats­rate. Danach entscheidet er sich zwischen drei Wegen: Entweder er bezahlt die restliche Kreditsumme auf einmal und der Wagen ist dann sein Eigentum oder er finanziert weiter. Er kann den Wagen aber auch zurück­geben (siehe Infografik).

Erst­mals haben wir in unserem Test auch die Kosten der Finanzierung von Gebraucht­wagen geprüft. Für sie bieten die Auto­händler oft nur klassische Raten­kredite an. Doch wie für Neuwagen gibt es auch für sie sehr güns­tige Angebote.

Für den gebrauchten Peugeot 407 veranschlagt der Händler einen Kauf­preis von 14 000 Euro. Der güns­tigste Kredit im Test kommt auf einen Gegen­warts­wert von 14 301 Euro.

Rabatte gibt es für jeden

Egal ob ein Auto­käufer bar bezahlt oder in Raten, fast immer bekommt er Rabatt. Die meisten Händler bieten Abschläge vom Listen­preis – in Geld oder durch zusätzliche Sach­leistungen – heut­zutage von sich aus an, spätestens aber auf Nach­frage.

Händler und Hersteller geben noch immer reichlich Nach­lass, obwohl im Januar 2011 mehr Autos als im Jahr zuvor verkauft wurden. Die Zeit­schrift „Auto Motor Sport“ beispiels­weise ermittelte zu Beginn des Jahres eine Preis­ersparnis von durch­schnitt­lich rund 18 Prozent für Neuwagen, berechnet auf Basis der gängigsten 100 Modelle in Deutsch­land.

Auto­experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen stellte fest, dass manche Käufer sogar 30 Prozent Rabatt bekommen.

Mehrere güns­tige Finanzierungs­wege

Ist der Rabatt geklärt, kommt es darauf an, unter den Finanzierungs­angeboten das güns­tigste zu finden. Dabei geht es leicht um 1 000 bis 2 000 Euro. Das hat unser Vergleich von 14 Anbietern für neun Neuwagen und neun gebrauchte Modelle ergeben.

Für einen Neuwagen machten die Herstel­lerbanken meist das beste Angebot. Für den klassischen Raten­kredit hatten sie bei sechs Modellen die Nase vorn, für die Drei-Wege-Finanzierung sogar für acht Autos.

So sparen Käufer des VW Golf VI aus unserem Test rund 2 000 Euro, wenn sie das Auto über die Drei-Wege-Finanzierung der Volks­wagen Bank bezahlen statt über die BDK.

Für unsere Gebrauchten mit Baujahr 2007 machte im Test häufig die ING-Diba das beste Angebot. Sie bietet Kredite für den Auto­kauf unabhängig vom Modell zu güns­tigen Zinsen an. Herstel­lerbanken unterstützen dagegen eher den Neuwagen­absatz.

Sowohl für Neuwagen als auch für Gebraucht­wagen gibt es im Test auch von freien Auto­banken sehr gute Angebote. So hat die ING-Diba eine um rund 750 Euro güns­tigere klassische Finanzierung für das 1er Modell von BMW als die Herstel­lerbank.

Finanzierung besser als Barzahlung

Neuwagenkäufer kommen mit der besten Finanzierung im Test oft sogar billiger weg als mit der Barzahlung. Das ist dann der Fall, wenn sie für ihr Gespartes einen besseren Zins bekommen, als sie für den Auto­kredit bezahlen müssen. Nur bei den Gebrauchten gab es diesen Fall in unserem Test nicht.

Beispiel Mercedes C 180: Die Mercedes-Benz Bank bietet den Raten­kredit für 1,25 Prozent an. Das ergibt einen Gegen­warts­wert von gut 30 870 Euro. Er liegt rund 1 350 Euro unter dem Kauf­preis. Die Drei-Wege-Finanzierung für das Modell ist noch einmal gut 630 Euro güns­tiger.

Kfz- und Rest­schuld­versicherung

Wer ein Auto kauft, muss eine Haft­pflicht­versicherung abschließen, wer das Auto finanziert, auch eine Voll­kasko­versicherung. Oft machen die Auto­händler auch dafür Angebote, denn jeder Hersteller hat einen Versicherungs­partner. Sein Angebot ist aber nicht zwangs­läufig das beste.

Da der Preis einer Auto­versicherung sehr von den Merkmalen des einzelnen Kunden abhängt, haben wir für einen Modell­kunden den Beitrag für die Haft­pflicht- und die Voll­kasko­versicherung abge­fragt. Für unseren VW Golf VI veranschlagte die Versicherung des VW-Händ­lers 978 Euro pro Jahr. Bei einer Versicherung mit ähnlichen Leistungen, aber ohne Rabatt­schutz aus unserer Computeranalyse würde die Police 838 Euro pro Jahr kosten.

Trotzdem ist das Angebot des VW-Händ­lers nicht schlecht. Denn manche andere Versicherer verlangen zwischen 1 300 und 1 400 Euro pro Jahr.

Häufiger Plus­punkt der Händ­ler­angebote: Ihre Versicherungs­angebote enthalten einen Rabatt­schutz, so auch das des VW-Händ­lers. Wer einen Schaden geltend macht, wird nicht zurück­gestuft. Das gilt aber nur, solange der Kunde bei diesem Versicherer bleibt. Wechselt er zu einem anderen Anbieter, wird er so einge­stuft, als wenn es den Rabatt­schutz nie gegeben hätte.

Alle von uns befragten Anbieter machen auf Wunsch auch ein Angebot für eine Rest­schuld­versicherung. Sie springt ein, wenn der Versicherte seinen Kredit nicht zurück­zahlen kann. Es ist eine Absicherung für den Todes­fall. Selten und dann oft nur zeitlich begrenzt zahlt sie im Fall von Arbeits­unfähigkeit oder Arbeits­losig­keit.

Die Versicherung macht die Auto­finanzierung teurer. Kunden sollten sich ausdrück­lich ein Angebot mit und ohne Rest­schuld­versicherung geben lassen. Die meisten brauchen die Versicherung nicht.

Clevere Auto­käufer sparen mehr­fach: Sie handeln einen hohen Rabatt aus, sparen durch die güns­tigste Finanzierung und Versicherung einige tausend Euro und verzichten auf unnötige Zusatz­policen.

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