Autokauf Meldung

Beim Kauf eines Neuwagens hilft nicht nur ein Preisvergleich: Auch mit der richtigen Finanzierung lässt sich viel Geld sparen.

Wie finanziere ich das neue Auto am cleversten? Mehr denn je lohnt es sich für Autokäufer zu rechnen, was günstiger ist: Barzahlung, Leasing oder Kredit.

Besser könnte die Lage für Autokäu­fer kaum sein. Verzweifelt unterbieten die Händler sich mit Rabatten. Einer übernimmt die Kfz-Steuer, der andere zahlt für den Gebrauchten Tausende Euro über Listenpreis, beim nächsten gibt es die Versicherung dazu und ein paar Türen weiter einige Hundert Liter Sprit.

Der Handel stöhnt, weil immer weniger Kunden kommen. Obwohl private Pkw mittlerweile im Durchschnitt acht Jahre alt sind, war die Zahl der Neuwagenkäufer im letzten Jahr erneut rückläufig. Und wer doch kaufen möchte, fragt nach Jahreswagen oder Tageszulassungen, denn da lässt sich deutlich sparen. Das gilt auch fürs Bezahlen. Längst sind die bisher klaren Regeln nicht mehr so ohne weiteres gültig. Barzahlung ist nicht in jedem Fall am günstigsten. Und Leasing schlägt heute mitunter den Bankkredit und sogar Barkauf.

Beispiel: Ein VW-Golf zu 16 250 Euro Listenpreis würde mit einem Kredit von der Volkswagenbank nur 16 045 Euro kosten, bei Sixt-Leasing sogar nur 15 348 Euro.

Nicht berücksichtigt sind dabei eventuelle Rabatte, die der Neuwagenkäufer beim Händler erzielen kann.

Außerdem gehen wir bei diesen Zahlen vom Gegenwartswert aus. Das bedeutet: Wir haben nicht einfach alle Anzahlungen, Sonderzahlungen und Monatsraten addiert. Wir haben stattdessen Zahlungen, die in der Zukunft erfolgen, mit einem Mischzins von 5 Prozent auf ihren heutigen Wert abgezinst. Denn wegen der Geldentwertung ist ein Euro in drei Jahren nicht mehr so viel wert wie heute. Um einen Vergleich zu ermöglichen, unterstellt die Rechnung beim Leasing, dass der Kunde am Vertragsende den Wagen kauft.

Barzahlung

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Das neue Auto sofort zu bezahlen, verliert an Attraktivität. Der Anteil der Barzahler fiel laut einer Aral-Studie von 64 Prozent im Jahr 2003 auf 49 Prozent 2005. Dabei sind hohe Rabatte drin: „5 bis 8 Prozent mindestens bei jedem Autohändler“, schätzt der Gelsenkirchener Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Mit Zugaben wie Winterreifen oder Fußmatten liege der Durchschnittsrabatt bei etwa 14 Prozent. Aber auch wer über die Autobank finanziert oder least, kann Preisnachlässe aushandeln.

Kredit

Viele Banken am freien Markt bieten superniedrige Zinsen für Autokredite. Während die BMW-Bank 6,99 Prozent verlangt, finanziert die BDK (Bank Deutsches Kfz-Gewerbe) den Kauf eines BMW 320d schon für durchschnittlich 4,90 Prozent. Deren Konditionen sind händlerabhängig, je nachdem in welche Niederlassung der Kunde geht.

Da kann sich der Gang zu einer unabhängigen Bank selbst dann lohnen, wenn der Zins dort höher ist. Erstens kann der Kunde dann im Laden als Barzahler Rabatte aushandeln. Zweitens gelten die Superzinsen der Autobanken oft nur für Auslaufmodelle. Der Käufer muss dann mit einem höheren Wertverlust rechnen.

Oft sind diese Finanzierungsangebote auch zeitlich begrenzt oder gelten nur für kurze Vertragslaufzeiten. Dann muss der Kunde eine hohe Anzahlung sowie eine hohe Schlussrate leisten. Die eigentliche Kreditsumme fällt eher niedrig aus, sodass der optisch so günstige Zins in der Praxis kaum noch zum Tragen kommt.

Leasing

Ein zugkräftiges Argument für Leasing sind die im Vergleich zur Kreditfinanzierung viel niedrigeren Raten. So kostet ein Renault-Scenic bei Sixt-Leasing 98 Euro monatlich, bei 3 920 Euro Anzahlung. Eine Finanzierung – etwa über die ING-Diba – mit gleicher Anzahlung würde 462 Euro kosten. Aber bei der Finanzierung ist der Kunde nach drei Jahren Besitzer des Wagens, beim Leasing steht er ohne Auto da. Wer least, wird nicht Eigentümer, sondern mietet nur – daher die niedrigen Raten. Vernünftigerweise muss der Autofahrer parallel Geld zur Seite legen, um nach Vertragsende die Anzahlung für einen neuen Vertrag aufbringen zu können – und dann sind die Leasingkosten gar nicht mehr so niedrig.

Problematisch ist oft auch die Rückgabe des geleasten Autos. Manche Firma verlangt Nachzahlungen, weil der Wagen angeblich nicht in einem vertragsgemäßen Zustand sei. Selbst normalen Verschleiß wie kleine Kratzer im Lack oder Gebrauchsspuren an den Polstern werten sie als Sachmangel. Weiterer Nachteil: Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Leasingvertrag ist meist unmöglich.

Dem stehen aber Vorteile gegen­über. So kann der Kunde beim Leasing alle paar Jahre Auto und Marke wechseln. Er fährt ständig das neueste Modell, das spritsparender und komfortabler ist als ein älterer Gebrauchter. Und Selbstständige können die Leasingraten steuerlich absetzen.

Leasing gibt es in zwei Varianten:

Restwertverträge: Hier wird schon bei Vertragsabschluss festgelegt, welchen Wert das Auto bei der Rückgabe noch haben wird. Liegt der Marktwert dann niedriger, muss der Kunde nachzahlen. Bringt der Wagen mehr, bekommt er eine Erstattung. Einige Anbieter setzen den Restwert gern hoch an. Dann sind zwar günstige Raten möglich. Aber am Vertragsende erwartet den Autofahrer meist eine Nachzahlung.

Kilometerleasing: Das ist die bessere Variante. Hier darf der Kunde nur eine festgelegte Kilometerzahl fahren. Jede Überschreitung muss er bezahlen, und zwar meist mit einem besonders hohen Kilometerpreis. Fährt er weniger, wird Geld erstattet. Achten Sie darauf, dass der Vertrag tatsächlich eine Entschädigung vorsieht. Und: Die Erstattung sollte nicht niedriger sein als der Preis für Mehrkilometer.

Drei-Wege-Finanzierung

Diese noch relativ neue Finanzierungsart macht heute den größten Teil der Kfz-Kredite aus. Sie läuft unter verschiedenen Namen: bei BMW „Select“, bei Mercedes „Plus 3“, bei Opel „SmartBuy“, bei Ford „Auswahl-Finanzierung“.

Das Prinzip ist immer gleich: Der Kunde leistet bei Vertragsbeginn eine Anzahlung. Die monatlichen Raten sind oft nur etwas höher als beim Leasing. Am Ende der Laufzeit von meist drei Jahren kann er wählen: Er kann das Auto mit einer Schlussrate – in etwa der Restwert – kaufen, er kann es mit einem Anschlusskredit weiter finanzieren oder wie beim Leasing zurückgeben. Für den Kauf muss er aber tief in die Tasche greifen: Die Schlussrate beträgt meist um die 50 Prozent des Kaufpreises. Entscheidet der Kunde sich stattdessen für einen weiteren Kredit, muss er damit rechnen, dass das Zinsniveau bis dahin gestiegen ist und höhere Raten fällig werden.

Die Entscheidungsfreiheit, die diese Finanzierung bietet, kostet kaum Aufpreis. In einigen Fällen ist die Drei-Wege-Finanzierung sogar günstiger als Barkauf zum Listenpreis, Kredit oder Leasing.

Kostenloser Rechner

Welche Variante die cleverste ist, zeigt nur ein finanzmathematischer Vergleich zum Gegenwartswert. So gewappnet, können Sie beim Autohändler nicht nur den besten Preis aushandeln, sondern auch beim Bezahlen einige Hundert Euro sparen: Die günstigste Finanzierung

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