Autoimporte Meldung

Bis zu einem Drittel billiger ist ein Auto, das aus einem EU-Mitgliedsland nach Deutschland importiert wird.

Etwa jedes fünfte der 3,5 Millionen in Deutschland neu zugelassenen Autos hat bereits eine Reise durch Europa hinter sich. Es sind die rund 700.000 so genannten Re-Importe. Das sind fürs Ausland produzierte und nach Deutschland eingeführte Autos.

"Für den Verbraucher sind diese Kfz so attraktiv, weil sie etwa 20 Prozent preiswerter sind als ein vergleichbares Auto eines deutschen Vertragshändlers", sagt Theo Breitgoff, Vorsitzender des Bundesverbands freier Kfz-Importeure. Eine Untersuchung der Zeitschrift test Anfang 2000 ergab bei Mittelklassemodellen sogar Preise, die mehr als 10.000 Mark unter den Listenpreisen deutscher Vertragshändler lagen und damit fast 30 Prozent günstiger waren.

Die Preisunterschiede kommen zustande, weil die Autohersteller auch in EU-Mitgliedsstaaten mit höheren Steuersätzen und geringerer Kaufkraft konkurrenzfähig sein wollen. Deshalb bieten sie ihre Fahrzeuge dort zu niedrigeren Nettopreisen als hierzulande an. Deutsche Autokäufer müssen in Deutschland dann nur den Nettopreis der importierten Autos zuzüglich der deutschen Mehrwertsteuer bezahlen.

Richtig vergleichen

Doch Re-Importe sind nicht immer günstiger. Grundlage für einen Preisvergleich sollte nicht der Listenpreis, sondern der Hauspreis des Vertragshändlers sein. Denn bei hohen Lagerbeständen und stagnierendem Neuwagenabsatz sowie durch den bevorstehenden Fall des Rabattgesetzes rücken die Vertragshändler immer weiter von den Listenpreisen ab.

Wichtig ist auch der Vergleich der Ausstattung und der Schadstoffklasse. In puncto Sicherheit und Umweltschutz sind Autos für den deutschen Markt führend in Europa. Das muss bei den importierten Autos nicht immer der Fall sein. Auf die 600 Mark Steuerbefreiung bei Benzinern mit der optimalen Schadstoffklasse Euro 4 muss der Re-Import-Käufer in der Regel ebenso verzichten wie auf den zusätzlichen Unfallschutz durch Seiten- und Kopfairbags.

Freie Autoimporteure

Zwar kann man das gewünschte Auto auch selbst im europäischen Ausland aufspüren und importieren. Einfacher ist es aber, bei einem freien Autoimporteur zu kaufen, der sich um den Papierkram wie den deutschen Kfz-Brief und die Zulassung kümmert. Die meisten Autoimporteure treten nur als Vermittler auf. Wer Reklamationen oder Garantieansprüche hat, muss dann meist zur Werkstatt eines Vertragshändlers. Und dort darf der Kunde kaum mit bevorzugter Behandlung rechnen, denn dem Händler sind die freien Autoimporte ein Dorn im Auge.

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