Auto­finanzierung Test

Es gibt drei Haupt­wege, einen Neuwagen zu kaufen: die Barzahlung, den Raten­kredit und die Drei-Wege-Finanzierung. Die Experten der Stiftung Warentest zeigen Ihnen den güns­tigsten Weg zum neuen Modell und erklären die Vor- und Nachteile der drei Finanzierungs­wege. Zudem finden Sie hier eine laufend aktualisierte Über­sicht von Auto­kredit-Angeboten sowie einen praktischen Finanzierungs­rechner, der Ihnen bei der Wahl des richtigen Weges hilft.

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TestAuto­finanzierung09.08.2018
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Wie bekomme ich das Auto möglichst günstig?

Es geht um viel Geld. Ein neues Auto kostete im Jahr 2017 im Durch­schnitt 32 850 Euro. Das bezahlt kaum jemand aus der Portokasse. Und selbst wer so viel Geld auf der hohen Kante hat, will das Ersparte vielleicht gar nicht voll­ständig für einen Neuwagen ausgeben. Bleibt die Frage: Wie bekommt man das Auto möglichst günstig?

Hier finden Sie alles Wichtige zur Auto­finanzierung

Aktuelle Auto­kredite. Nach dem Frei­schalten dieses Beitrags erhalten Sie Zugriff auf die aktuellen Konditionen der Auto­banken zur klassischen Finanzierung mit gleich­bleibenden Raten. Und Sie finden die besten Angebote zur Drei-Wege-Finanzierung. Die Daten der Kredit­angebote aktualisieren wir monatlich. Stand der Daten: 1. August 2018.

Finanzierungs­rechner. Zudem können Sie dann unseren Finanzierungs­rechner nutzen und damit die Angebote der Herstel­lerbank vergleichen – etwa mit dem Angebot Ihrer Haus­bank oder eines anderen Anbieters. Er zeigt Ihnen, ob Sie mit Barzahlung, dem klassischen Raten­kredit oder einer Drei-Wege-Finanzierung am besten fahren.

Finanztest-Artikel. Schließ­lich erhalten sie den Test-Bericht aus Finanztest 7/2018. Darin haben unsere Experten die verschiedenen Finanzierungen für sechs beliebte Autos miteinander verglichen und dabei die Finanzierungs­angebote von insgesamt 48 Anbietern einbezogen.

Rabatte sind immer drin

Selten verlangen Händler den Listen­preis, wenn der Kunde das Auto kaufen will. Karsten Neuberger vom Center Auto­motive Research an der Uni Duisburg-Essen sagt: „Bei Internet-Neuwagen­vermitt­lern gab es im Mai 2018 im Schnitt gut 18 Prozent Rabatt, die höchsten lagen bei 25 Prozent.“ Die Höhe hänge unter anderem von Marke, Händler, Fahr­zeug­typ und dem Zeit­punkt des Kaufs ab. Neben direkten Rabatten gebe es auch Vorteile durch Garan­tieverlängerungen, Wartungs­pakete oder Kreditzinsen unter Markt­niveau.

Es lohnt sich, im Internet bundes­weit den Auto­preis zu recherchieren. Es gibt Dutzende Portale dafür, die oft höhere Rabatte geben als der Auto­händler vor Ort. Gut die Hälfte der Auto­käufer in Deutsch­land sind Barzahler. Alle anderen haben im Jahr 2017 laut Markt­forschungs­institut GfK ihren Neuwagen finanziert. Dafür gibt es mehrere Möglich­keiten.

Grafik: Auto­finanzierung im Über­blick

Auto­finanzierung Test

Angebote von 50 Banken für sechs Modelle

Wer ein neues Auto fahren will, kann außer der Barzahlung auch einen Raten­kredit wählen. Eine dritte Möglich­keit ist die Drei-Wege-Finanzierung (siehe Grafik oben). Schließ­lich gibt es für Privatleute auch das Auto-Leasing. Die Experten von Finanztest wollten wissen, welches der güns­tigste Weg zu einem Auto ist. Sie haben bei knapp 50 Banken Finanzierungs­angebote für sechs häufig verkaufte Auto­modelle erfragt und die güns­tigsten Angebote ermittelt. Sie sind jeweils von einer Anzahlung in Höhe von 20 Prozent der Kauf­preises ausgegangen. Das verkürzt die Kredit­lauf­zeit und verringert die Kredit­kosten. Privatleasing haben wir in unseren Vergleich nicht einbezogen, weil der Auto­fahrer das Fahr­zeug nur nutzt. Die detaillierten Ergeb­nisse dieser Recherche finden Sie nach dem Frei­schalten im Finanztest-Artikel 7/2018, den Sie bequem als PDF herunter­laden können.

Auto­finanzierung – die wichtigsten Tipps

Planen. Legen Sie zuerst fest, welchen Auto­typ Sie wollen, wie viel Sie im Jahr etwa fahren und wie viel Geld Sie zum Kauf haben.

Vergleichen. Sie können sich im Vorfeld im Internet über Auto­preise, Modelle und Finanzierungs­konditionen informieren und die Angebote mit denen des Händ­lers oder einer anderen Bank vergleichen. Nach dem Frei­schalten des Berichts steht Ihnen dafür unser Vergleichs­rechner zur Verfügung.

Verhandeln. Legen Sie beim Auto­händler das Auto­modell und die Ausstattung fest. Dann verhandeln Sie den Preis­nach­lass. Es sind immer Nach­lässe möglich. Am güns­tigsten ist die Barzahlung.

Raten­kredit. Die zweit­beste Wahl ist meist ein Kredit. Für vier Autos machten im jüngsten Finanzierungs­vergleich die Kredit­vermittler Accedo und Creditweb sowie die Universalbanken Commerz­bank und PSD Bank Nord das beste Angebot. Für den Toyota und Volks­wagen sind es die Herstel­lerbanken.

Drei-Wege-Finanzierung. Die Drei-Wege-Variante ist fast immer am teuersten. Wer sie wählt, ist meist bei der Herstel­lerbank richtig.

Barzahlung im jüngsten Finanzierungs­vergleich am güns­tigsten

Die Finanzierungs­experten haben die Finanzierungs­wege über den Gegen­warts­wert unter­einander und mit der Barzahlung vergleich­bar gemacht, sodass am Ende die billigste Variante sicht­bar wird. Der Gegen­warts­wert gibt den Wert an, den künftige Zahlungen heute besitzen. Im Finanzierungs­vergleich 7/2108 kam heraus: Alle errechneten Gegen­warts­werte waren höher als der Kauf­preis. Das heißt, die Barzahlung ist in diesem Fall die beste Wahl für einen Kauf. Sie ist nur dann nicht güns­tiger, wenn die Zinsen für Kredite gegen null gehen oder es für Gespartes bessere Zinsen gibt, als man für den Auto­kredit bezahlen muss. Die gibt es wegen der anhaltenden Nied­rigzins­phase für sichere Geld­anlagen schon seit einigen Jahren nicht mehr.

Zwei Grund­fragen vor dem Auto­kauf

Bevor sich ein Auto­käufer, der nicht bar bezahlen will, für einen Finanzierungsweg entscheidet, sollte er sich zwei Fragen stellen: Wie viel Geld habe ich monatlich zur Verfügung? Soll das Auto mein Eigentum werden?

Sie wollen Eigentümer des Wagens werden?

Auto­finanzierung Test

Drei von sechs Modellen aus unserem Finanzierungs­vergleich.

Wer Eigentümer werden will und über ein ausreichendes Monats­einkommen verfügt, wählt einen Raten­kredit. Den gibt es im Auto­haus von den jeweiligen Herstel­lerbanken und außer­halb von unabhängigen Banken oder einem Kredit­vermittler. Der Kredit vom Auto­händler ist bequem, aber nicht die immer beste Wahl, wie der jüngste Preis­vergleich durch unsere Experten zeigt: In vier Fällen machten herstel­ler­unabhängige Anbieter das bessere Angebot – für die Auto­modelle von Renault, Mercedes Benz, Ford und BMW (alle Details in der Tabelle des Heft-PDF nach dem Frei­schalten).

Wer zum Beispiel den BMW mit einem Kauf­preis von 26 600 Euro über den Kredit­vermittler Accedo finanziert hätte, hätte am Ende der Kredit­lauf­zeit für das Auto gerechnet auf den Gegen­warts­wert 27 119 Euro ausgegeben. Das sind knapp 1 500 Euro weniger als mit dem Raten­kredit von der haus­eigenen BMW Bank und das ergibt immerhin eine um rund 30 Euro kleinere Monats­rate. Käufer sollten deshalb nicht vorschnell den Kredit vom Auto­haus nehmen. Besser ist es, sich zusätzlich im Internet oder bei der Haus­bank nach Alternativen zu erkundigen.

Sie wollen sich die Entscheidung offenlassen?

Wer sich noch nicht fest­legen kann oder will, ob das Auto sein Eigentum werden soll und wer auf die monatliche Rate achten muss, wählt die Drei-Wege-Finanzierung. Das machen sehr viele Auto­käufer. Bei der Drei-Wege-Finanzierung begleicht der Kunde üblicher­weise drei oder vier Jahre lang eine Monats­rate. Danach entscheidet er sich zwischen drei Wegen: Er kann den Wagen zurück­geben, die restliche Kreditsumme auf einmal bezahlen oder er finanziert weiter.

Im Finanzierungs­vergleich 7/2018 machten die Herstel­lerbanken in vier von sechs Fällen das beste Angebot für die Drei-Wege-Finanzierung. Bei der Ford Bank war diese sogar besser als der güns­tigste Raten­kredit. Verlockend ist bei der Drei-Wege-Finanzierung eine im Vergleich zum Raten­kredit nur fast halb so hohe Monats­rate. Das kann dazu führen, dass ein Kunde mit begrenztem Budget meint, sich eine höhere Monats­rate und damit ein teureres Auto leisten zu können, als es der Fall ist.

Drei-Wege-Finanzierung mit hoher Abschluss­rate

Der Haken: Am Ende der Kredit­lauf­zeit ist eine sehr hohe Abschluss­rate meist in Anlehnung an den zu diesem Zeit­punkt vermuteten Wert des Autos fällig. Sie kann bis zur Hälfte des Kauf­preises betragen. Das ist in unserem Finanzierungs­vergleich zum Beispiel beim VW Polo (Kauf­preis 17 200 Euro) der Fall. Nachdem der Auto­fahrer vier Jahre lang monatlich 135 Euro bezahlt hat, muss er für eine Schluss­rate 8 162 Euro aufbringen. Mit einem Raten­kredit von der VW Bank hätte er im Monat mit 298 Euro zwar mehr als doppelt so viel zahlen müssen. Doch das Auto wäre nach vier Jahren sein Eigentum – ohne hohe Abschluss­rate.

Der Anschluss­kredit kann teuer werden

Die wenigsten Auto­fahrer mit Drei-Wege-Finanzierung können die hohe Schluss­rate zahlen. Sie nehmen wieder einen Kredit auf. Das treibt die Gesamt­kosten für das Auto in die Höhe. Selbst wenn es beim selben Zins bleibt, sind die Kredit­kosten im Vergleich zum Raten­kredit mehr als doppelt so hoch. Meist steigt dazu noch der Zins, denn schließ­lich ist das Auto nicht mehr neu. Auch für eine Anschluss­finanzierung lohnt es sich nach­zusehen, ob eine freie Bank ein besseres Angebot macht. Die Finanzierung der Schluss­rate verlängert zum Beispiel die Kredit­lauf­zeit für den VW Polo um gut fünf Jahre – mindestens. Manche Neuwagenhändler vermitteln nicht nur die Drei-Wege-Finanzierung der haus­eigenen Herstel­lerbanken, sondern auch von unabhängigen Auto­banken. Zwei von ihnen – die BDK und die Santander Consumer Bank – haben die Finanztest-Experten in unseren Finanzierungs­vergleich miteinbezogen. Deren Finanzierungs­konditionen waren besser als die der Mercedes-Benz Bank und der BMW Bank.

Leasing: Verlockend nied­rige Raten

Werbung. Wer sein Auto nicht bar bezahlen kann oder will, für den klingt auch Leasing verlockend. Schließ­lich werben die Anbieter mit Monats­raten, die im Vergleich zum Raten­kredit halb so hoch sind.

Nutzung. Beim Leasing­vertrag erwirbt der Kunde nur ein Nutzungs­recht für das Auto über eine bestimmte Zeit. Er wird kein Eigentümer. Mit der Leasingrate bezahlt er die monatliche Nutzung und den Wert­verlust während der Vertrags­lauf­zeit.

Steuer. Selbst­ständige können Anzahlung und Monats­raten beim Finanz­amt als Betriebs­ausgaben geltend machen und so Steuern sparen. Private Auto­käufer haben diesen Vorteil nicht.

Vertrag. Es gibt für das Leasing Verträge mit Rest­wert- oder Kilo­meter­abrechnung. Letztere ist die bessere Wahl, weil als Kalkulations­grund­lage die jähr­lich gefahrenen Kilo­meter dienen. Die kann der Kunde aufgrund seiner bisherigen Fahr­praxis gut einschätzen, den Wert­verlust des Autos eher nicht.

Tipp. Privates Leasing ist nur über­legens­wert für Kunden, die keinen Wert darauf legen, dass das Auto irgend­wann ihnen gehört und die es sich leisten wollen, immer ein aktuelles Modell zu fahren.

Neben Kredit­konditionen auch Zusatz­angebote beachten

Viele Auto­händler bieten mit der Finanzierung auch Mobilitäts­pakete an. Sie können verschiedene Leistungen enthalten, zum Beispiel Kfz-Versicherung, Wartung, Reparaturen und Garan­tieverlängerung. Für einen zusätzlichen Monats­beitrag sind dann sämtliche Leistungen inklusive. Das ist bequem, aber nicht immer die beste Lösung. Wichtiger ist zu prüfen, welche Leistungen tatsäch­lich abge­deckt sind und ob es sie einzeln nicht güns­tiger gibt. Oft taucht in den Finanzierungs­angeboten auch das Kürzel RSV für Rest­schuld­versicherung auf. Sie soll etwa im Todes­fall, bei Arbeits­unfähigkeit oder Arbeits­losig­keit einspringen. Das klingt beruhigender, als es ist.

Rest­schuld­versicherung zahlt nicht in allen Fällen

Nicht immer ist klar, wann die Versicherung tatsäch­lich zahlt: Zum Beispiel kann sie bestimmte Erkrankungen ausschließen oder zahlt bei Arbeits­losig­keit nur, wenn es vorher eine Fest­anstellung gab, oder ist zeitlich begrenzt. Die Rest­schuld­versicherung verteuert den Kredit stark. Kaum ein Käufer braucht sie, da die meisten eine andere Versicherung haben und das Auto als Sicherheit reicht.

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