Wer ein E-Auto kauft, kann künftig etliche Tausend Euro sparen – dank Mehr­wert­steuersenkung und verdoppelter E-Auto-Prämie. Doch wie den Neuwagen finanzieren? Es gibt vier Haupt­wege: Barzahlung, Raten­kredit, Leasing – und die Drei-Wege-Finanzierung. Die Stiftung Warentest erklärt Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten. Unsere monatlich aktualisierte Auto­kredit-Über­sicht und zwei Finanzierungs­rechner helfen Ihnen, die passende Auto­finanzierung zu finden.

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TestAuto­finanzierung02.10.2020
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Wie bekomme ich das Auto möglichst günstig?

Es geht um viel Geld. Ein neues Auto kostete im Jahr 2019 im Durch­schnitt 33 580 Euro. Das bezahlt kaum jemand aus der Portokasse. Und selbst wer so viel Geld auf der hohen Kante hat, will das Ersparte vielleicht gar nicht voll­ständig für einen Neuwagen ausgeben. Bleibt die Frage: Wie bekommt man das Auto möglichst günstig?

Hier finden Sie alles Wichtige zur Auto­finanzierung

Aktuelle Auto­kredite. Nach dem Frei­schalten dieses Beitrags erhalten Sie Zugriff auf die aktuellen Konditionen der Auto­banken zur klassischen Finanzierung mit gleich­bleibenden Raten und den besten Angeboten zur Drei-Wege-Finanzierung als PDF-Download. Die Daten der Kredit­angebote aktualisieren wir monatlich. Stand der Daten: 1. Oktober 2020.

Finanzierungs­rechner. Zudem erhalten Sie Zugriff auf zwei Rechner: Mit einem können Sie die Angebote von Herstel­lerbank, Haus­bank oder einem anderen Anbieter vergleichen. Mit dem anderen können Sie die für Sie beste Finanzierungs­art ermitteln.

Heft­artikel. Sie erhalten den Test-Bericht aus Finanztest 7/2018. Darin haben unsere Experten die verschiedenen Finanzierungen für sechs beliebte Autos miteinander verglichen und dabei die Finanzierungs­angebote von insgesamt 48 Anbietern einbezogen. Zudem erhalten Sie den Bericht aus Finanztest 10/2018, in dem Vor- und Nachteile des Leasings einge­hend erläutert werden.

Rabatte sind immer drin

Selten verlangen Händler den Listen­preis, wenn der Kunde das Auto kaufen will. Im Dezember 2019 lag der durch­schnitt­liche Rabatt bei den 30 am meisten verkauften Modellen bei rund 18 Prozent. Die Höhe hängt laut Ferdinand Dudenhöffer und Karsten Neuberger, den Experten des CAR Center Auto­motive Research (Universität Duisburg-Essen), unter anderem von Marke, Händler, Fahr­zeug­typ und dem Zeit­punkt des Kaufs ab. Neben direkten Rabatten gebe es auch Vorteile durch Garan­tieverlängerungen, Wartungs­pakete oder Kreditzinsen unter Markt­niveau.

Es lohnt sich, im Internet bundes­weit den Auto­preis zu recherchieren. Es gibt Dutzende Portale, die oft höhere Rabatte geben als der Auto­händler vor Ort. Ungefähr die Hälfte der Auto­käufer in Deutsch­land sind Barzahler. Alle anderen finanzieren ihren Neuwagen. Dafür gibt es mehrere Möglich­keiten.

Grafik: Auto­finanzierung im Über­blick

Vier Wege führen zum neuen Auto

Wer ein neues Auto fahren will, kann außer der Barzahlung auch einen Raten­kredit wählen. Eine weitere Möglich­keit ist die Drei-Wege-Finanzierung (siehe Grafik oben). Schließ­lich gibt es für Privatleute auch das Auto-Leasing. Welches der güns­tigste Weg ist, kann man nicht pauschal beant­worten. In jedem Fall ist es gut, wenn ein Auto­käufer eine Anzahlung auf den Kauf­preis leistet. Das verkürzt die Kredit­lauf­zeit und verringert die Kredit­kosten.

Auto­finanzierung – die wichtigsten Tipps

Planen. Legen Sie zuerst fest, welchen Auto­typ Sie wollen, wie viel Sie im Jahr etwa fahren und wie viel Geld Sie zum Kauf haben.

Vergleichen. Sie können sich im Vorfeld im Internet über Auto­preise, Modelle und Finanzierungs­konditionen informieren und die Angebote mit denen des Händ­lers oder einer anderen Bank vergleichen. Nach dem Frei­schalten des Berichts steht Ihnen dafür unser Vergleichs­rechner zur Verfügung.

Verhandeln. Legen Sie beim Auto­händler das Auto­modell und die Ausstattung fest. Dann verhandeln Sie den Preis­nach­lass. Es sind immer Nach­lässe möglich. Am güns­tigsten ist die Barzahlung.

Raten­kredit. Die zweit­beste Wahl ist meist ein Kredit. Vergleichen sie die Angebote von Kredit­vermitt­lern, Universalbanken und Herstel­lerbanken.

Drei-Wege-Finanzierung. Die Drei-Wege-Variante ist fast immer am teuersten. Wer sie wählt, ist meist bei der Herstel­lerbank richtig.

Die passende Auto­versicherung. Mit einem neuen Auto stellt sich auch die Frage nach der richtigen Versicherung. Mit dem KFZ-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest finden Sie güns­tige Policen genau für Ihren Bedarf.

Barzahlung oft am güns­tigsten

Die Finanzierungs­wege können über den Gegen­warts­wert unter­einander und mit der Barzahlung vergleich­bar gemacht werden, sodass am Ende die billigste Variante sicht­bar wird. Der Gegen­warts­wert gibt den Wert an, den künftige Zahlungen heute besitzen. Wenn der Gegen­warts­werte höher als der Kauf­preis ist, heißt das, die Barzahlung ist in diesem Fall die beste Wahl für einen Kauf. Sie ist nur dann nicht güns­tiger, wenn die Zinsen für Kredite gegen null gehen oder es für Gespartes bessere Zinsen gibt, als man für den Auto­kredit bezahlen muss.

Zwei Grund­fragen vor dem Auto­kauf

Bevor sich ein Auto­käufer, der nicht bar bezahlen will, für einen Finanzierungsweg entscheidet, sollte er sich zwei Fragen stellen: Wie viel Geld habe ich monatlich zur Verfügung? Soll das Auto mein Eigentum werden?

Sie wollen Eigentümer des Wagens werden?

Drei von sechs Modellen aus unserem Finanzierungs­vergleich.

Wer Eigentümer werden will und über ein ausreichendes Monats­einkommen verfügt, wählt einen Raten­kredit. Den gibt es im Auto­haus von den jeweiligen Herstel­lerbanken und außer­halb von unabhängigen Banken oder einem Kredit­vermittler. Der Kredit vom Auto­händler ist bequem, aber nicht die immer beste Wahl, oft machen herstel­ler­unabhängige Anbieter das bessere Angebot. Wer zum Beispiel seinen 25 000 teuren Neuwagen über einen güns­tigen Online-Kreditanbieter mit einem effektiven Jahres­zins von 2,2 Prozent finanziert, wird am Ende der Kredit­lauf­zeit dafür – auf den Gegen­warts­wert gerechnet – 25 476 Euro ausgegeben haben. Angenommen, der Effektivzins der haus­eigenen Auto­bank beträgt 4 Prozent, sind das rund 900 Euro Ersparnis und eine um knapp 20 Euro kleinere Monats­rate. Käufer sollten deshalb nicht vorschnell den Kredit vom Auto­haus nehmen. Besser ist es, sich zusätzlich im Internet oder bei der Haus­bank nach Alternativen zu erkundigen.

Sie wollen sich die Entscheidung offenlassen?

Wer sich noch nicht fest­legen kann oder will, ob das Auto sein Eigentum werden soll und wer auf die monatliche Rate achten muss, wählt die Drei-Wege-Finanzierung. Das machen sehr viele Auto­käufer. Bei der Drei-Wege-Finanzierung begleicht der Kunde üblicher­weise drei oder vier Jahre lang eine Monats­rate. Danach entscheidet er sich zwischen drei Wegen: Er kann den Wagen zurück­geben, die restliche Kreditsumme auf einmal bezahlen oder er finanziert weiter.

Oft machen die Herstel­lerbanken das beste Angebot für die Drei-Wege-Finanzierung. Verlockend ist bei der Drei-Wege-Finanzierung eine im Vergleich zum Raten­kredit nur fast halb so hohe Monats­rate. Das kann aber dazu führen, dass sich der Auto­käufer über­hebt. Ein Kunde mit begrenztem Budget könnte meinen, sich eine höhere Monats­rate und damit ein teureres Auto leisten zu können, als es der Fall ist.

Drei-Wege-Finanzierung mit hoher Abschluss­rate

Der Haken: Am Ende der Kredit­lauf­zeit ist eine sehr hohe Abschluss­rate meist in Anlehnung an den zu diesem Zeit­punkt vermuteten Wert des Autos fällig. Sie kann bis zur Hälfte des Kauf­preises betragen.

Die wenigsten Auto­fahrer mit Drei-Wege-Finanzierung können die hohe Schluss­rate zahlen. Sie nehmen wieder einen Kredit auf. Das treibt die Gesamt­kosten für das Auto in die Höhe. Selbst wenn es beim selben Zins bleibt, sind die Kredit­kosten im Vergleich zum Raten­kredit mehr als doppelt so hoch. Meist steigt dazu noch der Zins, denn schließ­lich ist das Auto nicht mehr neu. Auch für eine Anschluss­finanzierung lohnt es sich nach­zusehen, ob eine freie Bank ein besseres Angebot macht. Manche Neuwagenhändler vermitteln nicht nur die Drei-Wege-Finanzierung der haus­eigenen Herstel­lerbanken, sondern auch von unabhängigen Auto­banken.

Leasing: Verlockend nied­rige Raten

Werbung. Wer sein Auto nicht bar bezahlen kann oder will, für den klingt auch Leasing verlockend Details im Finanztest-Bericht. Schließ­lich werben die Anbieter mit Monats­raten, die im Vergleich zum Raten­kredit halb so hoch sind. Auch im Vergleich zur Drei-Wege-Finanzierung sind die Leasingraten häufig güns­tiger. Der Grund: Die Händler lassen sich das Kauf­recht bei der Drei-Wege-Finanzierung am Laufzeit­ende teuer bezahlen.

Nutzung. Beim Leasing­vertrag erwirbt der Kunde nur ein Nutzungs­recht für das Auto über eine bestimmte Zeit. Er wird kein Eigentümer. Mit der Leasingrate bezahlt er die monatliche Nutzung und den Wert­verlust während der Vertrags­lauf­zeit.

Steuer. Selbst­ständige können Anzahlung und Monats­raten beim Finanz­amt als Betriebs­ausgaben geltend machen und so Steuern sparen. Private Auto­käufer haben diesen Vorteil nicht.

Vertrag. Es gibt für das Leasing Verträge mit Rest­wert- oder Kilo­meter­abrechnung. Letztere ist die bessere Wahl, weil als Kalkulations­grund­lage die jähr­lich gefahrenen Kilo­meter dienen. Die kann der Kunde aufgrund seiner bisherigen Fahr­praxis gut einschätzen, den Wert­verlust des Autos eher nicht.

Tipp. Privates Leasing ist nur über­legens­wert für Kunden, die keinen Wert darauf legen, dass das Auto irgend­wann ihnen gehört und die es sich leisten wollen, immer ein aktuelles Modell zu fahren.

Neben Kredit­konditionen auch Zusatz­angebote beachten

Viele Auto­händler bieten mit der Finanzierung auch Mobilitäts­pakete an. Sie können verschiedene Leistungen enthalten, zum Beispiel Kfz-Versicherung, Wartung, Reparaturen und Garan­tieverlängerung. Für einen zusätzlichen Monats­beitrag sind dann sämtliche Leistungen inklusive. Das ist bequem, aber nicht immer die beste Lösung. Wichtiger ist zu prüfen, welche Leistungen tatsäch­lich abge­deckt sind und ob es sie einzeln nicht güns­tiger gibt. Oft taucht in den Finanzierungs­angeboten auch das Kürzel RSV für Restschuldversicherung auf. Sie soll etwa im Todes­fall, bei Arbeits­unfähigkeit oder Arbeits­losig­keit einspringen. Das klingt beruhigender, als es ist.

Rest­schuld­versicherung zahlt nicht in allen Fällen

Nicht immer ist klar, wann die Versicherung tatsäch­lich zahlt: Zum Beispiel kann sie bestimmte Erkrankungen ausschließen oder zahlt bei Arbeits­losig­keit nur, wenn es vorher eine Fest­anstellung gab, oder ist zeitlich begrenzt. Die Rest­schuld­versicherung verteuert den Kredit stark. Kaum ein Käufer braucht sie, da die meisten eine andere Versicherung haben und das Auto als Sicherheit reicht.

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