Autofahrt ins Ausland Meldung

Andere Länder, andere Regeln. Wer mit dem Auto verreist, muss sich an mancher Grenze umstellen. Auch nach unverschuldeten Unfällen drohen im Ausland böse Überraschungen. Längst nicht überall zahlt die gegnerische Versicherung auch für eine Wertminderung des Unfallwagens oder übernimmt Sachverständigenhonorare. Schutz bieten verschiedene Versicherungspolicen. Finanztest erklärt die wichtigsten Regelungen im Ausland und sagt, welche Versicherungspolicen nötig und sinnvoll und welche überflüssig sind.

Auslands-Schadenschutzpolice ist vernünftig

Eine sinnvolle Ergänzung der Haftpflichtversicherung ist die Auslands-Schadenschutzpolice. In vielen Ländern wie in Spanien sind die Versicherungsleistungen nämlich sehr niedrig. Dann hilft die Police vom deutschen Versicherer. Denn Autofahrer können damit nach einem unverschuldeten Unfall im Ausland ihre Ansprüche bei ihrem eigenen Versicherer statt beim gegnerischen geltend machen. Sie werden so gestellt, als sei der ausländische Unfallverursacher bei einem deutschen Unternehmen versichert.

Ausländische Versicherer zahlen weniger

Für Sachschäden zahlen ausländische Versicherer oft deutlich weniger als die deutschen. Häufig gibt es keinen Ersatz für Wertminderung, und Kosten für Gutachter, Anwälte und einen Mietwagen werden meist auch nicht bezahlt. Allerdings gelten die Policen oft nicht für alle europäischen Länder. Vor der Abfahrt ist ein Blick in die Bedingungen also nötig. Ganz billig sind diese Verträge auch nicht. Je nach Anbieter müssen Versicherungsnehmer etwa zwischen 20 und 50 Euro im Jahr ausgeben.

Grüne Karte mitnehmen

Innerhalb der EU reicht offiziell das Kennzeichen als Versicherungsnachweis. Der ADAC empfiehlt aber, die Grüne Karte trotzdem immer mitzunehmen. Die gibt es kostenfrei beim eigenen Versicherer. „Vorgeschrieben ist die Karte noch in der Türkei, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Serbien, sehr wichtig ist sie in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Kroatien“, sagt Jochen Oesterle vom ADAC.

Fahrerunfallversicherung meist unnötig

Eine Fahrerunfallversicherung ist meist überflüssig. Viele Autofahrer haben bereits eine Unfall- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese reichen, um sich vor den finanziellen Risiken einer Invalidität durch einen Autounfall zu schützen. Ohne eine dieser Policen klafft im Schutz eine Lücke. Denn wenn ein Autofahrer einen Unfall verursacht, kommt seine Haftpflichtversicherung zwar für seine geschädigten Mitfahrer auf, er selbst bleibt aber außen vor. Es ist allerdings sinnvoller, die 20 bis 60 Euro im Jahr in eine reguläre Unfallversicherung zu investieren, die nicht nur bei Autounfällen zahlt, statt eine Fahrerunfallversicherung abzuschließen.

Mallorca-Police für Mietwagen

Die Mallorca-Police ist Bestandteil vieler Kfz-Haftpflichtversicherungen und gilt nicht nur für Mallorca. Sie ist für alle Urlauber interessant, die mit einem Mietwagen mit ausländischem Versicherungsschutz unterwegs sind. Die Deckungssummen sind in einigen Ländern wie Polen, Rumänien oder Kroatien, aber auch Spanien, Portugal oder Griechenland so niedrig, dass die Versicherungsleistung nach einem schweren Schaden nicht ausreicht. Deutsche Urlauber, die einen Unfall verursachen, müssen dann selbst für einen Teil des Schadens zahlen.

Mindestdeckung nicht einheitlich

Zwar hat die Europäische Union mit ihrer 5. Kraftfahrzeughaftrichtlinie einheitliche Mindestdeckungssummen für die Kfz-Haftpflicht durchgesetzt, doch Übergangsfristen sorgen dafür, dass sich hier so ganz schnell nichts ändert. Vor allem in den günstigeren Basistarifen der Anbieter fehlt die Mallorca-Police häufig. Andere bieten nicht die volle Höhe der deutschen Mindestdeckungssumme. Vor der Fahrt lohnt sich also noch einmal ein Blick in den Vertrag. Das Problem umgehen können Urlauber, indem sie den Wagen bereits in Deutschland bei einem Anbieter mieten, der deutschen Versicherungsschutz bietet.

Schutzbrief hilfreich bei Unfall

Ein Schutzbrief kann bei einem Unfall sehr hilfreich sein. Denn die Versicherungsgesellschaft organisiert dann die Hilfe vor Ort und übernimmt die Kosten dafür bis zu einer festgelegten Summe. Sie kommt zum Beispiel für Pannenhilfe und Abschleppdienst auf. Schutzbriefe werden als eigenständige Police mit besonders umfangreichem Schutz und als Ergänzung der Autoversicherung angeboten. Die Ergänzung kostet abhängig von der Versicherung zwischen 6 und 20 Euro im Jahr. Meist reicht dieser Schutz innerhalb der europäischen Staaten völlig aus.

Verkehrsrechtsschutz-Versicherung

Eine Versicherung, die Anwaltskosten nach einem Unfall übernimmt, ist sinnvoll. Vor allem, wenn man häufiger im Ausland unterwegs ist und keinen Auslandsschadenschutz hat. Der Versuch, im Ausland sein Recht durchzusetzen, kann langwierig und teuer werden. Ohne Anwalt ist das oft nicht zu bewältigen, denn es gilt das Recht des Unfalllandes. Die Haftpflichtversicherer in vielen Länder übernehmen selbst dann die Anwaltskosten nicht, wenn der Urlauber einen Prozess gewinnt. Ausführlich informiert der aktuelle Test Verkehrsrechtsschutz.

Dieser Artikel ist hilfreich. 349 Nutzer finden das hilfreich.