Die Anforderungen an ihre Startkraft sind gestiegen – der Wartungsaufwand wurde verringert. Kann das gut gehen?

Einbauen und vergessen, rät ein Batteriehersteller seinen Kunden. Tatsächlich sind viele moderne Autobatterien wartungsfrei. Während früher regelmäßig die Schraubstopfen der sechs Batteriezellen geöffnet, der Füllstand des Elektrolyts, ein Gemisch aus Schwefelsäure und destilliertem Wasser, geprüft und gegebenenfalls destilliertes Wasser aufgefüllt werden musste, sind die Gehäusedeckel heute meist dicht verschlossen und erlauben gar kein Nachfüllen. Der Vorrat an Elektrolyt muss für die gesamte Lebensdauer reichen – es darf also kein nennenswerter Wasserverbrauch entstehen.

Weil im Motorraum eines modernen Wagens zunehmend drangvolle Enge herrscht, platzieren immer mehr Autohersteller den Akku im Innen- oder Kofferraum des Autos. Wenn auf die Wartung der Batterie verzichtet werden kann, ist das eine saubere Lösung, die oft auch die Gewichtsverteilung des Fahrzeugs verbessert.

Die Anforderungen an den kompakten Kraftspender werden unterdessen immer höher. Dieselmotoren, deren Marktanteile weiter zunehmen, brauchen eine hohe Kaltstartleistung, besonders im Winter. Dazu kommen ständig erweiterte elektrische Ausrüstungen in aktuellen Fahrzeugen, die besonders während der Fahrt, aber auch im Stand Energie aus dem Bordnetz saugen. Im Kurzstreckenbetrieb wird der Akku deshalb oft nicht ausreichend von der Lichtmaschine nachgeladen. Da wundert es auch nicht, dass die Pannenstatistiken der Automobilclubs die Batterie mit Abstand als die häufigste Pannenursache am Fahrzeug entlarven.

In einem harten Dauertest mussten die Autobatterien ihre Startkraft und Zyklenfestigkeit nach hundertfachem Laden und Entladen beweisen. Zur Beurteilung der Wartungsfreiheit durfte auch nach wochenlangem Laden kein wesentlicher Wasserverbrauch auftreten

Nur drei Autobatterien sind „gut“

Am Ende erreichten nur drei Batterien das test-Qualitätsurteil „gut“, Berga Power-Block, Opel und Moll M3 plus. Viele andere Fabrikate wurden bereits deswegen abgewertet, weil sie die Leistungsangaben nicht erfüllten, also weniger drin ist als außen draufsteht: Die Arktis High Tech, Ford und Exide wiesen eine deutlich geringere Kapazität auf als versprochen. Bei ansonsten „sehr guten“ Gebrauchseigenschaften boten Banner Power Bull, die ATU / Arktis Qualitätsbatterie und die Bosch Silver mit der baugleichen Varta Blue dynamic weniger Kaltstartstrom als nach EN (Europa-Norm) auf der Batterie angegeben ist. Auf einigen Exemplaren der geprüften Opel-Batterien war für die Kaltstartleistung zusätzlich der früher gebräuchliche DIN-Wert angegeben. Der wurde allerdings nicht zutreffend umgerechnet. 400 A(DIN) sind eben nicht 800 A(EN), sondern nur rund 650 Ampere. Diesen Wert hat der Test aber weitgehend bestätigt, sodass wir Opel den kleinen Etikettenschwindel nicht ankreiden. Auch deshalb nicht, weil die Autobatterie als Originalersatzteil von der Werkstatt für das jeweilige Opel-Modell angeboten wird. Das Risiko, dass der unbedarfte Käufer wegen der Aufschrift eine nicht passende Opel-Batterie aus dem Regal fischt, ist kaum zu befürchten.

Verwechslungsgefahr besteht dagegen bei den beiden Arktis-Batterien von ATU. Bei ähnlichem Aussehen und gleicher Gehäusegröße schneidet die Qualitätsbatterie deutlich besser ab als das „mangelhafte“ Modell High Tech. Sicheres Erkennungszeichen für die bessere Version ist neben dem weißen Gehäuse die Leistungsangabe 74 Ampere, während die schlechtere High Tech im schwarzen Gehäuse nur mit einer Kapazität von 71 Ampere deklariert wird. Als einzige im Test war die Arktis High Tech nur „befriedigend“ rüttelfest. In dem Test werden Erschütterungen simuliert, wie sie beim Fahren auf schlechten Straßen auftreten. Dadurch darf die Leistungsfähigkeit der Batterie nicht nachlassen.

Dass ein hoher Preis kein Garant für Qualität ist, beweist die zweite „mangelhafte“ Batterie: Mit 152 Euro ist die Ford Motorcraft die teuerste, landet aber am Ende der Tabelle. Zu geringe Kapazität und Ladungsaufnahme sowie eine „mangelhafte“ Haltbarkeit bescherten ihr den letzten Platz in der Wertung.

Der Wasservorrat reicht aus

Der geringe bis sehr geringe Wasserverbrauch, der bei einer wartungsfreien Batterie ausschlaggebend für die Haltbarkeit ist, hat sich im Test überwiegend bestätigt. Nur bei der Moll sank der Säurespiegel im Laufe des Tests etwas weiter ab. Bei den wartungsfreien Autobatterien mit stark reduziertem Wasserverbrauch tritt zunehmend ein neues Problem zutage, die Neigung zur Säureschichtung. Durch die sehr geringe Gasung der Batterie wird das Elektrolyt zu wenig durchmischt, die Säure konzentriert sich im unteren Bereich der Zellen, wodurch die Speicherkapazität der Batterie immer mehr abnimmt. Im Test neigten die Berga und die Arktis High Tech, noch stärker jedoch die Fiamm und die Ford Motorcraft zur Säureschichtung.

Tipp: Lassen Sie die Startleistung der Batterie einmal jährlich in der Werkstatt überprüfen und den Akku nötigenfalls nachladen, damit Sie nach dem ersten Frost keine Startprobleme mit Ihrem Auto haben. Die richtige Zeit zum Nachladen ist jetzt vor dem Wintereinbruch.

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