Auto­batterien Test

Motor aus bei jedem Stopp, das spart Sprit, erfordert aber Spezialbatterien. Die haben wir geprüft – mit guten Ergeb­nissen.

Stille. Verblüffende Stille. Vor einer roten Fußgängerampel sammeln sich mehrere Autos. Aber es gibt kein Motor­geräusch. Das Start-Stopp-System der Fahr­zeuge lässt die Motoren nach dem Halt verstummen. Erst der Tritt auf die Kupp­lung oder das Lösen der Bremse startet den Motor zur Weiterfahrt. In modernen Fahr­zeugen sind Start-Stopp-Systeme mitt­lerweile gang und gäbe. Sie sparen laut ADAC in der Stadt bis zu 15 Prozent Treibstoff, im Misch­betrieb etwa 3 Prozent. Entsprechend weniger Abgase gelangen in die Umwelt.

Start-Stopp ist Stress für den Akku

Auto­batterien Test

Laden und Entladen am laufenden Band. Beim Start-Stopp-Test wird die Batterie mit 3 600 Lade­zyklen gestresst.

Laden und Entladen am laufenden Band. Beim Start-Stopp-Test wird die Batterie mit 3 600 Lade­zyklen gestresst.

Das Anlassen des Motors an jeder roten Ampel belastet indes die Starterbatterie beträcht­lich. Wenn nun das Auto auch noch die Brems­energie in Strom umwandelt und in der Batterie speichert, damit für das wieder­holte Starten genügend Energie zur Verfügung steht (Rekuperations­betrieb), treibt das die Strapazen auf die Spitze.

Viele Auto­bauer rüsten ihre Start-Stopp-Neufahr­zeuge deshalb mit hoch­wertigen AGM-Batterien aus (Absorbent Glass Mat). Von der Papierform her verträgt dieser Batterie­typ etliche tausend Lade­zyklen, ohne zu schwächeln. Er steckt die hohen Ströme der Energierück­gewinnung schadlos weg und ist völlig wartungs­frei. Doch kosten AGM-Batterien vergleichs­weise viel: für ein Mittel­klasseauto (70 Ampere­stunden) bis weit über 200 Euro. Weniger als 200 Euro sind für die „Enhanced Flooded Batteries“ (EFB) zu zahlen. Auch dieser Batterie­typ soll den Lasten durch Start-Stopp und Energierück­gewinnung standhalten. Der Test zeigt: Die billigen starten mit einem Sehr gut durch.

Beide Typen fast gleich­auf

Die Lebens­dauer von Start-Stopp-Batterien ist begrenzt. Im Schnitt wird alle vier bis fünf Jahre eine neue fällig. Wir haben eine Auswahl an AGM- und EFB-Batterien geprüft, die zum Austausch infrage kommen.

Tatsäch­lich bieten die ausgewählten EFB-Batterien zu den AGM-Typen vergleich­bare Qualität. Beste im Test ist sogar eine EFB, die Moll 82070 EFB für 175 Euro. Sie erreichte im Start-Stopp-Betrieb sogar fast die Noten der besten AGM, der JCI/Varta Start Stop Plus für 245 Euro. In der Erfüllung der Leistungs­angaben war die Moll am besten.

Eine Schwäche haben die EFB-Batterien: Sie gehen bei Tief­entladung meist schneller kaputt als die AGM. Versehentlich angelassenes Scheinwerfer- oder Innenlicht verringert auf Dauer die Kapazität. Die Batterie muss früher ausgetauscht werden. Die AGM stecken das besser weg.

Kein Start-Stopp mit alter Technik

Der Voll­ständig­keit halber haben wir noch drei herkömm­liche Starterbatterien geprüft – auch im Start-Stopp-Betrieb und zum Speichern der rück­gewonnenen Energie. Die Rekuperation geht mit den Akkus gar nicht. Nur die beste der Starterbatterien, die Banner Power Bull für 130 Euro, ist einge­schränkt für Start-Stopp-Betrieb geeignet. Aber nur für den Notfall. Weil solche Batterien gar nicht für solche Betriebs­bedingungen ausgelegt sind, wurden sie in diesen Punkten nicht bewertet.

Wer seine Batterie auswechseln muss, weil sie lang­sam schwach wird, kann die einfache Starterbatterie auch gegen eine der Test-EFB austauschen. Die sind zwar teurer als ein Stan­dard­akku, halten aber recht lang. Der ADAC rechnet sogar damit, dass die Batterieanbieter künftig die Stan­dard­batterie durch EFB-Modelle ersetzen.

Eine AGM-Batterie ist selten eine Alternative. Der Test hat gezeigt, dass diese Akkus wärmeempfindlich sind. Deshalb sind diese Stromspeicher meist im Kofferraum oder in der Fahr­gast­zelle und nicht im Motorraum unterge­bracht. Gerade dort steckt aber meist die alte Starterbatterie. Einfach tauschen geht also nicht.

Das gilt auch für moderne Autos mit Energierück­gewinnung. Hier darf eine defekte Batterie nur gegen eine vom Fahr­zeug­hersteller freigegebene getauscht werden. Der Grund: Der Batteriesensor des Autos muss die Daten des verwendeten Akkus kennen. Nur so funk­tioniert der Motorstopp an der roten Ampel auch bei zunehmendem Alter der Batterie.

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