Typ 1: Knopf-Ohr-Lösung

Preis: etwa 50 bis 100 Mark

An das Handy werden ein kleiner Ohrhörer sowie ein Mikrofon gesteckt, das sich der Autofahrer beispielsweise an den Hemdkragen klemmen kann. Manchmal sind Ohrhörer und Mikrofon (Headset) fest miteinander verbunden (siehe Grafik). Das Handy wird im Auto in eine kleine Halterung gesteckt (wenn das Kabel lang genug ist) oder liegt im ungünstigsten Falle auf dem Beifahrersitz. Die Knopf-im-Ohr-Lösungen sind preiswert und brachten bei unseren exemplarischen Prüfungen befriedigende Übertragungsergebnisse, allerdings nur in Gegenden mit guter Netzversorgung. Sie eignen sich auch für sehr laute Fahrzeuge (Lieferwagen, Lkw), weil das Mikrofon sehr nah am Mund ist und nur wenig Umgebungsgeräusche überträgt.

Es gibt auch einige deutliche Nachteile:

• Der Hörknopf im Ohr stört vor allem bei längeren Fahrten.

• Ein frei im Auto liegendes Handy kann bei einem Unfall zu einem gefährlichen Geschoss werden.

• Die Autokarosserie schirmt das Handy ab, deshalb muss das Funktelefon mit hoher Leistung senden, wenn keine externe Antenne vorhanden ist. Welche Auswirkungen das auf den Körper hat, ist umstritten. Gefährdet sind beispielsweise Personen mit Herzschrittmacher. Im Extremfall kann das mit hoher Energie sendende Handy die Autoelektronik stören. Das gilt für alle Freisprechanlagen ohne externe Antenne.

• Ohne externe Antenne ist die Übertragungsqualität schlecht. In ländlichen Gegenden reißt die Verbindung oft ab oder kommt gar nicht erst zustande.

• Der Akku wird stark belastet, weil das Handy im Auto viel Energie verbraucht.

test-Kommentar: Typ 1 ist technisch brauchbar, aus Sicherheitsgründen aber für das Telefonieren im Auto nicht zu empfehlen. Der Fahrer ist bei der Bedienung ebenso stark abgelenkt wie mit einem Handy - zum Beispiel beim Eintippen einer Nummer auf der winzigen Tastatur. Bis Redaktionsschluss war nicht bekannt, ob der Gesetzgeber diesen Typ "Freisprechanlage" in seiner für das Jahr 2000 geplanten Verordnung erlauben wird. In anderen europäischen Ländern, zum Beispiel Österreich, ist er zugelassen.

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