Symptome: Wenig Interesse an Menschen

Hinweise auf frühkindlichen Autismus zeigen sich spätestens bis zum dritten Lebensjahr. Auffallend ist, dass die Kinder nicht umsorgt werden wollen. Sie wirken in sich gekehrt und zeigen wenig Interesse an Menschen, strecken etwa ihre Arme nicht aus, um hochgehoben zu werden, und schauen nicht, sobald man sie ruft. Blickkontakte und das übliche Antwortlächeln fehlen meist.

Stattdessen beschäftigen sie sich intensiv mit Gegenständen, die sie stundenlang vor ihrem Gesicht drehen. Spiele sind meist wenig kreativ. Bauklötzchen etwa werden nicht zum Turm gestapelt, sondern stereotyp nach Farben geordnet. Häufig entwickeln die Kinder auch nervöse Zuckungen oder immer gleiche Körperbewegungen.

Viele lernen erst spät sprechen, brabbeln nicht. Stattdessen wiederholen sie lange Zeit echoartig Worte oder Laute. Die Hälfte von ihnen spricht gar nicht. Auch lernen die Kinder erst spät zu sitzen, zu krabbeln und zu laufen. Auffällig ist die Angst vor Veränderungen. Schon ein anderer Weg zum Kindergarten kann leicht Panik auslösen. Hinzu kommen viele unspezifische Probleme wie Schlaf- und Essstörungen, Geräuschempfindlichkeit, Ruhelosigkeit oder Aggressionen.

Kinder mit Asperger-Syndrom weisen im Wesentlichen die gleichen Merkmale in milderer Form auf. Auffälligkeiten zeigen sich erst ab dem dritten Lebensjahr. Auch sind die Kinder in der Regel intelligent und beginnen zeitgemäß zu sprechen, wobei sie oft eine ausdrucksstarke Sprache entwickeln. Häufig sind Eigenarten im Gespräch, wie spontane Monologe. Viele haben ausgeprägte Sonderinteressen mit zum Teil erstaunlichen Kenntnissen. Genialität, etwa im musischen Bereich, ist aber äußerst selten. Meist sind es reine Gedächtnisleistungen, mit denen etwa alle Ergebnisse einer Fußballsaison aufgesagt werden. Spektakuläre Fälle mit kompletten Fahrplänen im Kopf sind aber eher die Ausnahme.

Autistische Störungen reichen von kaum auffälligen Formen, die keiner Behandlung bedürfen, bis hin zu schwerster Behinderung. Stark autistische Menschen sind oft langfristig in psychiatrischen Kliniken untergebracht, weil spezielle Einrichtungen hierzulande rar sind. Von Frühförderprogrammen profitieren am ehesten Kinder mit leichten bis mäßigen Problemen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2409 Nutzer finden das hilfreich.