Ein Mieter, der beim Auszug renoviert, muss Rücksicht auf den aktuell üblichen Geschmack nehmen. Für die heutige Gestaltung spielt es keine Rolle, dass er bei seinem Einzug vor langer Zeit die damals üblichen Blümchentapeten an den Wänden vorgefunden hatte.

Das hat das Landgericht Berlin im Fall eines Mieters entschieden, der nach mehr als 40 Jahren auszog und die Wohnung mit einer rosafarbenen und glänzenden Mustertapete hinterließ (Az. 65 S 224/06).

Seinerzeit hätte die Tapete sicher vielen Menschen gefallen. Aus heutiger Sicht war sie hässlich. So musste er noch einmal an die Arbeit.

Weiße Raufasertapeten sind für die Renovierung aber nicht Pflicht. Gerichte haben schon Tapeten in zurückhaltenden Farben oder mit dezenten Blumenmustern akzeptiert. Auch eine Bordüre mit Harry-Potter-Motiven im Kinderzimmer ist in Ordnung. Die Wandgestaltung muss lediglich modernen Standards genügen.

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