Geringfügige Renten: Abfindung bei Minirente ist möglich

Haben Anleger in einem Riester-Vertrag so wenig angespart, dass die Umwandlung ihres Sparvermögens in eine monatliche Auszahlung eine Minirente nicht überschreiten würde, dürfen sie das Kapital auf einen Schlag entnehmen. Zulagen und Steuervorteile können sie in diesem Fall behalten. Die Auszahlung gilt allerdings als steuerpflichtiges Einkommen.

Jedes Jahr neue Grenze

Die Geringfügigkeitsgrenze für abfindbare Minirenten wird jährlich neu nach den Vorschriften im Sozialgesetzbuch VI ermittelt. Im Jahr 2010 liegt die Grenze bei monatlich 25,55 Euro. Sie ist in den alten und den neuen Bundesländern identisch.

Bislang kommen Abfindungen wegen der kurzen Vertragslaufzeiten häufig vor. Viele Sparer werden sie aber auch künftig bekommen. Dies gilt für Riester-Rentner, die ihren Vertrag in der Vergangenheit einmal oder sogar mehrmals wechselten und ihr Angespartes beim alten Anbieter stehen ließen. Schlossen sie jeweils bei unterschiedlichen Unternehmen ab, können sie Abfindungen aus mehreren Verträgen parallel einstreichen. Zusammengerechnet werden nur bestehende Riester-Verträge beim selben Anbieter.

Kapitalentnahme eingerechnet

Für die Errechnung der Abfindungsgrenze wird das komplette für die Auszahlungsphase zur Verfügung stehende Vermögen zugrunde gelegt. Die zulässigen 30 Prozent Kapital zu entnehmen, um dann eine Abfindung zu erreichen, funktioniert also nicht.

Mancher will eine Abfindung lieber verhindern. Eine Leserin schrieb uns, per Sonderzahlung sei ihr das glücklicherweise gelungen. „Ich kenne mich“, meinte sie zur Begründung. „Wenn ich einen höheren Betrag auf einmal bekomme, gebe ich ihn für irgendwas aus. Das geht mit einer Rente nicht.“

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