Gut lachen hat, wer kurz vor der Rente noch das Optimum aus der RiesterRente heraus­holt.

Für Riester-Sparer beginnt kurz vor der Rente der Endspurt, um sich eine möglichst hohe Auszahlung zu sichern. Versicherer, Banken und Fonds­gesell­schaften müssen ihre Kunden spätestens drei Monate vor Beginn der Auszahl­phase informieren, wie hoch die monatliche Rate mindestens sein wird. Passt das Angebot nicht, dürfen Kunden wechseln. Selbst ein paar Euro mehr zahlen sich aus. Schließ­lich gilt die garan­tierte Auszahlrate für den Rest des Lebens.

Unser Rat

Vergleichen. Steht die Auszahlung Ihrer Riester-Renten an? Bitten Sie den Anbieter, möglichst früh einen Vorschlag für die Auszahl­phase zu machen. Prüfen Sie, ob Sie ihn akzeptieren oder einen Wechsel in Betracht ziehen sollten.

Wechsel. Gibt es einen besseren Vertrag, nutzen Sie Ihr Recht zu wechseln. Fragen Sie die Anbieter, wann Sie den alten Vertrag spätestens kündigen müssen.

Kosten. Fragen Sie nach einmaligen Kosten, die Anbieter nicht in die Auszahlrate einrechnen.

Drei Versicherer nehmen Riester-Wechsler

Wir haben 31 Versicherer, 70 Banken und vier Fonds­gesell­schaften gefragt, wer bis zu drei Monate vor Beginn der Auszahl­phase noch Wechsel­kunden aufnimmt. Das Ergebnis ist mager: Der Wechsel zu einem Bankauszahlplan lohnt nicht. Nur zwei über­regionale Versicherer – Volks­wohl­bund und WWK – bestätigten, Sparer direkt zur Auszahl­phase aufzunehmen. Sparer in Sachsen haben eine weitere Option: Die Sparkassen­versicherung Sachsen nimmt ebenfalls kurz­fristig Wechselwil­lige auf.

Der Volks­wohl­bund würde einem 1957 Geborenen ab Januar 2020 für einen Über­tragungs­wert von 10 000 Euro eine monatliche Rate von 30,82 Euro garan­tieren. Die der beiden anderen lag in diesem Fall knapp 1 Euro nied­riger. Da die Höhe der Rate von Geburts­jahr und Renten­eintritts­alter abhängt, ist es sinn­voll, bei allen nach­zufragen.

Wer noch etwas länger Zeit bis zur Rente hat, drängt seinen Anbieter am besten früh zu einem Angebot. Er kann es dann zusätzlich mit der Riester-Rente „Fairrelax“ des Onlineportals Fairr.de vergleichen. Zu ihr können Kunden bis ein Jahr vor Auszahl­beginn wechseln. Hinter Fairrelax steht der Göttinger Versicherer MyLife. Dessen Online­rechner hilft, die eigene individuelle Auszahlrate schnell heraus­zufinden (fairr.de/produkte/fairrelax/rechner).

Fonds­sparplan als Alternative

Je höher die garan­tierte Rate, desto besser. Das gilt zumindest, solange Sparer ihre Rente mit einer anderen Rente oder der Rate eines Bank­auszahl­plans vergleichen. Die Entscheidung zwischen Rente und Fonds­auszahl­plan ist dagegen Ermessens­sache.

Fast-Rentner, die dem Auf und Ab der Aktienmärkte nicht abge­neigt sind, können den Fonds­auszahl­plan UniProfiRente-Select ins Auge fassen. Die Fonds­gesell­schaft Union Investment macht es Kurz­entschlossenen leicht. Sie können noch zu bis einem Monat vor Beginn der Auszahl­phase zu ihr wechseln, wenn sie bisher mindestens 15 000 Euro angespart haben.

Die garan­tierte Rate des Fonds­auszahl­plans UniProfiRente Select ist für unseren Modell­fall pro 10 000 Euro Kapital zwar rund 2 bis 3 Euro nied­riger als die der Versicherer. Die nicht garan­tierten Über­schüsse, die idealer­weise bei allen oben drauf­kommen, könnten aber um einiges höher ausfallen. Sparer, die Union Investment zutrauen, die Versicherer mit ihrer höheren garan­tierten Rente, aber eher mick­rigen Über­schüssen zu schlagen, haben eine Wechsel­option mehr.

Wie Sie Ihre Riester-Auszahlung steuerlich optimieren, lesen Sie ab 11. Dezember 2019 in unserer Januar-Ausgabe und bei test.de.

Dieser Test wird regel­mäßig aktualisiert. Nutzer­kommentare können sich daher auf einen früheren Stand beziehen. Letzte Aktualisierung: 12. November 2019.

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