Private Rente: Was bedeutet was?

  • Garan­tierte Leistung. Sie ist schon bei Vertrags­beginn sicher und kann durch Über­schüsse in der Spar- und der Renten­phase steigen.
  • Bewertungs­reserven. Sie entstehen, wenn der Markt­wert der Kapital­anlagen eines Versicherers seit ihrer Anschaffung gestiegen ist. Kunden müssen daran beteiligt werden.
  • Zins­über­schuss. Vom Beitrag des Kunden zieht der Versicherer Abschluss-, Verwaltungs- und Risiko­kosten ab. Übrig bleibt der Spar­anteil. Auf diesen Anteil erhält der Kunde den garan­tierten Zins, derzeit 0,9 Prozent für Neuverträge. Erwirt­schaften die Kapitalmanager eines Versicherers höhere Erträge, entstehen Zins­über­schüsse. Davon müssen sie ihren Kunden mindestens 90 Prozent weiterreichen. Einen Teil des Zins­gewinns müssen die Versicherer seit 2011 zunächst in eine Zins­zusatz­reserve stecken. Welche Kunden wie davon profitieren, ist noch ungewiss.
  • Risiko­über­schuss. Versicherer beziehen das „Sterb­lich­keits­risiko“ der Kunden in ihre Kalkulation ein. Bei privaten Renten­versicherungen entsteht ein Risiko­über­schuss, wenn die Kunden früher sterben als gerechnet. Den Kunden stehen 90 Prozent des Risiko­über­schusses zu.
  • Kosten­über­schuss. Er entsteht, wenn die Verwaltungs­kosten durch ein effektives Kostenmanagement nied­riger sind als kalkuliert.
  • Kapitalzahlung. Der Kunde kann sich auch für eine Kapitalzahlung entscheiden statt für eine Rente. Er sollte sich jedoch vergewissern, bis zu welchem Zeit­punkt vor der Auszahlung er sich entscheiden muss. Wichtig vor der Entscheidung ist es, die Steuerbelastung mitzudenken Abzüge von der Auszahlung.
  • Voll­dynamische Rente. Bei dieser Variante ist der Kunde vor Kürzungen sicher. Die Rente ist hier anfangs nied­riger als bei der konstanten Auszahlungs­form (siehe unten Konstante Rente), erhöht sich aber durch Über­schüsse. Sinkt die Über­schuss­beteiligung, steigt die Rente weniger stark oder gar nicht. Die einmal erreichte Rentenhöhe bleibt aber mindestens erhalten.
  • Teildyna­mische Rente. Wie bei der voll­dynamischen Variante steigt die monatliche Auszahlung im Renten­verlauf, allerdings deutlich lang­samer und womöglich nicht jedes Jahr. Eine einmal erreichte Rente kann jedoch nicht wieder sinken.
  • Konstante Rente. Bei dieser Auszahlungs­form – von den Versicherern auch „flexible“ Rente oder Sofort­über­schuss­rente genannt – ist die monatliche Zahlung anfangs höher als bei der dyna­mischen Über­schuss­rente. Sie bleibt konstant, solange die Über­schuss­beteiligung gleich bleibt. Fällt die Über­schuss­beteiligung, sinkt die Rente. Doch auch wenn sie gleich hoch bleibt, verliert sie mit den Jahren an Kauf­kraft.

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