Wanderjahre neu aufgelegt

Damit zum Beispiel deutsche Konditoren lernen, wie ein französischer Chocolatier arbeitet, gibt es Sesam, ein von der EU-Kommission gefördertes Weiterbildungsprogramm für Handwerksgesellen und -meister. Diese moderne Variante der „Wanderschaft im Handwerk“ bietet Handwerkern und Handwerkerinnen die Chance, landesspezifische Berufstechniken zu erwerben und ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Bei dem von den Handwerkskammern und der Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung (Sequa) organisierten Weiterbildungsangebot können Handwerker aller Fachrichtungen und Altersgruppen acht Monate in einem EU-Land arbeiten und an außerbetrieblichen Seminaren teilnehmen. Seit 2001 werden auch Aufenthalte im Baltikum, in Polen, in der Slowakischen Republik und in Ungarn gefördert.

Voraussetzungen: Gesellenprüfung und Volljährigkeit

Bewerbungen für die Zuschüsse in Höhe von bis zu 5500 Euro für Sprachkurse, Reise- und Lebenshaltungskosten sind jederzeit möglich. Einzige Bedingung: „Die Sesam-Teilnehmer müssen die Gesellenprüfung abgelegt haben und mindestens 18 Jahre alt sein“, sagt Sequa-Projektassistentin Karin Lüdecke. Vorkenntnisse in der Sprache des Landes erleichterten zwar die Arbeit im jeweiligen Gastbetrieb, seien aber keine Voraussetzung für die Teilnahme, da zum Sesam-Programm ein vorbereitender Sprachkurs gehöre.

Handwerker, die sich mit dem Sesam-Programm im Ausland weiterbilden wollen, können sich über ihre örtliche Handwerkskammer bei Sequa anmelden. Neben Informationen und Bewerbungsunterlagen bieten die Kammermitarbeiter eine persönliche Beratung an und helfen bei der Stellensuche im Ausland.

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