Lernen von den Kollegen im Ausland haben sich zwei Austauschprogramme zum Ziel gemacht. Sie richten sich an Berufstätige, die für längere Zeit im Ausland leben und arbeiten möchten. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm ermöglicht jungen Kaufleuten, Technikern, Landwirten und Handwerkern einen einjährigen Unterrichts- und Praktikumsaufenthalt in den USA, das Sesam-Programm schickt Handwerker aller Altersgruppen für acht Monate in das europäische Ausland.

Als Mini-Botschafter in die Staaten

Junge Berufstätige bis maximal 23 Jahre können sich noch bis September 2003 für das Parlamentarische Patenschafts-Programm von August 2004 bis Juli 2005 bewerben. Das Stipendium bietet einen einjährigen USA-Aufenthalt mit Besuch eines Berufs-College und einem mehrmonatigen Praktikum in einem amerikanischen Unternehmen. Bonbons sind der Orientierungskurs in New York und das Abschlussseminar in Washington D.C.

Voraussetzung für die Bewerbung ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem handwerklichen, technischen oder kaufmännischen Beruf. Zugelassen werden außerdem junge Landwirte und Winzer. Die Bewerber sollten gute Grundkenntnisse der englischen Sprache haben, die sie durch mindestens drei Jahre Schulenglisch nachweisen müssen.

Abgeordnete übernehmen Patenschaft

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) wurde 1983 anlässlich des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderung nach Nordamerika ins Leben gerufen. Mitglieder des Deutschen Bundestages übernehmen die Patenschaft über jeweils einen Teilnehmer. Mit der Programmorganisation beauftragte der Deutsche Bundestag die Organisation „Inwent“ (Internationale Weiterbildung und Entwicklung, ehemals Carl Duisberg Gesellschaft).

Die Kosten für Flug, Unterbringung in einer Gastfamilie, Krankenversicherung und College-Gebühren übernehmen der Deutsche Bundestag und der US-Kongress. Trotzdem sollten die Teilnehmer des PPP-Programms über ausreichende finanzielle Eigenmittel verfügen. Inwent empfiehlt mindestens 5000 Euro, um sich persönliche Extras vor Ort leisten zu können.

Ziel des Programms ist der Abbau von Vorurteilen und Klischees sowie die Erweiterung der Sprachkenntnisse und der Berufspraxis. Zu den Verpflichtungen seitens der Teilnehmer steht auf der Homepage von Inwent: „Jeder Teilnehmer ist sich bewusst, dass er vom Deutschen Bundestag als Repräsentant Deutschlands in die USA gesendet wird. Er verpflichtet sich, die Aufgaben eines Minibotschafters angemessen zu erfüllen.“

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