Eine Finanztest-Leserin schreibt: „Mein Mann musste in ein Pfle­geheim ziehen, ich blieb in unserer gemein­samen Wohnung. Das Finanz­amt hat trotzdem die abzugs­fähigen Heim­kosten um die Haus­halts­ersparnis gekürzt. Was kann ich dagegen tun?“ Unsere Steuer­experten antworten.

Finanz­amt darf Haus­halts­ersparnis abziehen ...

Sie können sich gegen den Abzug mit einem Einspruch wehren. Zwar ist es seit einem Urteil des Bundes­finanzhofs aus dem Jahr 2017 Praxis der Finanz­ämter, dass die als außergewöhnliche Belastungen absetz­baren Heim­kosten um eine Haus­halts­ersparnis in Höhe des Grund­frei­betrags gemindert werden. Die Beamten argumentieren, dass eine Haus­halts­ersparnis pro ins Heim gezogener Person abzu­ziehen sei (Rand­nummer 17 des BFH-Urteils, Az. VI R 22/16) – selbst dann, wenn der Ehepartner in der Wohnung bleibt.

... wenn der Haushalt aufgelöst wird

Aber Sie können Ihren Einspruch so begründen: In Rand­nummer 33.3 Absatz 2 der Einkommensteuer-Richt­linien (EStR) heißt es, dass eine Haus­halts­ersparnis nur abzu­ziehen ist, wenn der private Haushalt wegen des Heim­auf­enthalts aufgelöst wird. Fordern Sie die Finanz­beamten auf zu erklären, auf welche Rechts­norm sie sich stützen. Viel Erfolg!

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