Noch ist offen, inwiefern Kosten für roll­stuhlgerechte Gartenwege Steuer­abzug bringen.

Ein Ehepaar will vor dem Bundes­finanzhof (BFH) durch­setzen, dass das Finanz­amt rund 6 000 Euro für den roll­stuhlgerechten Umbau des Gartens auf seinem Wohn­grund­stück als außergewöhnliche Belastungen anerkennt. Das Paar ließ die Gartenwege umbauen, damit die Ehefrau mit ihrem Roll­stuhl auch die Terrasse vor dem Haus erreichen kann. Obwohl sie einen Grad der Behin­derung von 70 hat, erkannten das Finanz­amt und das Finanzge­richt Münster die Ausgaben nicht als Krank­heits­kosten an. Sie lehnten den Abzug ab, weil das Paar auf der anderen Seite des Hauses schon einen roll­stuhlgerechten Zugang zum eigenen Garten hat. Zumindest mindern aber 20 Prozent der 2 165 Euro Lohn­kosten für die haus­halts­nahen Arbeiten die Steuerschuld des Ehepaars (Az. 7 K 2740/18 E).

Das Paar hat gegen das Urteil des Finanz­gerichts Revision einge­legt. Jetzt muss der BFH entscheiden, unter welchen Bedingungen Aufwendungen für den behindertengerechten Umbau eines Gartens als außergewöhnliche Belastungen zählen (Az. VI R 25/20).

Tipp: Lehnt das Finanz­amt Ihre behindertenbe­dingten Umbau­kosten ab, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf das anhängige BFH-Verfahren. Beantragen Sie zugleich bis zur Entscheidung das Ruhen des Verfahrens.

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