Außergewöhnliche Belastungen Meldung

Der Bundesfinanzhof (BFH) erleichtert Steuerzahlern den Nachweis von Krankheitskosten, die sie als außergewöhnliche Belastung absetzen wollen.

Ärztliche Bescheinigung

Nicht nur Amts-, Vertrauensärzte und Krankenversicherer können beurteilen, ob eine Krankheit eine bestimmte Therapie oder Maßnahme erfordert. Andere Mediziner kommen ebenfalls als Sachverständige infrage. Die Ärzte müssen den Fall nicht zwingend vor einer Behandlung oder Maßnahme beurteilen. Das ist auch später noch möglich. In einem der Verfahren beim BFH hatten Eltern geklagt, die fast 20 000 Euro für die Unterkunft, Verpflegung und Therapie des Sohnes in einem Internat mit Legastheniezentrum absetzen wollten (Az. VI R 17/09). In einer anderen Klage ging es um 5 000 Euro für neue Möbel, die angeschafft wurden, weil das Kind Asthmabeschwerden hatte (Az. VI R 16/09).

Seniorenheim

Eine weitere Entscheidung hilft Menschen, die im Seniorenheim leben, weil sie krank sind. Sie können ohne Pflegestufe Miet- und Verpflegungskosten absetzen, entschied der BFH. Ein Schwerbehindertenausweis sei ebenfalls nicht nötig. Die 74-jährige Klägerin war nach der Behandlung in einer psychiatrischen Klinik auf Empfehlung des Arztes in ein Seniorenheim gezogen. Die eigene Wohnung in einem Zweifamilienhaus hatte sie behalten (Az. VI R 38/09).

Tipp: Legen Sie binnen eines Monats Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid ein, wenn Ihre Krankheitskosten wie bei den Klägern nicht anerkannt werden. Verweisen Sie auf das Aktenzeichen des BFH-Urteils, das für Sie entscheidend ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 410 Nutzer finden das hilfreich.