Außergewöhnliche Belastungen Kurzer Vermerk vom Amts­arzt genügt

Ein knappes Attest vom Amts­arzt kann ausreichen, damit das Finanz­amt Kosten einer wissenschaftlich nicht anerkannten Heil­methode steuerlich akzeptiert. Das entschied das Finanzge­richt Rhein­land-Pfalz (Az. 1 K 1480/16).

Geklagt hatten die Eltern einer Zwei­einhalb­jährigen, die wegen Komplikationen bei der Geburt schwerbehindert ist. Sie hatten ihr Kind in einem von zwei Heilpraktikern betriebenen „Naturheilzentrum“ behandeln lassen und dafür 16 800 Euro gezahlt. Nachdem die Krankenkasse eine Kosten­erstattung abge­lehnt hatte, wollten die Eltern ihre Ausgaben zumindest als außergewöhnliche Belastung bei der Steuer geltend machen. Dazu legten sie ein privatärztliches Attest vor, das die Teil­nahme am Förderprogramm des Naturheilzentrums empfahl, da für Kind und Familie jeder positive Impuls auch medizi­nisch zu begrüßen sei. Die Angaben wurden mit einem kurzen Vermerk auf dem Attest vom Amts­arzt bestätigt. Das Finanz­amt lehnte dennoch ab, da der Amts­arzt kein Gutachten erstellt hatte. Das Gericht wider­sprach: Die knappe Äußerung des Amts­arztes sei ausreichend. Das Urteil ist rechts­kräftig.

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