Kläger können die Kosten für einen Zivilprozess als außergewöhnliche Belastung absetzen. Entscheidend ist nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH), dass die Klage weder mutwillig noch chancenlos war. Eine Chance von 50 Prozent reiche aus. Der Prozessinhalt sei unerheblich (Az. VI R 42/10).

Eine Frau hatte ihren Versicherer erfolglos verklagt, ihr Krankentagegeld zu zahlen. Die Prozesskosten von 9 906 Euro will das Finanzamt nicht anerkennen. Nun hat der BFH das Verfahren an das Finanzgericht zurückgegeben. Die Richter dort sollen prüfen, ob die Gewinnchance groß genug war und das Finanzamt die Kosten doch anerkennen muss.

Tipp: Legen Sie binnen eines Monats Einspruch gegen den Steuerbescheid ein, wenn Ihre Prozesskosten vom Finanzamt abgelehnt werden. Geben Sie eine Einschätzung Ihres Anwalts über die Gewinnchance mit ab. Verweisen Sie auf das BFH-Urteil und beantragen Sie das Ruhen des Verfahrens bis feststeht, ob die Finanzämter die Entscheidung anwenden werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 607 Nutzer finden das hilfreich.