„Malerisch“ heißt nicht menschen­leer.

Auch wer die teuerste Kabinenkategorie „Außen Superior“ mit Meerblick bucht, muss damit leben, wenn andere Urlauber vorm Fenster entlang­gehen und den freien Blick stören. Eine Frau machte mit ihrem Reise­begleiter eine Fahrt mit einem Hurtig­ruten-Post­schiff. Hinterm Fenster lag die Reling, und dort spazierten ab und zu Mitreisende. Das störte die beiden. Sie hielten die Aussicht nicht für „malerisch“, wie im Prospekt beschrieben, und verlangten eine Reise­preis­minderung. Doch dies sei kein echter Reise­mangel, sondern nur eine gering­fügige Unannehmlich­keit, die das Paar ohne Entschädigung hinnehmen müsse, meinte das Land­gericht Frank­furt am Main. Recht bekamen die beiden mit ihrer Kritik am Bett. Das Doppelbett stand so, dass das zweite nur erreich­bar war, indem man über das erste kletterte. Am Fuß­ende war ein kleiner Spalt. Der war zu schmal, so das Gericht. Urlauber dürfen erwarten, dass sie ohne besondere Mühe ins Bett kommen – ohne den im anderen Bett Schlafenden zu stören. Das gelte auch für Post­schiffe, wenn der Prospekt den Komfort eines Passagierschiffes zusichert. Dafür gab es 5 Prozent Minderung auf den Gesamt­reise­preis, hier 344 Euro (Az. 2–24 S 216/18).

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