Auslandszahlungen Meldung

Die Europäische Kommission will Banken mit einer Verordnung dazu zwingen, grenzüberschreitende Euro-Zahlungen zu den gleichen Gebühren wie Inlandszahlungen abzuwickeln. Bereits ab 1. Januar 2002 soll es für Kartenzahlungen und Abhebungen am Geldautomaten keine Rolle mehr spielen, ob der Kunde seine Kredit- oder ec-Karte im EU-Ausland oder im Heimatland einsetzt.

Ab Januar 2003 dürfen Banken nach dem Verordnungsentwurf auch für Überweisungen und Schecks innerhalb der Europäischen Union nicht mehr kassieren als für einen Geldtransfer im Inland. Die Regelungen sollen für alle Zahlungen bis zu 50.000 Euro gelten.

Mit ihrem Vorstoß will die EU-Kommission den horrenden Gebühren für Zahlungen ins Ausland ein Ende machen. Nach einer von der Kommission vorgestellten Studie müssen Bankkunden für eine Überweisung von 100 Euro zwischen zwei Mitgliedstaaten noch immer durchschnittlich 17,36 Euro (von Deutschland aus 11,93 Euro) zahlen.

In den vergangen Jahren hatte die EU-Kommission von der Kreditwirtschaft mehrfach vergeblich gefordert, die Missstände zu beseitigen. Ob sie sich gegen den Widerstand der Kreditwirtschaft durchsetzt, ist allerdings ungewiss. Zuvor müssen der EU-Ministerrat und das Europaparlament der Verordnung zustimmen.

Die schärfere Gangart der Kommission hat die Banken unter Zugzwang gesetzt. Zwei Tage vor der Verabschiedung des Verordnungsentwurfs stellten die Verbände der europäischen Banken, Sparkassen und Volksbanken in Brüssel das System "IBAN" (International Bank Account Number) vor. Dabei handelt es sich um einen bis zu 34 Stellen langen Zahlencode, mit dem grenzüberschreitende Überweisungen in der EU ab dem kommenden Jahr automatisiert und daher kostengünstiger abgewickelt werden können.

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