Scharfe Kritik übt die Europäische Zentralbank (EZB) an den Geldinstituten: Grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der EU sind immer noch zu teuer und zu langsam.

Außerdem müsse bei jeder vierten Überweisung nicht nur der Auftraggeber, sondern auch der Zahlungsempfänger Gebühren bezahlen. Die EZB hat die Banken jetzt aufgefordert, diese "unrechtmäßige doppelte Entgeltbelastung" umgehend abzuschaffen.

Privatkunden müssen im Schnitt 17,10 Euro, also rund 34 Mark für eine Auslandsüberweisung berappen. Das ist etwa das 100fache der Gebühren für Inlandsüberweisungen. Deutschland liegt mit 15 Euro für eine Auslandsüberweisung etwas unter dem Durchschnitt. Extrem hohe Gebühren (zwischen 25 und 30 Euro) werden dagegen in Portugal und Irland verlangt.

Zudem lassen sich die Banken mit der Wertstellung des Geldes viel Zeit. Nur etwa 6 Prozent der Überweisungen werden innerhalb eines Geschäftstags erledigt, moniert die EZB. Durchschnittlich dauert eine Zahlung ins europäische Ausland 3,41 Geschäftstage. Bei etwa 5 Prozent der Überweisungen müssen die Kunden sogar länger als sieben Geschäftstage warten, bis der Auftrag ausgeführt ist.

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