So haben wir getestet

Im Test

Wir haben 35 Jahres­verträge für Familien und 46 Jahres­verträge für Einzel­personen für welt­weit geltende Auslands­reise-Kranken­versicherungen geprüft. Kombinationen mit anderen Versicherungen haben wir nicht berück­sichtigt.

Abwertung

Fiel eines der Gruppen­urteile „Allgemeine Bedingungen“, „Gesund­heits­leistungen“ oder „Krankenrück­trans­port, Über­führung/Bestattung“ bei einem Tarif mangelhaft aus, wurde das Gesamt­urteil um eine halbe Note abge­wertet.

Finanztest-Qualitäts­urteil

In das Finanztest-Qualitäts­urteil flossen die unten erläuterten Gruppen­urteile mit unterschiedlicher Gewichtung ein.

Allgemeine Bedingungen (25 %)

Unsere Prüf­punkte: Verzichtet der Versicherer auf einen verpflichtenden Selbst­behalt? Erkennt er neben schulmedizi­nischen Behand­lungen und Arzneien auch andere Methoden an, die sich in der Praxis als ebenso erfolgs­versprechend bewährt haben? Ist klar geregelt, dass der Versicherer voll leistet, wenn der Fall zuerst ihm gemeldet wird, ohne dass vorher Ansprüche gegen­über anderen Versicherern, Krankenkassen oder Sozial­versicherungs­trägern geltend gemacht werden müssen?

Zahlt der Versicherer bis zur Wieder­herstellung der Trans­port­fähig­keit, auch wenn der Kunde länger behandelt werden muss, als die Reise maximal dauern durfte (Nach­leistung)? Geprüft haben wir auch, ob sich Neukunden alters­unabhängig versichern können und bis zu welchem Alter Kinder in Familien­verträgen mitversichert sind.

Auch die Dauer des Reise­schutzes haben wir bewertet. Positiv ist, wenn die Reise mindestens sechs Wochen, besser acht Wochen, dauern darf.

Krankenrück­trans­port, Über­führung/Bestattung (25 %)

Stan­dard bei allen Versicherern ist die Kosten­über­nahme für einen medizi­nisch notwendigen Rück­trans­port des Patienten. Verbraucherfreundlicher ist es, wenn ein Anspruch auf Rück­trans­port besteht, sobald eine stationäre Behand­lung im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert. Am güns­tigsten haben wir es bewertet, wenn der Anspruch ohne Einschränkung besteht, sobald der Rück­trans­port medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar ist. Der Versicherte sollte aber nicht zum Rück­trans­port verpflichtet werden. Gut ist auch, wenn der Versicherer keinen Abzug für Rück­reise­kosten vorsieht. Positiv bewertet haben wir, wenn der Versicherer Kosten für eine Begleit­person über­nimmt. Der Versicherte sollte sowohl im Urlaubs­land als auch am Wohn­ort in das nächst­gelegene und geeignete Kranken­haus trans­portiert werden. Stirbt ein Versicherter im Ausland, sollte der Versicherer mindestens 10 000 Euro für Über­führung oder Bestattung vor Ort erstatten.

Gesund­heits­leistungen (30 %)

Ein wichtiger Prüf­punkt sind die Regeln zu Vorerkrankungen. Wir haben es nicht negativ bewertet, wenn geplante oder aufgrund ärzt­licher Diagnose bei Reiseantritt fest­stehende Behand­lungen ausgeschlossen sind. Der Versicherer sollte aber für geplante Behand­lungen auf einer Reise wegen des Todes eines nahen Angehörigen aufkommen. Einschränkungen der Leistungs­pflicht auf „akute“, „unvor­hergesehene“ oder „nicht absehbare“ Erkrankungen sollten nicht in den Bedingungen stehen. Sie höhlen insbesondere den Schutz von Chronikern aus, die immer damit rechnen müssen, im Ausland zu erkranken. Leistungen für Behand­lungen bei einzelnen Erkrankungen sollten ebenfalls nicht generell ausgeschlossen sein. Wir haben auch untersucht,

  • ob die Behand­lung von psychischen Erkrankungen generell ausgeschlossen ist oder ob dieser Ausschluss nur für Psycho­analyse und Psycho­therapie gilt,
  • ob Verletzungen durch sport­liche Aktivitäten ausgeschlossen sind,
  • ob es für Zahnbe­hand­lungen neben schmerz­stillenden Behand­lungen und Füllungen eine Erstattung für provisorischen Zahn­ersatz gibt, nicht nur nach Unfällen und ohne Betrags­grenzen,
  • ob Hilfs­mittel, die unfall- oder krank­heits­bedingt ärzt­lich verordnet werden, zur Leistung gehören,
  • ob der Versicherer bei akut auftretenden Schwanger­schafts­komplikationen einschließ­lich Fehl- und Früh­geburten uneinge­schränkt zahlt,
  • ob Leistungen für physika­lische Therapien wie Elektrotherapie und Massagen über­nommen werden,
  • ob klar geregelt ist, dass der Versicherer die Behand­lung von Früh­geborenen bei einer Früh­geburt im Ausland über­nimmt,
  • ob stationäre Behand­lungen ohne Beschränkung erstattet und nicht einge­schränkt werden auf „unaufschieb­bare Behand­lungen oder Operationen“.

Leistung für Schäden durch Krieg, Pandemie, Kern­energie (10 %)

Die Versicherer sollten Leistungen für Erkrankungen im Zusammen­hang mit Kriegen und inneren Unruhen nur ausschließen, wenn der Versicherte sich aktiv daran beteiligt oder die Kriegs­ereig­nisse aufgrund einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor Reise­beginn klar vorhersehbar waren. Auch sollte er keine Auflagen machen, das Land inner­halb einer bestimmten Frist zu verlassen, wenn über­raschend Unruhen ausbrechen. Im Zusammen­hang mit Pandemien wie der Schweinegrippe oder nach einem Atom­unfall sollten Leistungen nicht ausgeschlossen sein.

Trans­parenz/Verständlich­keit (10 %)

Den Prüf­punkt Trans­parenz/Verständlich­keit erläutern wir in Versicherungsbedingungen.

Zusatz­informationen (nicht bewertet)

Grund­beitrag. Der ausgewiesene Beitrag gilt für Neuverträge.

Alters­zuschlag ab ... Ab diesem Alter zahlen Kunden mehr als den Grund­beitrag für die Versicherung.

Erhöhter Beitrag oder Alters­zuschlag. Diesen Beitrag zahlen Versicherte ober­halb der Alters­grenze oder Familien, wenn eine Person diese Grenze erreicht. Der Zuschlag gilt bei Familien­verträgen pro Person ober­halb der Alters­grenze.

Höchst­alter bei Eintritt. Kunden, die dieses Alter über­schritten haben, können den Vertrag nicht abschließen.

Kinder mitversichert. Kinder sind bis zum genannten Alter mitversichert.

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