Sinnvoll und günstig: Gesetzlich Krankenversicherte sollten für ihren Urlaub im Ausland eine Reise­kranken­versicherung abschließen. Die gute Nachricht: Guten Schutz gibts bereits für zehn Euro im Jahr. Und: Die Versiche­rungs­bedingungen für Reise­kranken­versicherungen sind in den letzten Jahren erheblich kunden­freundlicher geworden. So übernehmen immer mehr Versicherer etwa die Kosten für einen Kranken­rück­transport aus dem Ausland. Die schlechte Nachricht: Der Test ergab, dass die tele­foni­schen Notrufdienste vieler Anbieter in der Praxis überfordert sind. Finanztest sagt, wie sich Urlauber gut und günstig für den Notfall im Urlaub versichern.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Auslandsreise-Krankenversicherung

Wichtiger Schutz auch innerhalb Europas

Eine Reisekrankenversicherung übernimmt die Kosten von Behandlung und Medikamenten im Ausland. Das ist vor allem für gesetzlich Kranken­versicherte wichtig: Denn die Krankenkassen zahlen nur für Behandlungen innerhalb der Europäischen Union und in Staaten, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht. Beliebte Ziele wie etwa Ägypten oder die USA fallen nicht darunter: So kann ein mehrwöchiger Aufenthalt in einerm US-amerikanischen Krankenhaus einen Normalverdiener ruinieren. Schnell kommen dort 2 000 Euro pro Tag zusammen. Aber auch innerhalb Europas bekommen Urlauber Behandlungskosten nicht immer voll erstattet. Zwar sind sie mit Auslandskrankenschein grundsätzlich geschützt. Der Umfang der Leistungen richtet sich allerdings nach den Bestimmungen des Gastlandes und ist oft bescheidener als in Deutschland. Hinzu kommt: Einen Kranken­rücktransport zahlen die Kasse nie. Schon allein deshalb lohnt sich der Abschluss der Versicherung.

Der richtige Vertrag für den Urlaub

Die Dauer einer Reise bestimmt den Versicherungsvertrag. Wer nicht länger als sechs Wochen am Stück in Urlaub fährt, schließt am besten einen Jahresvertrag ab. Das ist am günstigsten. So zahlen Einzelpersonen unter 65 Jahren etwa bei der Düsseldorfer gerade mal 7,52 Euro für einen Jahres­vertrag mit sehr guten Versicherungsbedingungen. Junge Familien sind gut und günstig bei der HUK 24 versichert: Hier kostet ein Jahresvertrag 14,50 Euro. Die meisten Verträge verlängern sich automatisch für ein weiteres Jahr. Langzeiturlauber, die länger als 42 Tage am Stück verreisen möchten, müssen Verträge für eine Einzelreise abschließen - je länger der Auslandsaufenthalt, desto teurer die Police. Auch für ältere Senioren wird ein meist happiger Prämienaufschlag fällig.

Tipp: Sie finden alle 28 getesteten Auslandsreise-Krankenversicherungs-Tarife für Familien im Testkompass. Weitere 43 Tarife für Einzelpersonen sowie 25 Tarife für Reisen von 90 Tagen und einem Jahr finden Sie online komplett + interaktiv oder in FINANZtest 6/2006.

Schlechte Betreuung im Notfall

Für die meisten Auslandsreisenden ist schnelle Hilfe und ein Ansprechpartner im Notfall wichtig. Das wissen auch die Versicherer und werben mit ihrer 24-Stunden-Notfallhilfe. In der Praxis aber versagte ein Großteil der Anbieter. Der Testfall: Die Notfallhelfer sollten einem „Verunglückten“ Adresse und Telefonnummer des nächstgelegenen Krankenhauses in Antalya an der türkischen Riviera nennen. Problem: In den meisten Notdienststellen fehlten ausreichende Ortskenntnisse, Karten oder Informationen über Kranken­häuser in der Region. Immerhin riefen sie nach längerer Recherche zurück und nannten Krankenhäuser, die aber zum Teil bis zu 100 Kilometer entfernt lagen. Unbefriedigend waren die Ergebnisse bei der Würzburger, der Central und der Envivas: Die Helfer nahmen entweder langwierig persönliche Daten, Reisedaten und Unfallhergang auf oder sie belehrten die Hilfesuchenden über die Regulierungspraxis und sagten, sie sollen sich beim Vermieter der Ferienwohnung oder einer Gaststätte über das nächstgelegene Krankenhaus informieren. Pech für denjenigen, der kein türkisch spricht. Dennoch gilt: Selbst ein Anbieter mit schlechter Betreuung ist besser als gar kein Schutz.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2580 Nutzer finden das hilfreich.