So haben wir getestet

Im Test

Wir haben 40 Jahres­verträge für welt­weit geltende Auslands­reise-Kranken­versicherungen für Einzel­personen und Familien geprüft. Kombinationen mit anderen Versicherungen haben wir nicht berück­sichtigt.

Abwertung

Fiel das Gruppen­urteil „Gesund­heits­leistungen“ bei einem Tarif mangelhaft aus, wurde das Gesamt­urteil um 0,5 Punkte abge­wertet.

Finanztest-Qualitäts­urteil

Manchen Einzel­kriterien sind wir dieses Jahr tiefer auf den Grund gegangen. Wir haben beispiels­weise die Leistungen für alternative Behand­lungs­methoden und den Krankenrück­trans­port genauer untersucht. In das Finanztest-Qualitäts­urteil flossen die unten erläuterten Prüf­punkte mit unterschiedlicher Gewichtung ein.

Allgemeine Bedingungen (30 %)

Unsere Prüf­punkte: Verzichtet der Versicherer auf einen verpflichtenden Selbst­behalt? Erkennt er neben schulmedizi­nischen Behand­lungen und Arzneien auch Methoden an, die sich in der Praxis als ebenso erfolg­versprechend bewährt haben? Ist klar geregelt, dass der Versicherer im vollen Umfang leistet, wenn der Versicherungs­fall zuerst ihm gemeldet wird, ohne dass vorher Ansprüche gegen­über anderen Versicherern geltend gemacht werden müssen (Vorleistung)? Zahlt der Versicherer im Krank­heits­fall bis zur Wieder­herstellung der Trans­port­fähig­keit, auch wenn der Kunde länger behandelt werden muss, als die Reise maximal dauern durfte (Nach­leistung)? Geprüft wurde auch, ob sich Neukunden alters­unabhängig versichern können.

Besondere Bedingungen

Krankenrück­trans­port, Über­führung/Bestattung (30 %)

Stan­dard bei allen Versicherern ist ein medizi­nisch notwendiger Rück­trans­port des Patienten. Verbraucherfreundlicher ist es, wenn ein Anspruch auf Rück­trans­port besteht, sobald eine stationäre Behand­lung im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert. Am güns­tigsten haben wir es bewertet, wenn der Anspruch auf Rück­trans­port ohne weitere Einschränkung besteht, sobald dieser medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar ist. Auch sollte der Versicherte bei stationären Behand­lungen sowohl im Urlaubs­land als auch am Wohn­ort in das nächst­gelegene und geeignete Kranken­haus trans­portiert werden. Stirbt ein Versicherter im Ausland, sollte der Versicherer mindestens 10 000 Euro für Über­führung oder Bestattung vor Ort erstatten.

Gesund­heits­leistungen (30 %)

Ein wichtiger Prüf­punkt sind die Rege­lungen zu Vorerkrankungen. Wir haben es nicht negativ bewertet, wenn geplante oder aufgrund ärzt­licher Diagnose bereits bei Reiseantritt fest­stehende Behand­lungen ausgeschlossen sind. Für geplante Behand­lungen sollte auf einer Reise wegen des Todes eines nahen Angehörigen geleistet werden. Einschränkungen der Leistungs­pflicht auf „akute“, „unvor­hergesehene“ oder „nicht absehbare“ Erkrankungen sollten in den Bedingungen nicht stehen. Sie höhlen insbesondere den Schutz von Chronikern aus, die immer damit rechnen müssen, im Ausland zu erkranken. Leistungen für Behand­lungen bei einzelnen Erkrankungen sollten ebenfalls nicht generell ausgeschlossen sein. Wir haben auch untersucht,

  • ob die Behand­lung von psychischen Erkrankungen generell ausgeschlossen ist oder ob dieser Ausschluss nur für Psycho­analyse und Psycho­therapie gilt,
  • ob Verletzungen durch sport­liche Aktivitäten ausgeschlossen sind,
  • ob es für Zahnbe­hand­lungen neben schmerz­stillenden Behand­lungen und Füllungen eine Erstattung für provisorischen Zahn­ersatz gibt, nicht nur nach Unfällen und ohne Betrags­grenzen,
  • ob Hilfs­mittel, die unfall- oder krank­heits­bedingt ärzt­lich verordnet werden, zur Leistung gehören,
  • ob der Versicherer bei akut auftretenden Schwanger­schafts­komplikationen einschließ­lich Fehl- und Früh­geburten uneinge­schränkt zahlt.

Leistung bei Krieg, Pandemie (10 %)

Die Versicherer sollten Leistungen für Erkrankungen im Zusammen­hang mit Kriegen und inneren Unruhen nur ausschließen, wenn der Versicherte sich aktiv daran beteiligt oder die Kriegs­ereig­nisse aufgrund einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor Reise­beginn vorhersehbar waren. Auch sollten keine Auflagen gemacht werden, das Land inner­halb einer bestimmten Frist zu verlassen, wenn über­raschend Unruhen ausbrechen. Leistungen im Zusammen­hang mit Pandemien sollten nicht generell ausgeschlossen sein.

Grund­beitrag. Der ausgewiesene Beitrag gilt für Neuverträge.

Alters­zuschlag ab... Ab diesem Alter zahlen Kunden mehr als den Grund­beitrag für die Versicherung.

Erhöhter Beitrag oder Alters­zuschlag. Diesen Beitrag zahlen Versicherte ober­halb der Alters­grenze oder Familien, wenn eine Person diese Grenze erreicht. Der Zuschlag gilt bei Familien­verträgen pro Person ober­halb der Alters­grenze.

Höchst­alter bei Eintritt. Kunden, die dieses Alter über­schritten haben, können den Vertrag nicht abschließen.

Kinder mitversichert. Kinder sind bis zum genannten Alter mitversichert.

Über­nahme Rooming-in-Kosten. Kosten­über­nahme für die Unterbringung einer Begleit­person im oder beim Kranken­haus, wenn ein minderjäh­riges Kind ins Kranken­haus muss. Die Leistungen sind „einge­schränkt“, wenn in den Bedingungen Alters- oder Betrags­grenzen stehen.

Kosten­ersatz Notfall­betreuung von Kindern. Der Versicherer zahlt, wenn Kinder wegen schwerer Erkrankung, Unfall oder Tod der Eltern im Urlaub betreut oder zurück­geholt werden müssen. Manche Versicherer leisten „einge­schränkt“, sie haben also Alters­grenzen oder zahlen nur für die Betreuung.

Such-, Rettungs- und Bergungs­kosten. Der Versicherer zahlt für Such­dienst, Bergung oder Rettung bis zu einem angegebenen Betrag.

Erstattung Telefon­kosten bei 24-Stunden-Notruf aus dem Ausland. Der Versicherer erstattet auf Antrag die Telefon­kosten, da nur wenige Notruf-Nummern kostenlos sind. Manche Versicherer zahlen nur die Kosten für Anrufe wegen eines Krankenrück­trans­ports.

Dieser Artikel ist hilfreich. 99 Nutzer finden das hilfreich.