Auslandsreise-Krankenversicherung Test

Sarah Bormann studierte neun Monate an der Universidad de Chile in Santiago. Sie hatte eine ­Reisekranken­versicherung ­abgeschlossen, ­damit sie Arztkosten nicht selbst bezahlen muss.

Austauschstudenten oder Rentner, die im Süden überwintern, brauchen eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Langzeitschutz. Je länger die Reise, desto teurer die Versicherung.

Seit meine Freundin mit dem Verdacht auf eine Rückenmarkerkrankung von Chile zurück nach Deutschland geflogen wurde, ist mir klar, wie wichtig es ist, sich abzusichern“, sagt Sarah Bormann, die selbst neun Monate in Chile studiert hat.

Den Rücktransport der Freundin hat die Auslandsreise-Krankenversicherung be­zahlt. „Aber schon Arztbehandlungen könnte eine Studentin wie ich gar nicht selbst zahlen“, fügt die 28-Jährige hinzu.

Das kann Gabriele Knieps vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) nur bestätigen. „Vor allem bei Studierenden, die in die USA gehen, kann es zu Komplikationen kommen. Denn wer in den Vereinigten Staaten keine Krankenversicherung hat, muss die extrem hohen Kosten bar bezahlen. Kann er das nicht, kommen noch mal Gebühren obendrauf. Der DAAD achtet deshalb genau darauf, dass alle Studierenden einen gültigen Krankenversicherungsschutz für das Ausland haben, bevor sie aufbrechen.“

Hunderte Euro Preisunterschied

Wir haben die Angebote für Auslandsaufenthalte von drei Monaten und für Reisen über ein ganzes Jahr untersucht. Die Preisunterschiede sind enorm. Rentner ab 70 Jahre zahlen für 90 Tage bei der Württembergischen nur 125 Euro ohne Selbstbehalt, 405 Euro dagegen für 90 Tage bei der LKH und zwar mit Selbstbehalt: siehe Tabelle „Reisekrankenversicherung (90 Tage)“. Unschlagbar günstig für Rentner bis 69 Jahre ist die Gothaer mit 24 Euro ohne Selbstbehalt. Hier darf der Aufenthalt aber nur 84 Tage dauern.

Auch für Studenten oder Au-Pairs, die ein Jahr ins Ausland wollen, lohnt sich ein Vergleich: Zwischen rund 350 Euro und 1 300 Euro liegen hier die Beiträge.

In manchen Ländern sind Studenten zwar über das dortige Sozialsystem versichert. Ein Krankenrücktransport nach Hause wäre aber nicht gedeckt. Die Reiseversicherung übernimmt die Kosten, wenn er medizinisch notwendig oder ärztlich angeordnet ist. Doch auch sie zahlt nicht für die Folgen jedes Angriffs auf die Gesundheit. „Mir wurden in Großbritannien zwei Schneidezähne ausgeschlagen“, berichtet der 41-jährige Berliner Gerd Maak. „Das wird von der Auslandsreise-Krankenversicherung nicht übernommen.“

Die Versicherer zahlen nur schmerz­stillende Zahnbehandlungen, einfache Zahnfüllungen und Reparaturen von Zahnersatz, nicht aber den Zahnersatz selbst. Auch Psychotherapien oder Entzugsbehandlungen werden nicht bezahlt.

Für die meisten Fälle dürften die Reisenden jedoch mit einer solchen Police gewappnet sein. Ambulante und stationäre Behandlungen, die verordneten Medikamente und Heilmittel und der Transport zum nächsten Krankenhaus oder Notarzt werden übernommen.

Sarah Bormann musste zum Glück nichts davon in Anspruch nehmen. „Ich musste nur einmal mit einer Augenentzündung zum Arzt“, sagt sie. Sie machte zu dieser Zeit gerade ein Praktikum bei einer Einrichtung der Vereinten Nationen. „Da wurde ich kostenlos von einem Betriebsarzt behandelt.“

Dieser Artikel ist hilfreich. 1406 Nutzer finden das hilfreich.