Checkliste: Hilf dir selbst!

Die Notrufdienste der Reisekrankenversicherer sind kein verlässlicher Partner, wenn es darum geht, im Ausland einen geeigneten Arzt zu finden. Am besten, Sie sorgen schon zuhause für den Notfall vor. Die Checkliste sagt Ihnen, wie und wo Sie Hilfe finden und was im Notfall zu tun ist:

Vorbereitung zuhause

  • Auswärtiges Amt. Das Auswärtige Amt bietet Reise- und Sicherheitshinweise, Einreisebestimmungen, Gesundheitshinweise und viele Informationen zu Politik, Wirtschaft, Kultur aller Länder. Sie erfahren zum Beispiel, für welches Land es Reisewarnungen gibt oder in welchen Regionen Malariaerkrankungen möglich sind. Den Bürgerservice können Sie ­telefonisch unter 0 30 18/17 20 00 ­erreichen oder per E-Mail unter ­buergerservice@diplo.de.
  • Telefonnummern. Notieren Sie sich für Notfälle schon vor der Reise die Notrufnummern von Feuerwehr, Ambulanz und Polizei des Urlaubsortes und recherchieren Sie über das Internet, wo Sie an Ihrem Reiseziel den nächsten Arzt oder das nächste Krankenhaus finden.
  • Reisefähigkeit. Gerade für ältere Reisende oder Menschen mit Vorerkrankungen kann es sich sehr lohnen, sich vor dem Urlaub von einem Arzt die Reisefähigkeit schriftlich bestätigen zu lassen. Das erleichtert im Ernstfall den Umgang mit dem Versicherer.

Was tun vor Ort?

  • Arztsuche. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie am Urlaubsort einen Arzt oder ein Krankenhaus finden, vertun Sie oft Zeit, wenn Sie sich an die Notrufnummer Ihres Versicherers wenden. Unsere Praxistests zeigen, dass die Mitarbeiter Ihnen meist nicht gezielt weiterhelfen (siehe „Notrufdienste“). Fragen Sie lieber Hotelmitarbeiter oder Einheimische. Wenn Sie die Sprache nicht sprechen, rufen Sie ­einen Bekannten in Deutschland mit Internetanschluss an. Der kann die nötigen Adressen in den meisten ­Fällen schnell herausfinden.
  • Deutsche Botschaft. Gerade für ­Individualtouristen, die in exotischen Reiseländern unterwegs sind, können die deutschen konsularischen Vertretungen im Ausland auch bei ­einem gesundheitlichen Notfall Ansprechpartner sein – insbesondere bei der Suche nach Ärzten vor Ort. Die Adressen und Telefonnummern der Botschaften finden Sie in den meisten aktuellen Reiseführern oder vorab beim Auswärtigen Amt.
  • Taxi. Nicht immer sind Ärzte oder Gesundheitszentren von außen deutlich als solche zu erkennen. Auch Hinweisschilder in Ortszentren sind nicht selbstverständlich. Wenn Sie schnell einen Arzt aufsuchen wollen, kann es deshalb sinnvoll sein, sich von einem ortskundigen Taxifahrer dorthin fahren zu lassen. Die Taxirechnung wird von einigen Versichererern sogar übernommen.
  • Notrufdienst des Versicherers. ­Halten Sie die Notrufnummer Ihres Versicherers trotzdem während des Urlaubs griffbereit. Um die spätere Abrechnung mit dem Versicherer zu erleichtern, sollten Sie ihn so früh wie möglich informieren und fragen, wie Sie weiter vorgehen sollen.
  • Arztbesuch. Kleinere Behandlungen im Ausland zahlen Sie zunächst selbst, das Geld bekommen Sie vom Versicherer zurück. Heben Sie die Rechnung und schriftliche Angaben über Diagnose und Therapie auf. Lesen Sie in Ihren Versicherungsbedingungen nach, was auf den Belegen stehen muss – wie jede einzelne ärztliche Leistung mit Behandlungsdatum. Bei größeren Behandlungen regelt der Versicherer die Bezahlung direkt mit dem Arzt oder der Klinik.

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