Auslandsreise-Krankenversicherung Test

Auslandsreise-Krankenversicherungen bieten bessere Konditionen als noch vor einigen Jahren - und das ab 6 Euro im Jahr. Wer bereits eine Police besitzt, kann sie nachbessern lassen oder nach der Kündigungsfrist den Anbieter wechseln. Finanztest nennt die besten Angebote.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Auslandsreise-Krankenversicherung

Im Test

Finanztest hat 38 weltweit geltende Auslandsreise-Krankentarife untersucht. Dabei handelt es sich um Jahresverträge, die sich ohne Kündigung automatisch verlängern. Von den 38 untersuchten Tarifen schnitten zwei Drittel sehr gut und gut für ihre Versicherungsbedingungen ab - obwohl die Testkriterien strenger waren, als bei der vergangenen Untersuchung.

Sehr gut und günstig

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Sehr gute Bedingungen zu günstigem Preis finden Einzelpersonen bei dem Tarif AR der Debeka - und zwar ohne Selbstbehalt. Als Erwachsener zahlt der Versicherte unabhängig vom Alter 6 Euro im Jahr. Bei vielen Anbietern müssen Kunden spätestens ab einem Alter von 70 Jahren einen Zuschlag zahlen. Wer seine Familie sehr gut und günstig versichern möchte, kann online einen Vertrag mit der Huk24 schließen. Sie versichert für 14,50 Euro im Jahr alle Familienangehörigen bis zum Alter von 70 Jahren. Ältere Kunden zahlen im Familientarif 11 Euro extra pro Person über 70 Jahre. Für Schwangere sind zum Beispiel die sehr guten Tarife von Barmenia und Central geeignet. Sie zahlen auch dann, wenn im Urlaub unvorhergesehen Komplikationen bei Mutter und Kind auftreten. Die insgesamt neun sehr guten Tarife im Test zeigt der Testkompass.

Klare Vertragsbedingungen

Der Test zeigt: Die Unternehmen haben ihre Konditionen verbessert. So übernehmen sechs Versicherer die Kosten für einen Krankenrücktransport in die Heimat jetzt bereits, wenn der Rücktransport sinnvoll und vertretbar ist. Mehr als die Hälfte der Unternehmen zahlen immerhin, wenn bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllt sind oder die Behandlung im Krankenhaus wohl mehr als zwei Wochen dauert. 14 Anbieter bieten ihren Kunden in Krisenregionen Schutz, solange das Auswärtige Amt keine klare Reisewarnung für das Urlaubsland ausgesprochen hat. Viele Unternehmen zahlen bei Krankheit und Verletzung durch kriegerische Auseinandersetzungen aber nach wie vor nur, wenn das Kriegsgeschehen für den Reisenden „nicht vorhersehbar“ war - eine Klausel, die viel Raum für Interpretationen offen lässt.

Altkunden: nachbessern oder wechseln

Wer bereits eine Jahrespolice besitzt aber von den verbesserten Konditionen profitieren möchte, kann seinen Versicherer bitten, den Vertrag entsprechend zu ändern. Oder der Kunde kündigt seinen Vertrag mit einer Frist von meist drei Monaten zum Laufzeitende und wechselt zu dem sehr guten Tarif eines anderen Anbieters.

Wann eine Police sinnvoll ist

Grundsätzlich gilt: Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist für jede Reise ins Ausland sinnvoll. Denn auch innerhalb Europas übernehmen die Krankenkassen nicht alles. Einen Rücktransport etwa bezahlen sie nie. Die Police empfiehlt sich übrigens auch für Privatversicherte. Zwar kommen die Privaten Krankenversicherer weltweit für Behandlungskosten und Medikamente auf. Doch einen Krankenrücktransport müssen Privatversicherte normalerweise ebenfalls aus eigener Tasche zahlen - und das kann schnell mehrere Tausend Euro kosten.

Notrufdienste am Ziel vorbei

Urlauber sollten sich allerdings nicht auf die Notrufdienste der Versicherer verlassen. Sie sind keine verlässlichen Partner, wenn es darum geht, im Ausland einen geeigneten Arzt zu finden. Nur drei von zehn Notdiensten konnten bei einem Test-Anruf von den Azoren die nächstgelegenen Gesundheitszentren mit Adresse und Telefonnummer nennen. Oft gaben gestresste Mitarbeiter überhaupt keine Auskunft oder schickten den Anrufer in die weit entfernte Inselhauptstadt. Den Vogel schoss der Notdienst des ADAC ab: Er wollte den Anrufer aufs 1 500 Kilometer entfernte portugiesische Festland zum Arzt schicken.

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