Was die Auslands­kranken­versicherung zahlt und was nicht

Eine Auslands­kranken­versicherung ist für jeden sinn­voll, der ins Ausland reist. Sie schützt davor, dass der Urlaub nicht auch noch durch hohe Arzt­rechnungen verdorben wird. Dennoch bezahlt sie nicht auto­matisch jede Behand­lung, jedes Medikament oder in jedem Notfall. Vor allem Reisende aus „Risiko­gruppen“ wie chro­nisch Kranke, Schwangere oder Sportler haben häufiger Probleme, wenn sie eine Police abschließen oder einen Notfall regulieren wollen.

Tipp: Hier können Sie den Vergleich Auslandskrankenversicherung für Urlaubs­reisen (Jahres­verträge für Reisen mit einer Dauer von sechs bis acht Wochen) frei­schalten. Sie finden auf test.de aber auch einen Vergleich Krankenversicherung für lange Auslands­auf­enthalte (mit einer Dauer von drei Monaten bis einem Jahr).

Auslands­kranken­versicherung für jeden sinn­voll

Gesetzlich Kranken­versicherte sollten vor ihrer Reise unbe­dingt eine zusätzliche Auslands­kranken­versicherung abschließen. Denn die gesetzliche Krankenkasse zahlt im Ausland nur für ambulante und stationäre Behand­lungen, wenn der Versicherte sich inner­halb der EU und in Staaten aufhält, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht. Auch für Privatversicherte lohnt sich die Auslands­reise-Kranken­versicherung, da nicht jede private Kranken­versicherung den vollen Schutz im Ausland bietet. Der Leistungs­umfang ist vom jeweiligen Vertrag abhängig. Ein weiteres Argument für eine zusätzliche Auslands­kranken­versicherung: Mit ihr verlieren Privatversicherte ihren möglichen Anspruch auf Beitrags­rück­erstattung am Jahres­ende nicht, wenn sie im Ausland krank werden. Die Stiftung Warentest fasst zusammen, was die Versicherer im Notfall zahlen und was nicht.

Das zahlt die Auslands­reise-Kranken­versicherung

  • Ambulante ärzt­liche Behand­lungen, Röntgen­diagnostik und Operationen
  • Ärzt­lich verordnete Arznei-, Verband- und Heil­mittel
  • Schmerz­stillende Zahnbe­hand­lungen, einfache Zahnfül­lungen, Reparaturen von Zahn­ersatz und manchmal für provisorischen Zahn­ersatz
  • Meist unfall­bedingt erst­mals notwendige Hilfs­mittel wie beispiels­weise Krücken (zum Teil auch gegen Leih­gebühr)
  • Ärzt­liche Leistungen, Sach­mittel, Unterbringung und Verpflegung bei einem Kranken­haus­auf­enthalt
  • Den Trans­port zum nächsten Kranken­haus oder Notarzt durch Rettungs­dienste
  • Den medizi­nisch notwendigen Trans­port zum Wohn­ort oder in ein Kranken­haus in Deutsch­land – teil­weise auch schon, wenn er medizi­nisch sinn­voll ist
  • Kosten für die Über­führung im Todes­fall oder Bestattung im Ausland oft bis rund 10 000 Euro

Das zahlt die Auslands­reise-Kranken­versicherung nicht

Keinen Schutz bekommen Reisende mit Versicherung,

  • wenn der Zweck der Reise die Behand­lung ist,
  • für Behand­lungen, bei denen schon fest­stand, dass sie während der Reise statt­finden müssen,
  • bei vorhersehbaren Kriegs­ereig­nissen und Unruhen oder aktiver Teil­nahme an diesen,
  • nach vorsätzlich herbeigeführter Krankheiten oder Unfällen,
  • für Entzugs­behand­lungen,
  • für Psycho­therapie, Psycho­analyse und Hypnose, manchmal auch für die Behand­lung geistiger und seelischer Erkrankungen,
  • für reguläre Unter­suchungen wegen einer Schwangerschaft, für Entbindung oder für Schwanger­schafts­abbruch (Ausnahme: akut auftretende Komplikationen),
  • für die Neuanfertigung von Zahn­ersatz einschließ­lich Kronen und Kiefer­ortho­pädie,
  • für Nähr- und Stärkungs­präparate,
  • für bestimmte Hilfs­mittel wie Brillen oder Hörgeräte,
  • für Kur, Sanatorium und Rehabilitation,
  • für die Unterbringung bei Pflegebedürftig­keit,
  • für Behand­lung durch Angehörige (Ausnahme: Sach­mittel).

Manche Reisende haben es schwer

Die Auslands­reise-Kranken­versicherer behandeln nicht alle Kunden gleich. Bei manchen kann es bei Abschluss oder Regulierung zu Problemen kommen.

  • Schwangere. In den Versicherungs­bedingungen wird die Über­nahme von Kosten für Früh­geburten und Neugeborenen­schutz oft nicht explizit geregelt. Schwangere sollten sich von ihrem Versicherer schriftlich geben lassen, dass er auch für solche Kosten aufkommt.
  • Sportler. Einige Versicherer über­nehmen die Kosten nicht, wenn der Versicherte sich bei Wett­kämpfen oder etwa beim Training verletzt (manchmal beschränken die Versicherer ihren Ausschluss nur auf bestimmte Sport­arten). Sport­liche Aktivitäten von Berufs­sport­lern sind oft generell vom Schutz ausgenommen.
  • Beruflich Reisende. Einige Versicherer bieten für beruflich Reisende gar keinen Schutz, andere einen gesonderten Tarif oder sie begrenzen die Dauer der einzelnen Reisen auf kürzere Fristen.
  • Ältere Reisende. Einige Versicherer haben Höchst­alters­grenzen. Ältere Senioren bekommen dort keinen Schutz mehr. Teurer wird es für Senioren fast immer, besonders bei längeren Reisen.
  • Chro­nisch Kranke. Die Versicherer kommen in der Regel nicht für die Behand­lung der chro­nischen Krankheit auf, aber für Behand­lungen aufgrund anderer Erkrankungen schon. Die Kosten der chro­nischen Krankheit bezahlt nach Vorabsprache die gesetzliche Krankenkasse – auch in Ländern, die nicht zur EU gehören und mit denen Deutsch­land kein Sozial­versicherungs­abkommen hat wie die USA, Thai­land oder Australien. Die Kosten werden aber maximal bis zu den in Deutsch­land üblichen Beträgen erstattet, und dies meist nur bis zu sechs Wochen.

Tipp: Im FAQ Reiseversicherung finden Sie weitere wichtige Hinweise zur Absicherung dieser Reisenden im Ausland.

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TestAuslands­kranken­versicherung16.04.2019
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