Auslands­kranken­versicherung

Chro­nisch krank in den Urlaub

18.05.2021

Auslands­kranken­versicherer bezahlen häufig keine „vorhersehbaren“ Behand­lungen. Chro­nisch Kranken hilft aber die Krankenkasse.

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Für Chroniker ist Zusatz-Schutz notwendig

Reisende mit gesetzlicher Kranken­versicherung brauchen eine private Auslands­kranken­versicherung. Der Grund: Die deutsche Kasse bezahlt medizi­nische Leistungen in Amerika, Kanada, Australien, Afrika oder Asien nicht. Einen Krankenrück­trans­port bezahlt sie selbst in Europa nicht.

Chro­nisch Kranke mit Versicherungs­lücke

Chro­nisch Kranke sind mit der Auslands­kranken­versicherung allein nicht ausreichend geschützt. Denn sie zahlt häufig nicht, wenn eine Behand­lung im Ausland vorhersehbar war, und das trifft bei chro­nischen Krankheiten oft zu. Diese Lücke müssen die Patienten vor der Reise mithilfe ihrer Krankenkasse schließen (zum Krankenkassenvergleich).

Mit der Krankenkasse sprechen

Dialysepatienten oder Menschen mit Vorerkrankungen wie multiple Sklerose und Diabetes sollten ihrer Krankenkasse nach­weisen, dass sie keine private Versicherung für notwendige Behand­lungen im Ausland finden. Sie sollten ein bis drei Ablehnungs­schreiben vorlegen, in denen der Versicherer bestätigt, dass er Behand­lungs­kosten für die chro­nische Krankheit nicht über­nimmt. Dann über­nimmt die Kasse nach Prüfung die Kosten.

Das sagt das Sozialgesetz

Der Schutz von chro­nisch Kranken im Ausland gehört zu den Leistungen der Krankenkassen. Er ist im Sozialgesetz­buch V in Paragraf 18 fest­geschrieben. Für sechs Wochen im Kalender­jahr über­nimmt die Kasse auch außer­halb Europas die medizi­nischen Kosten maximal bis zu der Höhe, in der sie im Inland entstanden wären. Sie springt auch ein, wenn Menschen mit Vorerkrankungen aus schu­lischen oder Studien­gründen einen außer­europäischen Aufenthalt planen.

Tipp: Eine private Auslands­kranken­versicherung brauchen Chroniker trotzdem noch für Notfälle im Ausland, die nichts mit der Vorerkrankung zu tun haben – seien es Zahn­schmerzen, ein Beinbruch oder die Folgen eines Auto­unfalls.

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