So haben wir getestet

Im Test

Wir prüften welt­weit geltende Jahres­verträge von Ausland­kranken­versicherungen für Familien (42 Tarife) und Einzel­personen (50 Tarife) anhand ihrer Versicherungs­bedingungen. Versichert sind beliebig viele Urlaubs­reisen im Jahr. Wir untersuchten nur Tarife, die Interes­sierte ohne vorherige Gesund­heits­prüfung direkt bei Versicherern und nicht nur kombiniert mit anderen Reise­versicherungen wie etwa Reiser­ücktritts­versicherungen abschließen können.

Allgemeine Bedingungen (25 %)

Unsere Prüf­punkte:

  • Verzichtet der Versicherer auf eine verpflichtende Selbst­beteiligung?
  • Beträgt die Kündigungs­frist nicht mehr als vier Wochen?
  • Bekommen Neukunden alters­unabhängig Versicherungs­schutz?
  • Sind voll­jährige Kinder im Familien­tarif mitversichert, wenn sie noch in Ausbildung oder unter­halts­berechtigt sind?
  • Darf die Reise mindestens sechs Wochen, besser acht Wochen, dauern?
  • Erstattet der Versicherer alternative Behand­lungen und Arzneien, die sich in der Praxis als ebenso Erfolg versprechend wie schulmedizi­nische Methoden bewährt haben? Über­nimmt er die Kosten für die Behand­lung durch alternative Heilbe­handler wie Heilpraktiker, Osteopa­then oder Chiropraktiker?
  • Müssen im Schadens­fall vorab keine Ansprüche bei anderen Versicherern, Krankenkassen oder Sozial­versicherungs­trägern geltend gemacht werden?
  • Zahlt der Versicherer bis zur Wieder­herstellung der Trans­port­fähig­keit, auch wenn die Behand­lung länger dauert, als die Reise maximal dauern durfte?

Krankenrück­trans­port, Kinder­betreuung, Über­führung/Bestattung (25 %)

Unsere Prüf­punkte:

  • Besteht ein Anspruch auf Rück­trans­port, sobald eine stationäre Behand­lung im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert?
  • Besser: Besteht dieser Anspruch nicht nur dann, wenn der Rück­trans­port medizi­nisch notwendig, sondern bereits, wenn er medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar ist?
  • Sieht es der Versicherer nicht als Obliegen­heits­verletzung an, wenn sich der Versicherte trotz seiner Weisung nicht bedingungs­los zurück­trans­portieren lässt?
  • Sieht der Versicherer die Erstattung der Kosten des Rück­trans­ports ohne einen Abzug vor?
  • Über­nimmt er außerdem Kosten für eine Begleit­person?
  • Werden Versicherte sowohl am Reiseort als auch nach dem Rück­trans­port zum Wohn­ort in das nächst­gelegene geeignete Kranken­haus trans­portiert?
  • Werden Rooming-in-Kosten und Kosten für Notfall­betreuung von Kindern und Jugend­lichen bis einschließ­lich 16 Jahre erstattet?
  • Werden Rück­reise­kosten für Kinder erstattet, wenn Erwachsene erkranken?
  • Erstattet der Versicherer mindestens 10 000 Euro für die Über­führung Verstorbener oder die Bestattung vor Ort?

Medizi­nische Leistungen (35 %)

Unsere Prüf­punkte:

  • Vorerkrankungen: Verzichtet der Versicherer auf unklare Formulierungen wie „akute“, „unvor­hergesehene“ oder „nicht absehbare“ Erkrankung? Sind nur diejenigen Behand­lungen vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen, die schon vor der Reise geplant waren oder aufgrund ärzt­licher Diagnose schon bei Reiseantritt fest­standen? Dieser Ausschluss sollte zudem nicht für Reisen gelten, die der Versicherte wegen eines familiären Todes­falls antreten muss.
  • Verzichtet der Versicherer darauf, Leistungen für die Behand­lung einzelner Erkrankungen, zum Beispiel HIV-Infektionen, oder für Folgen von Organspenden generell auszuschließen?
  • Ist die Behand­lung von psychischen Erkrankungen einge­schlossen? Gilt ein möglicher Ausschluss nur für Psycho­analyse und -therapie?
  • Sind Sport­verletzungen versichert (außer bei Berufs­sport­lern)?
  • Wird neben schmerz­stillender Zahnbe­hand­lung auch provisorischer Zahn­ersatz ohne Betrags­grenzen und Warte­zeiten erstattet? Und auch nicht nur nach Unfällen?
  • Gehören zur Leistung Hilfs­mittel wie Gehhilfen oder ein Roll­stuhl, die unfall- oder krank­heits­bedingt ärzt­lich verordnet werden?
  • Werden Heil­mittel, etwa physika­lische Therapien wie Massage, über­nommen?
  • Werden ambulante und stationäre Behand­lungen uneinge­schränkt erstattet und nicht nur „unaufschieb­bare“ Behand­lungen oder Operationen?
  • Ist klar geregelt, dass der Versicherer bei akut auftretenden Schwanger­schafts­komplikationen sowie Fehl- und Früh­geburten uneinge­schränkt zahlt?
  • Ist in den Versicherungs­bedingungen klar geregelt, dass der Versicherer die Behand­lung von Früh­geborenen bei einer Früh­geburt im Ausland ohne Zusatz­beitrag über­nimmt?

Leistung im Fall von Krieg, Pandemie, Kern­energie (5 %)

Unsere Prüf­punkte:

  • Sind Leistungen für Schäden durch Krieg oder Unruhen nur dann ausgeschlossen, wenn es vor Reise­beginn eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gab oder wenn der Versicherte sich aktiv am Kriegs­geschehen beteiligte?
  • Gibt es keine starren Fristen, um das Land zu verlassen, wenn im Reise­land über­raschend Unruhen ausbrechen?
  • Sind Leistungen bei sogenannten Pandemien wie der Schweinegrippe oder nach einem Atom­unfall einge­schlossen?

Verständlich­keit (10 %)

Unsere Prüf­punkte:

  • Sind die Versicherungs­bedingungen klar formuliert? Werden kurze Sätze ohne Verschachtelung verwendet, die nicht zu viele Informations­inhalte enthalten? Bewertet wurde unter anderem nach dem „Hohen­heimer Verständlich­keits­index“.
  • Enthalten die Versicherungs­bedingungen alle für den Versicherungs­abschluss notwendigen Informationen? Gibt es zum Beispiel keine weitergehenden Ausschlüsse, Betrags­grenzen oder zeitliche Beschränkungen in separaten Tarif­beschreibungen?
  • Entsprechen die Versicherungs­bedingungen dem gekauften Produkt? Enthalten sie keine darüber hinaus­gehenden Bestimmungen für andere Produkte, die gar nicht Bestand­teil des Versicherungs­schutzes sind?
  • Verzichtet der Versicherer auf eine Trennung von allgemeinen und besonderen Versicherungs­bedingungen?
  • Sind die Vertrags­unterlagen in sich schlüssig? Wider­sprechen die verschiedenen Dokumente wie Tarif­beschreibungen oder Produkt­informations­blätter in ihren Angaben nicht den Versicherungs­bedingungen?

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Finanztest-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertung haben wir einge­setzt: Sobald das Urteil „Krankenrück­trans­port, Kinder­betreuung, Über­führung und Bestattung“ bei einem Tarif mangelhaft lautete, wurde das Finanztest-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. Dabei darf das Qualitäts­urteil nicht schlechter werden als das auslösende Gruppen­urteil.

Weitere Tarifmerkmale

Grund­beitrag. Der ausgewiesene Beitrag gilt für Neuverträge.

Alters­zuschlag ab ... Ab diesem Alter zahlen Kunden mehr als den Grund­beitrag für die Versicherung.

Erhöhter Beitrag oder Alters­zuschlag. Diesen Beitrag zahlen Versicherte ober­halb der Alters­grenze oder Familien, wenn eine Person diese Grenze erreicht (siehe Tabellen: „Alters­zuschlag ab …“). Steht hier ein „+“, zahlt die Familie für jede Person, die diese Alters­grenze erreicht hat, den hier angegebenen Beitrag zusätzlich zum Grund­beitrag.

Höchst­alter bei Eintritt. Kunden, die das angegebene Alter über­schreiten, können den Vertrag nicht abschließen.

Ombuds­mann. Bei Streit mit dem Anbieter können sich Versicherte kostenlos an den PKV-Ombuds­mann wenden. Dazu muss der Versicherer Mitglied im PKV- Verband sein (pkv-ombudsmann.de).

Online­abschluss. Hier ist angegeben, ob der Versicherungs­kunde den Tarif direkt auf der Website des Versicherers abschließen kann.

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TestAuslands­kranken­versicherung06.05.2019
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