So haben wir getestet

Im Test

Wir haben welt­weit geltende Jahres­verträge von Auslands­reise-Kranken­versicherungen für Familien (39 Verträge) und Einzel­personen (49 Verträge) anhand ihrer Versicherungs­bedingungen geprüft. Wir haben nur Tarife untersucht, die man ohne vorherige Beant­wortung von Gesund­heits­fragen direkt bei den Versicherungs­unternehmen erhält und die nicht in Kombination mit anderen Reise­versicherungen wie etwa einer Reiser­ücktritts­versicherung abge­schlossen werden müssen.

Einige unserer Prüfkriterien, wie den Krankenrück­trans­port, haben wir noch strenger bewertet als in der Vergangenheit.

Allgemeine Bedingungen (25 %)

Unsere Prüf­punkte:

Verzichtet der Versicherer auf eine verpflichtende Selbst­beteiligung?

Beträgt die Kündigungs­frist nicht mehr als vier Wochen?

Bekommen Neukunden alters­unabhängig Versicherungs­schutz?

Sind voll­jährige Kinder im Familien­tarif mitversichert, wenn sie noch in Ausbildung oder unter­halts­berechtigt sind?

Darf die Reise mindestens sechs Wochen, besser acht Wochen, dauern?

Erstattet der Versicherer alternative Behand­lungen und Arzneien, die sich in der Praxis als ebenso erfolg­versprechend wie schulmedizi­nische Methoden bewährt haben? Über­nimmt er die Kosten für die Behand­lung durch alternative Heilbe­handler wie Heilpraktiker, Osteopa­then oder Chiropraktiker?

Müssen im Schadens­fall vorab keine Ansprüche bei anderen Versicherern, Krankenkassen oder Sozial­versicherungs­trägern geltend gemacht werden?

Zahlt der Versicherer bis zur Wieder­herstellung der Trans­port­fähig­keit, auch wenn der Kunde länger behandelt werden muss, als die Reise maximal dauern durfte?

Krankenrück­trans­port, Kinder­betreuung, Über­führung/Bestattung (25 %)

Unsere Prüf­punkte:

Besteht ein Anspruch auf Rück­trans­port, sobald eine stationäre Behand­lung im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert?

Besser: Hat der Versicherte nicht nur dann einen uneinge­schränkten Anspruch, wenn der Rück­trans­port medizi­nisch notwendig ist, sondern bereits, wenn er medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar ist?

Sieht es der Versicherer nicht als Obliegen­heits­verletzung an, wenn sich der Versicherte trotz seiner Weisung nicht zurück­trans­portieren lässt?

Sieht der Versicherer die Erstattung der Kosten des Rück­trans­ports ohne Abzug vor?

Über­nimmt der Versicherer beim Rück­trans­port die Kosten für eine Begleit­person?

Werden Versicherte sowohl am Urlaubs­ort als auch nach Rück­trans­port zum Wohn­ort in das nächst­gelegene geeignete Kranken­haus trans­portiert?

Werden Rooming-in-Kosten für Kinder bis einschließ­lich 16 Jahre erstattet?

Werden Kosten für Kinder­betreuung bis einschließ­lich 16 Jahre im Notfall über­nommen?

Werden Kosten für die Rück­reise minderjäh­riger Kinder erstattet, wenn ein Erwachsener krank wird?

Erstattet der Versicherer mindestens 10 000 Euro für die Über­führung Verstorbener oder die Bestattung vor Ort?

Medizi­nische Leistungen (30 %)

Unsere Prüf­punkte:

Vorerkrankungen: Verzichtet der Versicherer auf unklare Formulierungen wie „akute Erkrankung“, „unvor­hergesehene Erkrankung“ oder „nicht absehbare Behand­lung“? Schließt der Versicherer nur die Behand­lungen vom Schutz aus, die schon vor der Reise geplant waren oder die aufgrund einer ärzt­lichen Diagnose schon bei Reiseantritt fest­standen? Dieser Ausschluss sollte jedoch nicht für Reisen gelten, die der Versicherte wegen eines familiären Todes­falles antreten muss.

Verzichtet der Versicherer darauf, Leistungen für Behand­lungen von einzelnen Erkrankungen, zum Beispiel HIV-Infektionen, oder für Folgen von Organspenden generell auszuschließen?

Ist die Behand­lung von psychischen Erkrankungen einge­schlossen? Gilt ein möglicher Ausschluss nur für Psycho­analyse und Psycho­therapie?

Sind Sport­verletzungen versichert (außer bei Berufs­sport­lern)?

Wird neben schmerz­stillender Zahnbe­hand­lung auch provisorischer Zahn­ersatz ohne Betrags­grenzen und Warte­zeiten erstattet? Gibt es ihn nicht nur nach Unfällen?

Gehören zur Leistung Hilfs­mittel wie Gehhilfen oder ein Roll­stuhl, die unfall- oder krank­heits­bedingt ärzt­lich verordnet werden?

Werden Heil­mittel, etwa physika­lische Therapien wie Massage, über­nommen?

Werden ambulante und stationäre Behand­lungen uneinge­schränkt erstattet? Oder nur „unaufschieb­bare“ Behand­lungen oder Operationen?

Ist klar geregelt, dass der Versicherer bei akut auftretenden Schwanger­schafts­komplikationen einschließ­lich Fehl- und Früh­geburten uneinge­schränkt zahlt?

Ist in den Versicherungs­bedingungen klar geregelt, dass der Versicherer die Behand­lung von Früh­geborenen bei einer Früh­geburt im Ausland ohne Zusatz­beitrag über­nimmt?

Leistung für Schäden durch Krieg, Pandemie, Kern­energie (10 %)

Unsere Prüf­punkte:

Sind Leistungen für Schäden durch Krieg oder Unruhen nur dann ausgeschlossen, wenn das Auswärtige Amt vor Reise­beginn eine Reisewarnung ausgesprochen hat? Oder wenn der Versicherte sich aktiv am Kriegs­geschehen beteiligt?

Gibt es keine starren Fristen, um das Land zu verlassen, wenn über­raschend während des Auslands­auf­enthaltes Unruhen ausbrechen?

Sind Leistungen bei sogenannten Pandemien wie der Schweinegrippe oder nach einem Atom­unfall einge­schlossen?

Verständlich­keit (10 %)

Unsere Prüf­punkte:

Sind die Versicherungs­bedingungen klar formuliert? Werden darin keine zu langen Sätze verwendet, die sehr verschachtelt sind oder zu viele Informations­inhalte enthalten? Bewertet haben wir unter anderem nach dem „Hohen­heimer Verständlich­keits-Index“.

Enthalten die Versicherungs­bedingungen alle für den Versicherungs­abschluss notwendigen Informationen? Gibt es zum Beispiel keine weitergehenden Ausschlüsse, Betrags­grenzen oder zeitliche Beschränkungen in separaten Tarif­beschreibungen?

Entsprechen die Versicherungs­bedingungen dem gekauften Produkt? Enthalten sie keine darüber hinaus­gehenden Bestimmungen für andere Produkte, die gar nicht Bestand­teil des Versicherungs­schutzes sind?

Verzichtet der Versicherer auf eine Trennung von Allgemeinen und Besonderen Versicherungs­bedingungen?

Sind die Vertrags­unterlagen in sich schlüssig? Wider­sprechen die verschiedenen Dokumente wie Tarif­beschreibungen oder Produkt­informations­blätter in ihren Angaben nicht den Versicherungs­bedingungen?

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Finanztest-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Sobald eines der Urteile „Medizi­nische Leistungen“ oder „Krankenrück­trans­port, Über­führung und Bestattung“ bei einem Tarif „mangelhaft“ lautete, wurde das Finanztest-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet.

Weitere Tarifmerkmale

Grund­beitrag. Der ausgewiesene Beitrag gilt für Neuverträge.

Alters­zuschlag ab ... Ab diesem Alter zahlen Kunden mehr als den Grund­beitrag für die Versicherung.

Erhöhter Beitrag oder Alters­zuschlag. Diesen Beitrag zahlen Versicherte ober­halb der Alters­grenze oder Familien, wenn eine Person diese Grenze erreicht (siehe Spalte Alters­zuschlag ab …). Steht hier ein +, zahlt die Familie für jede Person, die diese Alters­grenze erreicht hat, den hier angegebenen Beitrag zusätzlich zum Grund­beitrag.

Höchst­alter bei Eintritt. Kunden, die das angegebene Alter über­schreiten, können den Vertrag nicht abschließen.

Ombuds­mann. Bei Streit mit dem Anbieter können sich Versicherte kostenlos an den PKV-Ombuds­mann wenden. Dazu muss der Versicherer Mitglied im PKV- Verband sein (pkv-ombudsmann.de).

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TestAuslands­kranken­versicherung20.03.2017
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