Ein Auslandsreise-Krankenversicherer muss die Behandlungskosten in den ersten sechs Wochen einer Auslandsreise auch dann übernehmen, wenn die Reise länger als sechs Wochen geplant war. Entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem die Behandlung beginnt, entschied der Bundesgerichtshof (BGH, Az. IV ZR 136/06). Das schließt auch Behandlungen ein, die über die sechs Wochen hinaus andauern.

Eine Frau flog am 17. Juli 2002 in die USA. Ihr Rückflugticket war auf den 30. Oktober 2002 ausgestellt. Kurz nach ihrer Ankunft erkrankte sie. Zunächst suchte sie einen Arzt auf, ab dem 6. September wurde sie im Krankenhaus behandelt. Zwei Wochen später starb sie.

Ihre Erben verlangten von ihrem Auslandsreise-Krankenversicherer rund 87 000 Euro für die Behandlungskosten.

Der Versicherer weigerte sich zu zahlen. Das BGH-Urteil verpflichtet das Unternehmen nun zur Übernahme der Kosten.

Nach Ansicht des Gerichts kann ein Laie im Versicherungsvertrag nicht erkennen, dass die auf Erkrankungen innerhalb von sechs Wochen nach Reisebeginn bezogene Leistungspflicht bedeuten soll, bei längeren Reisen werde gar nichts bezahlt.

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