Erkranken Reisende bei einem Urlaub im Ausland oder erleiden sie einen Unfall, können sie auf Behand­lungs­kosten sitzen bleiben. Vor solchen Kostenrisiken schützt eine Auslands­kranken­versicherung. Hier erhalten Sie die wichtigsten Informationen rund um die Kranken­versicherung im Ausland.

Die wichtigsten Tipps zur Auslands­kranken­versicherung

Wichtiger Reise­schutz. Eine Reisekranken­versicherung lohnt sich für alle gesetzlich oder privat Versicherten, wenn Sie außer­halb Deutsch­lands verreisen. Die Policen kosten nicht viel.

Zwei Arten von Policen. Es gibt Tarife für klassische Urlaubs­reisen und Tarifen für längere Auslands­auf­enthalte Vergleich Auslandskrankenversicherung Urlaub und Vergleich Auslandskrankenversicherung lange Reise.

Passendes Angebot. Familien versichern sich meist güns­tiger in einem Familien­tarif. Senioren sollten auf Höchst­alters­grenzen achten. Und auch Schwangere, chro­nisch Kranke, Sportler und aus beruflichen Gründen Reisende sollten Tarifbedingungen und Leistungs­umfang prüfen.

Leistungs­umfang ansehen. Einen guten Tarif erkennen Sie etwa daran, dass ein „medizi­nisch sinn­voller“ Rück­trans­port bezahlt wird – und nicht nur ein „medizi­nisch notwendiger“. Die Kosten für einzelne Behand­lungen sollten nicht begrenzt und Krankheiten nicht generell ausgeschlossen werden.

Kreditkarten­schutz. Versicherungen, die als Zusatz­leistung einer Kreditkarte beworben werden, bieten nicht immer umfang­reichen Schutz nach neustem Stan­dard. So zahlen manche etwa nur den „medizi­nisch notwendigen“ Rück­trans­port oder begrenzen die Erstattung von Behand­lungs­kosten.

Auslands­kranken­versicherung ist für Reisende ein Muss

Eine Auslands­kranken­versicherung sollte jeder haben, der außer­halb Deutsch­lands verreist. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Behand­lungs­kosten je nach Reise­land nur teil­weise oder gar nicht. In den Ländern der EU und des Europäischen Wirt­schafts­raums (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finn­land, Frank­reich, Griechen­land, Groß­britannien, Irland, Italien, Kroatien, Lett­land, Litauen, Luxemburg, Malta, Nieder­lande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tsche­chische Republik, Ungarn, Zypern, Island, Liechten­stein, Norwegen und der Schweiz) können Reisende zwar ihre Krankenkassenkarte verwenden. Auch in Staaten, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen geschlossen wurde, wie etwa Israel, Tunesien oder die Türkei, leistet die gesetzliche Krankenkasse unter Umständen. Häufig müssen Versicherte vor der Reise dann aber eine „Anspruchs­berechtigung“ bei ihrer Krankenkasse einholen. Welche Leistungen die Kassen über­nehmen, zeigt unser Produktfinder der gesetzlichen Krankenkassen.

Krankenkassen zahlen nur teil­weise oder gar nicht

Die gesetzliche Kasse erstattet maximal das, was bei einer inländischen Behand­lung angefallen wäre. Ist der Erstattungs­satz der Krankenkassen im Reise­land nied­riger, wird dieser angesetzt. Rück­trans­porte über­nimmt die gesetzliche Kasse nie. Und bei Reisen außer­halb der genannten Länder zahlt die Kasse über­haupt nichts. Es kann auch geschehen, dass Ärzte in einem Reise­land mit einer Privatrechnung abrechnen wollen. Bei den gesetzlichen Krankenkassen zu einer Erstattung zu kommen, kann recht kompliziert sein. Mit einer Auslands­reisekranken­versicherung läuft die Erstattung meist einfacher ab.

Auch privat Versicherte brauchen Extra­schutz

Privatversicherte sind im Ausland ebenfalls nicht auto­matisch perfekt geschützt. Der Versicherungs­umfang für Auslands­reisen hängt stets vom jeweiligen Vertrag ab. Die Versicherungs­bedingungen sollten darauf geprüft werden, ob der Schutz für die Reise­zeit und das Reiseziel ausreicht. Einige Tarife beinhalten gar keinen Schutz im außer­europäischen Ausland, manche Versicherer über­nehmen keinen Rück­trans­port. Deshalb kann eine zusätzliche Auslands­kranken­versicherung auch für privat Kranken­versicherte sinn­voll sein.

Zwei Typen von Auslands­kranken­versicherungen

Die Versicherer unterscheiden ihre Angebote nach Tarifen für Urlaubs­reisen und Tarifen für lange Auslands­auf­enthalte. Unsere Test zeigen, welche Versicherung die besten Policen für eine Urlaubsreise und welche die besten Policen für einen längeren Auslandsaufenthalt bietet. Jahres­tarife für Urlaubs­reisen schützen bei beliebig vielen Auslands­auf­enthalten im Jahr, solange diese jeweils höchsten sechs bis acht Wochen dauern. Wer länger verreist, sich lange zu Schul- oder Studien­zwecken im Ausland aufhält oder im Süden über­wintern möchte, braucht eine spezielle Auslands­kranken­versicherung mit Lang­zeit­schutz. Für jeden Bedarf und jede Alters­klasse gibt es speziell zuge­schnittene Angebote.

Reise­versicherungen – alle Informationen auf test.de

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Das zahlt die Reisekranken­versicherung

Eine Reisekranken­versicherung über­nimmt zahlreiche notwendige Behand­lungs- und Arzt­kosten im Ausland voll­ständig oder auch zu dem Teil, den die gesetzliche oder private Kranken­versicherung nicht erstattet. Dazu gehören in den Tarifen üblicher­weise:

  • Ambulante ärzt­liche Behand­lungen, Röntgen­diagnostik und Operationen
  • Ärzt­lich verordnete Arznei-, Verband- und Heil­mittel
  • Schmerz­stillende Zahnbe­hand­lungen, einfache Zahnfül­lungen, Reparaturen von Zahn­ersatz und manchmal provisorischer Zahn­ersatz
  • Erst­mals notwendige Hilfs­mittel wie Gehhilfen (zum Teil auch gegen Leih­gebühr), etwa nach Unfall
  • Ärzt­liche Leistungen, Sach­mittel, Unterbringung und Verpflegung bei Kranken­haus­auf­enthalt
  • Trans­port zum nächsten Kranken­haus oder Notarzt durch Rettungs­dienste
  • Über­führung im Todes­fall oder Bestattung im Ausland oft bis rund 10 000 Euro
  • „Medizi­nisch notwendiger“ Trans­port zum Wohn­ort oder in ein Kranken­haus in Deutsch­land – teil­weise auch schon, wenn er „medizi­nisch sinn­voll“ ist

Medizi­nisch sinn­volle Rück­trans­porte sollten versichert sein

Auslands­kranken­versicherungen über­nehmen den Rück­trans­port zum Wohn­ort oder in ein Kranken­haus in Deutsch­land, wenn er medizi­nisch notwendig ist. Das ist der Fall, wenn eine Behand­lung im Reise­land nicht möglich ist. Besser für Versicherte ist aber, wenn die Tarifbedingungen einer Versicherung bereits einen medizi­nisch sinn­vollen Rück­trans­port einschließen. Dann erfolgt ein Rück­trans­port bereits, wenn der Versicherte in der Heimat besser genesen kann, etwa weil es keine Sprach­barrieren zwischen Patient und Arzt gibt. In unserem jüngsten Vergleich Auslandskrankenversicherung Urlaub schließen alle sehr guten Tarife diese Leistung ein.

Das zahlt die Reisekranken­versicherung nicht

Die Auslands­kranken­versicherung ist keine Voll­versicherung. Einige Leistungen sind aus dem Versicherungs­umfang ausgenommen. Die Versicherung über­nimmt Kosten unter folgenden Bedingungen nicht:

  • Wenn der Zweck der Reise die Behand­lung ist
  • Für Behand­lungen, bei denen schon fest­stand, dass sie während der Reise statt­finden müssen
  • Bei vorhersehbaren Kriegs­ereig­nissen und Unruhen oder aktiver Teil­nahme daran
  • Nach vorsätzlich herbeigeführten Krankheiten oder Unfällen
  • Für Entzugs­behand­lungen
  • Für Psycho­therapie, Psycho­analyse und Hypnose, manchmal auch für die Behand­lung geistiger und seelischer Erkrankungen
  • Für reguläre Unter­suchungen wegen einer Schwangerschaft, für Entbindung oder für Schwanger­schafts­abbruch (Ausnahme: akut auftretende Komplikationen)
  • Für Neuanfertigung von Zahn­ersatz einschließ­lich Kronen und Kiefer­ortho­pädie
  • Für Nähr- und Stärkungs­präparate
  • Für bestimmte Hilfs­mittel wie Brillen oder Hörgeräte
  • Für eine Kur, ein Sanatorium und eine Rehabilitation
  • Für die Unterbringung bei Pflegebedürftig­keit
  • Für Behand­lung durch Angehörige (Ausnahme: Sach­mittel)

Manche Reisende müssen besonders gründlich hinsehen

Manche Personen haben es schwerer, eine Auslands­kranken­versicherung zu erhalten oder müssen beim Vertrags­abschluss besonders Acht geben.

Senioren. Einige Versicherer haben Höchst­alters­grenzen. Ab Erreichen dieser Grenze können ältere Menschen den Versicherungs­vertrag nicht mehr abschließen oder müssen einen höheren Jahres­beitrag zahlen – zum Teil zahlen sie dann mehr als das Fünf­fache.

Chro­nisch Kranke. Die Auslands­kranken­versicherung zahlt häufig nicht für die Behand­lung einer chro­nischen Krankheit wie Multiple Sklerose oder Morbus Crohn, wenn eine Behand­lung im Ausland vorhersehbar war. Diese Lücke können Menschen mit Vorerkrankung vor einer Reise mithilfe ihrer Krankenkasse schließen. Das ist möglich, wenn sie ihrer Krankenkasse nach­weisen, dass sie keine private Versicherung für die auf einer Vorerkrankung beruhenden notwendige Behand­lungen im Ausland finden. Der Schutz von chro­nisch Kranken im Ausland gehört zu den Leistungen der Krankenkassen. Er ist im Sozialgesetz­buch V in Paragraf 18 fest­geschrieben. Für sechs Wochen im Kalender­jahr über­nimmt dann die Kasse auch außer­halb Europas die Kosten maximal bis zu der Höhe, in der sie im Inland entstanden wären. Sie springt auch ein, wenn Menschen mit Vorerkrankungen aus schu­lischen oder Studien­gründen einen außer­europäischen Aufenthalt planen. Eine private Auslands­kranken­versicherung brauchen chro­nisch Kranke trotzdem noch für Notfälle im Ausland, die nichts mit der Vorerkrankung zu tun haben – seien es Zahn­schmerzen, ein Beinbruch oder die Folgen eines Auto­unfalls.

Schwangere. Auslands­reisekranken­versicherungen über­nehmen keine Kosten für Routine­unter­suchungen in der Schwangerschaft. Auch die Kosten­über­nahme bei Fehl- oder Früh­geburten sowie dem Neugeborenen­schutz sind nicht immer eindeutig geregelt. Vor einer Reise sollten Schwangere mit ihrem Arzt und dem Versicherer sprechen.

Sportler. Berufs­sportler sind bei der Ausübung ihres Sports über eine Reisekranken­versicherung grund­sätzlich nicht versichert. Aber auch Reisende, die sich in ihrem Urlaub gerne sport­lich betätigen, müssen aufpassen. Einige Versicherer nehmen bestimmte Sport­arten von ihrem Schutz aus oder leisten nicht, wenn der Versicherte sich bei Wett­kämpfen oder Training im Ausland verletzt.

Beruflich Reisende. Einige Versicherer schließen beruflich veranlasste Reisen von ihrem Leistungs­umfang aus. Andere begrenzen dagegen nur die versicherte Reisedauer oder bieten einen gesonderten Tarif.

Tipp: Sind noch Fragen zum Versicherungs­schutz dieser Reisenden offen geblieben? Das FAQ Reiseversicherung hat Antworten.

Kranken­versicherungs­schutz über die Kreditkarte

Manche Kreditkarten bieten als Zusatz­leistung eine Auslands­kranken­versicherung. Ob der Schutz ausreichend ist, sollten Reisende aber vor ihrer Abfahrt anhand der Versicherungs­bedingungen prüfen. Unsere Checkliste Kreditkartenschutz hilft dabei. Die Angebote einiger Versicherungen, die in Kreditkarten enthalten sind, entsprechen nicht mehr den aktuellen Stan­dards. Der Schutz kann daher Lücken enthalten.

Kein Schutz. Möglich ist auch, dass Kreditkarten gar keine Reisekranken­versicherung beinhalten. Die Namen einiger Kreditkarten haben zwar Zusätze wie „Reise“ oder „Travel“ oder werden von Reise­ver­anstaltern angeboten. Manchmal ist über solche Karten aber dann doch nur der Reiser­ücktritt versichert. Unser Vergleich Reiserücktrittsversicherung zeigt, wer den besten Schutz bei Reiserücktritt oder -abbruch bietet.

Kreis der Versicherten. Auch die Frage, wer versichert ist und bis zu welchem Alter, lässt sich nur anhand der Vertrags­bedingungen klären. Manchmal ist nur der Karten­inhaber versichert. Schutz für die gesamte Familie ist unter Umständen nur geboten, wenn die Familien­mitglieder mit dem Karten­inhaber verreisen.

Reisedauer. Ebenso gibt es Unterschiede bei der versicherten Reisedauer. Viele Kreditkarten­anbieter versichern zudem nur Reisen, die auch mit der entsprechenden Kreditkarte bezahlt wurden.

Rück­trans­port. Beim Leistungs­umfang des Kreditkarten-Schutzes sollte vor allem darauf geachtet werden, dass mindestens der medizi­nisch notwendige, besser aber der medizi­nisch sinn­volle Rück­trans­port versichert ist. Die Kosten für Behand­lungen und Rück­trans­port sollten nicht begrenzt sein.

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