Interview: Tipps für Käufer

Auslandsimmobilie Meldung

Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DSA) berät Käufer und Bauherren.

Vor welchen typischen Fehlern ­können Sie Käufer warnen?

Schöllhorn: Viele nehmen sich zu wenig Zeit, sind nicht informiert und schließen voreilig einen Kaufvertrag ab. Das kann dazu führen, dass die Baugenehmigung fehlt, es sich teilweise um einen Schwarzbau handelt oder Baumängel nicht erkannt werden. Es kommt auch vor, dass Käufer Fantasiepreise für Ruinen zahlen.

Wie können sich Käufer schützen?

Schöllhorn: Bei Gebrauchtimmobilien sollten sie sich die Baugenehmigung vorlegen lassen und die Bauqualität notfalls gutachterlich prüfen lassen. Wichtig ist auch, die länderspezifischen Regeln für den Immobilienerwerb zu kennen. Beispielsweise ist es in Spanien, Italien und Frankreich üblich und rechtsgültig, einen Kaufvertrag ohne Notar schriftlich auf einem Blatt Papier abzuschließen.

Ist es ratsam, einen Makler einzuschalten?

Schöllhorn: Das kann sinnvoll sein. Interessenten sind jedoch gut beraten, wenn sie alle Absprachen schriftlich festhalten, auch die Höhe der Provision und den Zeitpunkt der Zahlung.

Welche Tricks sind beliebt?

Schöllhorn: Zuerst gibt es viel Essen und Trinken und als Dessert einen Kaufvertrag. Dieser sollte erst mal der Schutzvereinigung oder einem Berater vorgelegt werden. Manchmal wird auch eine Baugenehmigung vorgezeigt, die aber nur einen Teil des Gebäudes betrifft. Wer sie nicht prüft, merkt dann nicht, dass er nur einen Stall und keine Immobilie gekauft hat.

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