Viele Deutsche, die im europäischen Ausland ein eigenes Haus oder Apartment haben, müssen mit Nachforschungen der Finanzämter rechnen. Da mittlerweile über 850 000 Deutsche Immobilien in anderen europäischen Staaten besitzen, nimmt die Finanzverwaltung sie schärfer ins Visier.

Die Lieblingsplätze der Deutschen sind nach wie vor das spanische Festland und die Balearen. Deshalb hat sich das Bundesamt für Finanzen als erstes Angaben über die dort ansässigen rund 430 000 Immobilienbesitzer von den Kollegen in Spanien geben lassen.

Das Amt weiß aber auch, dass in Italien und Frankreich über 120 000, in Portugal und auf den Kanaren über 80 000 und in Griechenland über 20 000 Bundesbürger Ferienwohnungen, Alterssitze und andere Immobilien haben.

Die Beamten interessiert vor allem, ob die Besitzer ihr Anwesen mit Schwarzgeld finanziert haben. Doch auch Leute, die es mit versteuertem Einkommen gekauft oder gebaut haben, können Ärger bekommen. Die Finanzämter fragen zum Beispiel gern nach Mieten, die die Besitzer von Gästen kassieren.

Mieten gehören in Deutschland in die Steuererklärung – auch wenn Ver­mieter sie in Italien, Frankreich, Portugal, Griechenland und fast allen anderen europäischen Staaten vor Ort versteuern müssen. Die Steuerschuld in Deutschland erhöht sich meist nur moderat durch den Progressionsvorbehalt.

Voll bei uns versteuern müssen Vermieter nur Mieten für Domizile in Spanien, der Schweiz, Finnland und Malta. Im Gegenzug können sie die dort gezahlten Steuern von ihren deutschen Finanzämtern verrechnen lassen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 258 Nutzer finden das hilfreich.