Elke S., Stuttgart: Ich bin bei meinem Mann in der Techniker Krankenkasse mitversichert. Ende September wandern wir nach Chile aus. Was muss ich tun, damit wir bei einer späteren Rückkehr nach Deutschland wieder in die gesetzliche Kasse können?

Finanztest: Wenn Sie deutsche Staatsbürgerin sind und vor Ihrem Auslandsaufenthalt gesetzlich krankenversichert waren, müssen Sie nicht unbedingt ­etwas tun. Wir empfehlen Ihnen jedoch, sicherheitshalber eine Anwartschaftsversicherung bei Ihrer Krankenkasse zu vereinbaren. Seit einer Gesetzesänderung im April 2007 ist dies zwar nicht mehr zwingend erforderlich. Sobald Sie sich wieder dauerhaft in Deutschland aufhalten, können Sie der Kasse wieder beitreten, in der Sie zuletzt waren. Wenn Sie oder Ihr Mann dann sofort eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung finden, werden Sie ohnehin auf diesem Weg versicherungspflichtig.

Trotzdem empfehlen wir Ihnen, bei Ihrer Krankenkasse eine Anwartschaftsversicherung abzuschließen. Die Kasse muss dafür derzeit im Monat mindestens 37,55 Euro Beitrag plus 4,91 Euro für die Pflegeversicherung verlangen.

Das ist nicht wenig Geld. Aber Sie vermeiden auf diese Weise Probleme mit der späteren Krankenversicherung und sichern sich zum Beispiel den Anspruch auf Pflegeversicherungsleistungen: Dafür müssen Sie in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Pflegeleistungen mindestens zwei Jahre versichert gewesen sein.

Um später als Rentnerin den beitragsgünstigeren Status „pflichtversichert“ zu bekommen, müssen Sie nachweisen, dass Sie in der zweiten Hälfte Ihres Arbeitslebens mindestens 90 Prozent der Zeit gesetzlich krankenversichert waren. Zeiten, in denen Sie eine Anwartschaftsversicherung hatten, werden dabei mitgezählt.

Außerdem haben Sie mit der Anwartschaftsversicherung ein garantiertes Beitrittsrecht, auch für den Fall dass der Gesetzgeber die Beitrittsregelung von 2007 wieder streichen sollte.

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