Dividende aus dem Ausland: Steuer­abzug in drei Schritten

Beispiel: Ein lediger Anleger aus Deutsch­land besitzt Aktien des Schweizer Konzerns Nestlé und erhält dafür im Jahr 2010 eine Brut­todividende von rund 1 000 Euro. Die Aktien liegen in einem inländischen Wert­papierdepot. Den Sparerfrei­betrag von 801 Euro hat er bereits ausgeschöpft.

  1. Schritt: Die Schweizer Steuerbehörden erhalten 35 Prozent (350 Euro) der Dividenden­auszahlung. Das Unternehmen Nestlé führt die Steuern direkt an den Schweizer Fiskus ab. Die Depot­bank bescheinigt dem Anleger den Steuer­abzug auf der Dividenden­abrechnung. Von der Dividende bleiben zunächst 650 Euro.
  2. Schritt: Gemäß Doppel­besteuerungs­abkommen zwischen Deutsch­land und der Schweiz wird ein Steuer­abzug in Höhe von 15 Prozent der Dividende, also 150 Euro, auf die deutsche Abgeltung­steuer ange­rechnet.
    Für 1 000 Euro Brut­todividende wären in Deutsch­land normaler­weise 250 Euro Abgeltung­steuer fällig. Da dem Anleger aber vom Steuer­abzug in der Schweiz 150 Euro ange­rechnet werden, führt seine Depot­bank nur noch 100 Euro Abgeltung­steuer ab und zusätzlich 5,5 Prozent Solidariäts­zuschlag (5,50 Euro) ab. Von 1 000 Euro Dividende hat er noch 544,50 Euro.
  3. Schritt: Die verbliebenen 20 Prozent (200 Euro) der Schweizer Steuern, die nicht mit der Abgeltung­steuer verrechnet werden, kann sich der Anleger bei der Eidgenössischen Steuer­verwaltung, Eiger­straße 65, CH-3003 Bern, zurück­holen. Im Antrag muss das zuständige deutsche Finanz­amt den Wohn­sitz des Aktionärs bestätigen.

Ergebnis: Die Schweizer Finanz­verwaltung erstattet 200 Euro. Von 1 000 Euro Brut­todividende bleiben dem Anleger nach Steuern 744,50 Euro.

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