Ausländische Banken Meldung

Die Denizbank gehört zur ­Zorlu-Firmengruppe, einem der größten Exporteure der Türkei.

Unter den besten Anbietern in unserem großen Zinstest sind viele ausländische Banken. Ziraat, Yapi Kredi und Co. gehören fast alle zu großen türkischen Unternehmen.

Nach jedem großen Zinstest erreicht uns eine Flut von Leserpost. Viele unserer Leser sind verunsichert, weil sie die Testsieger nicht kennen. Das ist auch kein Wunder. Denn die meisten ausländischen Banken aus unserem Test haben hierzulande wenige oder keine Filialen und verzichten auf große Werbekampagnen.

Manche wie die Finansbank arbeiten als reine Direktbank. Sie betreut ihre Kunden ausschließlich per Internet und Telefon. Andere Banken wie die Ziraat Bank oder Vakifbank unterhalten zwar einige Filialen in Deutschland, arbeiten aber zugleich auch als Direktbank.

Alle diese Banken gehören zu großen internationalen Konzernen oder Finanzdienstleistern. Die meisten haben ihren Ursprung oder ihre Anteilseigner in der Türkei.

Den ungewöhnlichsten Hintergrund hat wohl die Oyak Anker Bank. Sie ist Teil eines großen Firmengeflechts, das dem Pensionsfonds des türkischen Militärs gehört.

Militärangehörige zahlen einen Pflichtteil ihres Lohns an den Fonds, der rund dreißig eigene Firmen besitzt. „Der Oyak ist kein Teil der Streitkräfte, sondern als Wirtschaftsunternehmen ein Instrument zur Pensionsfinanzierung türkischer Offiziere“, erklärt Heinz Kramer von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Sorgen um ihr Geld müssen sich die deutschen Anleger bei keiner dieser Banken machen. Denn die Banken haben ihren Hauptsitz in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden.

Das ist für Anleger ausschlaggebend. Denn ihr Geld ist nach der Einlagensicherung des Landes geschützt, in dem die Bank ihren Hauptsitz hat. Bei all diesen Banken sind mindestens 20 000 Euro gesichert. Die Ziraat, Yapi Kredi und Oyak Anker Bank bieten sogar einen umfassenden Schutz für Anlagen in beliebiger Höhe.

Diese drei sind Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds. Er ergänzt die gesetzliche deutsche Einlagensicherung und sorgt dafür, dass Kundeneinlagen nahezu unbegrenzt abgesichert sind, falls es zu einer Pleite kommt. Zu den Kundeneinlagen zählt Geld auf Girokonten, Tages- und Festgeld, außerdem Sparbriefe und andere verzinste Anlagen.

Von Gesetzes wegen wären in Deutschland nur Kundeneinlagen bis zu 90 Prozent und maximal 20 000 Euro gesichert. Erst die Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds erweitert die Absicherung praktisch unbegrenzt.

Teure Sicherheit

Möchte eine Bank ihren Kunden diesen Schutz bieten, muss sie tief in die Tasche greifen. Das Statut des deutschen Einlagensicherungsfonds schreibt vor, dass eine Bank jährlich bis zu 0,75 Prozent ihrer Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ an den Sicherungsfonds zahlen muss.

Die genaue Höhe des Beitrags richtet sich nach der Risikoklasse, in die eine Bank eingeteilt wird. Wie diese genau ermittelt wird, will der Bundesverband der deutschen Banken nicht verraten.

„Wir geben die Gelder, die uns eine Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds kosten würde, lieber in Form von höheren Zinsen an die Kunden weiter“, sagt Martin Boy von der Vakifbank. Sie ist Mitglied der österreichischen Einlagensicherung, die im Falle einer Bankenpleite Einlagen bis 20  000 Euro pro Person vollständig absichert. „Wir gehen damit ganz offen um und empfehlen jedem Anleger am Telefon oder in der Filiale, auch nur in diesem Rahmen anzulegen“, sagt Boy.

Die Mitglieder der österreichischen Einlagensicherung müssen nicht jährlich in einen Fonds einzahlen. Hier springen die Banken erst im Schadensfall ein.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine Absicherung bis 20 000 Euro kaum Kunden verprellt“, sagt Claudia Uhlenberg von der Finansbank. „Wichtiger als die Höhe der Einlagensicherung ist es, zinsbeständig zu sein und die Listen der besten Tages- und Festgeldanbieter regelmäßig anzuführen.“

Immer ein wenig mehr

Wieso können die ausländischen Banken diese überdurchschnittlichen Zinsen bieten? Oft liegen sie um bis zu 0,5 Prozentpunkte vor inländischen Anbietern.

Der Verzicht auf die volle Einlagensicherung ist nur ein Grund. Die meisten Banken konzentrieren sich zudem auf eine schmale Produktpalette. Die Garantibank hat nur Tages-, Festgeld und mehrjährige Festzinsanlagen im Angebot. Anders als eine Vollbank bietet sie keinen Wertpapierhandel oder Girokonten an. Das spart Kosten. Außerdem sparen sich die Institute die Ausgaben für ein engmaschiges Filialnetz. Das Gros ihrer Kunden nutzt sie per Telefon oder Internet als Direktbank.

Auch die Finanzpolitik der Banken sorgt dafür, dass sie Anlegern hohe Zinsen bieten können. Einige Banken nutzen über ihre Muttergesellschaft die hohen Zinsen in der Türkei. Sie vergeben einen Teil des in Deutschland eingesammelten Anlegergeldes dort als Kredite.

Und wie ist der Service?

Die besten Konditionen nützen aber wenig, wenn es beim Service hapert. Über die Denizbank klagen immer wieder Leser, dass sie schwer zu erreichen sei und die Kontoeröffnungsunterlagen spät kamen.

Die Bank hat derzeit zu wenig Mitarbeiter und Telefonanschlüsse, um in Stoßzeiten die Flut der Anfragen zu bewältigen. „Ab Frühjahr haben wir ein eigenes Callcenter und dann können wir alle Anfragen prompt bearbeiten“, verspricht Mehmet Ilkserim, Filialleiter der deutschen Niederlassung in Frankfurt am Main.

Die anderen betreiben neben ihren Filialen bereits eigene Callcenter und bearbeiten Kundenanfragen offenbar zügig.

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